The Prisoner Nummer 6

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NUMMER 6
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THE PRISONER
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LONDON 27 MEILEN
LONDON 27 MILES

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ÜBER DIE ZIFFERN!

No. 12:
You don't believe it. A university level degree in three minutes.
No. 6:
It's improbable.
No. 12:
But not impossible.
No. 6:
Nothing is impossible
in this place.

No. 12:
Nicht zu glauben. Ein Universitätsabschluss in drei minuten.
No. 6:
Unwahrscheinlich.
No. 12:
Aber nicht unmöglich.
No. 6:
Nichts ist unmöglich
an diesem ort.

 

27 MEILEN VON DAHEIM

Was passierte wirklich nach der gewalttätigen schießerei im serienfinale von "Demaskierung", dieser so außergwöhnlichen schlussepisode einer fernsehserie, mitsamt einem raketenstart, der evakuierung und schlussendlichen zerstörung des Ortes? Ist es möglich? Die zirkuläre gesamtanlage von NUMMER 6 müsste uns sagen: nein. Gewissheit gibt es jedoch nicht.

Aber ist doch ganz einfach, oder? Nummer Sechs, Nummer 48 und die frühere Nummer Zwei sind bei ihrer flucht in der auf einem tieflader montierten wohnzelle gelandet, dieselbe, die in der vorigen episode "Pas de deux" genutzt wurde. Der LKW setzt sich

in bewegung und fährt durch einen stillgelegten eisenbahntunnel. Mit einem mal sehen wir ihn auf einer mehrspurigen schnellstraße und allem anschein nach in Großbritannien. Dann das hinweisschild am straßenrand: A20 London 27, das nichts weniger tut als uns glauben zu machen, der ort von Nummer Sechs' gefangenschaft befinde sich unweit der britischen hauptstadt.

Aber kann das sein? In anderen episoden, wir erinnern uns, soll der Ort einmal im Baltikum an der Ostsee, nahe der polnischen grenze liegen ("Die Glocken von Big Ben"); ein andermal südwestlich von Portugal und Spanien, an der marokkanischen küste. Letzterer hinweis auf die geografische lage schien umso glaubwürdiger, da Nummer Sechs in "Herzlichen Glückwunsch" selbst auf eine suchmission gegangen war und die position des Ortes tatsächlich ausfindig machen konnte. Allerdings wurde er in dem moment, als er ihn gefunden hatte, per schleudersitz aus dem flugzeug und zurück zu seinem ausgangsort befördert. Der flugzeugpilot war ein agent des Ortes (als milchmann auf dem flugfeld zu erkennen), und Nummer Sechs, obgleich mit einem kompass ausgerüstet die suchroute vorgebend, wurde getäuscht: Wir sehen uns! Die intention ist klar: Der Ort soll nicht lokalisierbar sein.

A20 London 27. Alleine die geografischen gegebenheiten hier sprechen eindeutig gegen die einflüsterung, der Ort befinde sich unweit von London. Hier der Ort: direkt am meer, umgeben von alpinem gebirge; da der großraum London und Südengland, etliche kilometer bis zur küste und abgesehen von den kreidefelsen flach.

JUMP-CUT AUS DER TWILIGHT ZONE

Sicherlich, ein gedankenspiel ist das alles, der versuch zu ergründen und in übereinstimmung zu bringen, wie es sein kann, dass der LKW plötzlich nur ein paar meilen von London entfernt ist und somit das Village - wie es erscheinen will - gerade mal um die ecke liegen soll! Die filmsequenz ist sehr schnell geschnitten, fast schon sprunghaft, man könnte sagen: elliptisch, was sich aber auch aus der handlung ergibt. Nichts daran nötigt uns jedoch zu glauben, dass hier eine wirkliche kontinuität fortbesteht, von der schießerei in der kaverne bis der LKW aus dem tunnel fährt und britischen boden erreicht hat. Machen wir diesen jump-cut...

NUMMER SECHS GEBLITZDINGST
INS VERGESSEN ?

Denkbar ist, die drei flüchtlinge wurden, nicht ungewöhnlich in der serie, "konditioniert", ihre erinnerungen an die jüngste vergangenheit ausgelöscht oder "geblitzdingst", wie der vorgang in den MEN IN BLACK-filmen heißt. Auf welche weise die erinnerung an die ereignisse vorher getilgt wurde, ist nicht zu sagen. Wenn man an "Freie Wahl" denkt, bei der anhörung von Nummer Sechs vor dem stadtrat unter dem einfluss eines hypnotischen lichts, mag dies ein hinweis darauf sein, dass so etwas möglich war und wie schnell es zustande gebracht werden konnte. In "Pas de deux" begleitet ein sehr ähnliches, eventuell hypnotisierendes blaues licht von irgendwoher aus der decke die handlung im Embryoraum, und sowohl Nummer Zwei wie der Butler tragen spezialbrillen, nicht dagegen Nummer Sechs. Der geeignete augenblick für den löschvorgang wäre wohl gewesen, als der LKW in den tunnel hineinfuhr.

Unter betäubung, in einem versiegelten und höchstwahrscheinlich mit diplomatischen papieren versehenen container hätte man sie von irgendeinem hafen aus verschifft und kein zollbeamter hätte zugang gehabt. Später, bevor man sie auf der A20 sieht, wären die flüchtlinge reanimiert oder aufgeweckt worden. Wo genau der Ort nun ist, wissen wir damit jedoch immer noch nicht.

