THE SCHIZOID MAN
DER DOPPELGÄNGER

 

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Produktionsbedingte verzögerungen führen
zu unterschieden in der
US- und GB-reihenfolge. Die deutsche weicht wiederrum und ohne ersichtlichen grund davon ab. Die listung der episoden entspricht der sog. englischen standard-reihenfolge.
Handlungslogisch betrachtet erfordern die episoden von NUMMER 6 keine zwingende abfolge. In praktisch allen ländern, in denen NUMMER 6 lief, gab es eigene reihenfolgen.

Mehr zur episodenreihenfolge...

 

 

"I AM NOT
A NUMBER.
I AM
A PERSON."

"SIX OF ONE,
HALF A
DOZEN OF
THE OTHER."

 

 
 

DREHBUCH: Terence Feely
REGIE: Pat Jackson
DEUTSCHE FASSUNG: Frank Wesel
DEUTSCHE ERSTSENDUNG: ARTE 31.07.2010

Mehr über den titel...

 

EPISODENWÜRDIGUNG

DARSTELLER UND
DEUTSCHE STIMMEN
KOMPLETTE BESETZUNG

Patrick McGoohan
Nummer Sechs
Bernd Rumpf
Angelo Muscat
Butler
ohne Sprechrolle
Anton Rodgers
Nummer Zwei
Illja Richter
Alison
Nummer 24
Gundi Eberhardt
Earl Cameron
Supervisor
n.n.
David Nettheim
Nummer 118
Uwe Jellinek

Um Nummer Sechs in seiner identität zu erschüttern, unterzieht man ihn einer speziellen behandlung und konfrontiert ihn als "Nummer 12" mit einem double. Ist das double besser als der echte? Sogar Nummer Zwei ist irritiert, Nummer Sechs gehandicapt. Später erkennt er eine gelegenheit zur flucht.

PLATZ 5 Für die idee der gespaltenen/ verdoppelten - persönlichkeit und die ikonografie von Nummer Sechs/Curtis, gute dialoge, eine glaubwürdige Anton-Rodgers-Nummer-Zwei sowie ein ebensolches beinahe-happy-end; und das alles im studio realisiert.

Lesen Sie nur dann weiter, wenn Sie NUMMER 6 bereits kennen und sich näher mit hintergründen, der produktionsgeschichte, therorie und diskussion beschäftigen wollen.
Wir sehen uns!

"Der Doppelgänger" entstand ende 1966 während der ersten produktionsphase, profitiert aber so gut wie gar nicht vom filmischen material des ersten drehtermins aus dem spätsommer des jahres. Von etwas stock footage abgesehen, spielt sich die (außen-) handlung komplett im ehemaligen Borehamwood-studio ab. Die episode ist ein schönes beispiel, dass rein studiobasierte folgen, denkt man an "A. B. und C." und "Der General", nicht zwangsläufig "dürftig" sein müssen wie auch umgekehrt, dass die benutzung von originalschauplätzen nicht automatisch für mehr produktionsqualität steht.

Die ausgangsprämisse ist inhaltlich und visuell sehr originell, die produktionsqualität ausgezeichnet:
Nummer Sechs als figur wird verdoppelt bzw. gespalten, ein doppelgänger erscheint im Ort. Nun ist also einer der goodie, der andere der baddie. Die verantwortlichen des Ortes erhoffen sich mit ihrer über eine längere zeit laufenden manipulation, Nummer Sechs in seiner identität zu erschüttern, indem sie ihn, anscheinend, mit sich selbst konfrontieren. Ein dem faktor zeit geschuldetes detail verrät schließlich den plan.
Was der plot von "Der Doppelgänger" tut, ist

NUMMER ZWEI GEHT KEIN RISIKO EIN, KEINE KUGELN, ALLES ELEKTRONISCH:
NUMMER SECHS UND "THE ECONOMY PACK" BEIM SCHIESSTRAINING, DEM VERSUCH
HERAUSZUFINDEN, WER DER ECHTERE IST

dabei nichts geringeres als eine hinterhältige volte zu schlagen und die grundlage der gesamten serie zu unterminieren: nämlich dass Nummer Sechs ein individuum ist. Hier muss er beweisen, dass er eine nummer ist!

Philosophische (un-) tiefen, die mindestens bis zum stummfilm DER STUDENT VON PRAG (1913) zurückreichen, tun sich auf ebenso wie gesellschaftspolitische: "Das problem mit der wissenschaft ist, dass sie missbraucht werden kann", ist Nummer Sechs' reaktion auf einen vorschlag von Nummer Zwei, mit technischen mitteln einen von beiden als die wahre Nummer Sechs zu bestimmen. Dazu gibt es den üblichen plot, Nummer Zwei ein schnippchen zu schlagen und die gelegenheit für Nummer Sechs, aus dem Ort zu fliehen.

Tricktechnisch und schauspielerisch war "Der Doppelgänger" die größte herausforderung der serie NUMMER 6. McGoohan in einer doppelrolle, aufwändiges splitscreening kam zum einsatz und McGoohans stunt-double Frank Maher musste sein können u.a. beim fechten zeigen. Die szene, in der sich Nummer Sechs die selbstbeherrschung über sein handicap wieder verschafft, ist dagegen wenig überzeugend.

Bis zur veröffentlichung der deutschen DVD 2006 bzw. der synchronisation durch Arte 2010 wurden dem deutschen publikum auch die süffisant-superben dialoge zwischen Nummer Sechs und seinem verdoppler-widersacher Nummer Zwölf vorenthalten. Der allgemeine ton der folge ist durchaus ernst, obwohl es ironie gibt. So etwa die erste begegnung zwischen (dem echten) Nummer Sechs und dem double Nummer 12; eine kleine kostprobe:

Nummer 12: What the devil...?
(Nummer Sechs geht auf Nummer 12 zu)
Nummer 12:
(kichert) Oh, very good. Very good indeed. One of Number Two's little ideas, I suppose? Where did they get you? A people's copying service, or you're one of those double agents we hear so much about these days?
Nummer Sechs:
(nicht amüsiert) Since you've gone through so much trouble, the least I can do is... offer you a drink.
Nummer 12:
Scotch. (sie gehen ins wohnzimmer)
Nummer 12:
I take it, I'm supposed to go all fuzzy around the edges and run off into the distance, screaming "who am I"?
Nummer Sechs: Probably, I have no idea.

Diese episode wie auch "2:2=2" entsprechen sich in ihrer gegensätzlichkeit. Im "Doppelgänger" wird die person und persönlichkeit von Nummer Sechs verdoppelt. In "2:2=2" werden seine person und persönlichkeit gespalten. Dabei ergibt sich ein widerspruch: die doppelte persönlichkeit von Nummer Sechs bewirkt eine persönlichkeitsspaltung oder zumindest eine identitätskrise. Andererseits bringt die gespaltene persönlichkeit von Nummer Sechs (aus "2:2=2") auch eine art von doppelgänger, ein zweites exemplar seiner teilidentität, hervor. Außerdem bedeutet der englische begriff double (doppelgänger oder doppelt) in verbindung mit "personality" die persönlichkeitsspaltung. Eine verrückte - schizoide und schizophrene - angelegenheit ist das allemal. Dank an Michael Brüne für diese beobachtung!

In der fertig gestellten episode nicht mehr enthalten sind u.a. eine autoverfolgungsjagd zwischen Nummer Sechs und seinem doppelgänger, der "sparausgabe" ("the economy pack"). Außerdem ein faustkampf und - was alle von einer agentenserie erwarteten, drehbuchautor Terence Feely auch geliefert haben will, McGoohan dagegen nicht wollte, und was sich nichtsdestotrotz im subtext wiederfindet: eine frauengeschichte.
Mit Alison, einer der wenigen personen im Ort mit einem namen, trainiert Nummer Sechs für einen gedankenlesen-wettbewerb. Sie ist der verhinderte love interest der serie. McGoohan hat angeblich persönlich dafür gesorgt, dass es von der ersatzhandlung gedankenlesen nicht zur empathie oder gar bis zu einem kuss mit Alison kam, geschweige denn zu mehr.

Und Rover, der weiße ballon, der wachhund des Ortes, wird nur in dieser folge beim namen genannt.

Mehr als 40 jahre später würde die figur Alison, Nummer 24 in der folge und gespielt von Jane Merrow, in dem kurzfilm RESOLUTION einen weiteren auftritt von unglaublicher authentizität haben.

TEXT: Arno Baumgärtel

 
 

Written by: Terence Feely
Directed by: Pat Jackson

 

APPRECIATIVE EXAMINATION

ACTORS AND
GERMAN VOICES
COMPLETE CAST

Patrick McGoohan
Number Six
Bernd Rumpf
Angelo Muscat
Butler
non-talking role
Anton Rodgers
Number Two
Illja Richter
Alison
Number 24
Gundi Eberhardt
Earl Cameron
Supervisor
n.n.
David Nettheim
Number 118
Uwe Jellinek

A special treatment is waiting for Number Six in order to shake his identity by confronting him as "Number 12" against a double. Will the double prove better than the real Number Six? Even Number Two is puzzled, Number Six with a handicap. Later on he realizes a chance to get away.

RANKED 5th For the concept of the split/double personality and the iconic image of Number Six/Curtis, good dialogues, a credible Anton Rodgers’ Number Two and an equally believable near-happy end. What’s more: all this is a studio-based episode.

Don't read any further unless you know THE PRSIONER already and you want to delve more indepth into theoretical discussions and facts around the history of the production. - Be seeing you!

"The Schizoid Man" episode was made by the end of 1966 during the initial production period. However, it does not benefit particularly from location footage shot in the late summer of the year. Apart from some Portmeirion stock footage it was shot completely in the former Borehamwood studio. Keeping that in mind, it is a good example to prove that studio-bound episodes, thinking of "A. B. and C." and "The General", don't necessarily have to be scanty while, likewise, the use of original locations doesn't automatically result in quality stuff.

But the story's outset, visually and intellectually, is intriguing: The character Number Six is doubled, or split up, a doppelganger appears in the Village, one of them is the goodie the other one is the baddie, with gaping philosophical or sociological profoundness, or shallowness, that may reach back to the early silent DER STUDENT VON PRAG (1913). "The trouble with science is that it can be perverted" says Number Six, also a McGoohan credo, when asked by Number Two to have his identity checked by some technical means. Employing a manipulation lasting over a period of time, the Village hopes to confuse Number Six and overwhelm his self-confidence as they confront him with himself, apparently. Due to some crucial detail and the time factor the plan is ultimately foiled. And once again we have the usual plotline of trying to outwit Number Two and a chance for the Prisoner to get away from the Village. But the plot of the "Schizoid" episode provides a rather

NUMBER TWO TAKES NO CHANCES, NO BULLETS, FULLY ELECTRONIC:
NUMBER SIX AND "THE ECONOMY PACK" AT THE SHOUT-OUT CONTEST,
BUSY TO DETERMINE WHO'S THE REAL ONE.

black twist in aiming at nothing less as to undermine the basic concept of the very series: that Number Six is an individual. Now, here Number Six has to prove that he is a number!

The episode's tone is quite serious although there is also some irony. It wasn't until the release of the DVD box that German audiences witnessed the elaborate dialogues of Number Six and his doppelgänger-enemy Number Twelve. Just a taste of it:

Number 12: What the devil...?
(Number Six approaches Number 12)
Number 12:
(giggling) Oh, very good. Very good indeed. One of Number Two's little ideas, I suppose? Where did they get you? A people's copying service, or you're one of those double agents we hear so much about these days?
Number Six:
(not amsed) Since you've gone through so much trouble, the least I can do is... offer you a drink.
Number 12:
Scotch. (they walk into the living room)
Number 12:
I take it, I'm supposed to go all fuzzy around the edges and run off into the distance, screaming "who am I"?
Number Six: Probably, I have no idea.

There ist a correspondence in contrariness of this episode and "Do Not Forsake Me, Oh My Darling". Because in "The Schizoid Man" Number Six' person and personality are doubled, or duplicated, they are split in "Do Not Forsake Me, Oh My Darling". But there is a contradicton: Number Six' double/duplicated personality causes a split personality or, at least, identity crisis. On the other hand, the split personality of Number Six (in "Forsake") causes the existence of a doppelganger, a second entity of his partial identity. As the English expression double in connection with personality means split personality. It's a mind-boggling - schizoid and schizophrenic - thing. Thanks to Michael Brüne for this observation.

As far as special effects and acting are concerned "The Schizoid Man" was the most demanding of the whole PRISONER series. A double role for McGoohan, and intricate split-screen technique was used and Frank Maher, who always stood in for McGoohan and did the stunts, had to learn fencing. One less convincing moment, on the other hand, we find as to how Number Six regains control over his physical handicap. A car chase and a fistfight with his adversary, the "economy pack" as (the true) Number Six would call him, were not included in the final cut of the episode. And one thing that every TV addict would have expected, that scriptwriter Terence Feely says he did deliver but McGoohan wasn't willing to accept - something that still resides in the subtext of the story: an affair with a woman.
Alison, one of the few people in the Village with proper names who practises for a mindreading contest with Number Six, must be the love interest of the show that never came into being. It is said that McGoohan in person cared for the fact that there never ever was a way from the substitution plot of reading the thoughts of others to emotion let alone kissing Alison, or even more.

More than 40 years later the Alison character, Number 24 in the episode, played by actress Jane Merrow, would perform again in the short film RESOLUTION with incredible authenticity.

TEXT: Arno Baumgärtel

 

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