Und das tanzen zu den rhythmen des songs "Dry Bones"? Außer an eine gelungene flucht hätte keiner der drei nach dem aufwachen eine erinnerung an die vergangenen stunden oder tage gehabt. Die freude über ihr entkommen wäre ihnen anzusehen, ihr gemütszustand dagegen noch von den nachwirkungen der hypnose bzw. narkose in form einer heiteren benommenheit geprägt; die bilder aus "Demaskierung" scheinen das zu bestätigen.

KALKULIERTE RÜCKKEHR

Und der Butler? Der Butler ist der vierte im bunde bei der flucht aus dem Ort. Aber ist auch er ein flüchtling? Er fährt den LKW aus dem Ort hinaus, in und durch den tunnel, was impliziert, dass gas-, kupplungs- und bremspedale bereits auf seine kleinwüchsige statur angepasst waren. Zweifellos verfügt er über profunde kenntnisse der machtstrukturen im Ort, und er vermittelt stets den eindruck, dass er einem plan folgt. Die rolle des Butlers bleibt hier so enigmatisch wie in der gesamten serie zuvor. Der Butler ist buchstäblich eine schlüsselfigur. Bis zum schluss bleibt offen, ob er sich Nummer Sechs aus freien stücken anschließt oder ob es vielleicht sein auftrag ist.

Bleibt die frage oder eher: die feststellung, dass der ausbruch aus dem Ort sehr wohl von den verantwortlichen kräften oder regierungsstellen vorgesehen und arrangiert worden sein muss, eingedenk der länder- und zollgrenzen, die zu passieren waren. Der tieflader war abfahrbereit. Das umso mehr, als man Nummer Sechs die rückkehr in sein haus, geld und sein fahrzeug schon zugesichert hatte. Sich vorzustellen, man hätte ihn ohne weiteres und vor allem ohne "glaubwürdige" komplikationen z.b. im hubschrauber aus dem Ort geschafft, fällt sehr schwer. Es scheint, sie haben aus ihren fehlern gelernt.

MENTALE MANIFESTATION?

Zu beginn und immer wieder im vorspann durchschreitet die person, die wir als "Nummer Sechs" kennen lernen werden, einen langen und dunklen korridor. Ist es denkbar, der anscheinend zur A20 führende tunnel ist in wahrheit dieser korridor, buchstäblich oder metaphorisch, ein "wurmloch" und an dessen entgegengesetztem ende die wiedergeburt aus der Twilight Zone, die der Ort ist, zurück nach London und zurück in die realität, die aber nicht mehr dieselbe wie zuvor ist?

Bei der gesamtschau von NUMMER 6 kann als ausgemacht gelten, dass der Ort - the Village - sehr wohl eine physische realität ist. Die hauptfigur wird dorthin entführt, lebt und atmet dort, es existiert eine infrastruktur dieser oder jener art usw. Gleichwohl, mit der schlussepisode "Demaskierung" ("Fall Out") betritt man als zuschauer neues terrain, denn diese folge ist komplett anders als die vorhergehenden. Von "Demaskierung" erfahren wir nichts im sinne einer "erklärung" - wer, was, warum - oder auflösung. Genau das war Patrick McGoohans absicht. "Logische löcher" in der handlung interessierten ihn hier umso weniger, als sein ansatz allegorisch und symbolischer art ist und die elliptische erzählweise, also auslassungen, dieser intention entgegenkommen.

DER ORT - WO IST ER?
NAMEN UND NUMMERN: NUMMER SECHS - PRISONER?
MEHR: DEMASKIERUNG - EPISODENWÜRDIGUNG

Manches ebenso an "Demaskierung" wie besonders in "Die Anklage", die im zwielicht auf dem strand spielende szene, spricht für die these, dass der Ort eine mentale manifestation, vielleicht ein teil unseres unbewussten ist. Als solche kann er schwerlich zerstört oder auch nur per flucht verlassen werden. Wohin man auch geht, man schleppt ihn mit sich herum. Das ist es, was McGoohan selbst und die schlussbilder von NUMMER 6 zu sagen scheinen: Jeder mensch hat sein eigenes Village, sein eigenes gefängnis.

In zusammenarbeit mit David Stimpson und Jana Müller

 

 

27 MILES FROM HOME

What actually happened after the violent shoot-out of "Fall Out", that extraordinary final episode of something we call a TV series, and the launching of a rocket, the evacuation and the final destruction of the Village? Could that be? The cyclical nature of THE PRISONER would tell us: no. But we cannot be sure.

Well, easy enough, isn't it. Number Six, Number 48 and the former Number Two are on the run and end up in that mobile home, the same cell used in the previous episode "Once Upon A Time", which is mounted on a mobile truck. The truck is set in

motion and makes its way through a disused railway tunnel. All of a sudden we see it driving on a dual carriageway which appears to be in Great Britain. And then there's the signpost telling us: A20 London 27. Which, of course, does nothing less than making us think the Village of Number Six' captivity would be located right next to the British capital!

But is it? Mind you, in other episodes the Village was said to be either at the Baltic Sea, near the Polish border ("The Chimes Of Big Ben"), or southwest of Portugal and Spain, near the Moroccan coast ("Many Happy Returns"). The latter hint at its geographical position being especially intriguing because Number Six himself had gone on a search mission in which he actually found the place. But the very moment he recognised his find he was subsequently ejected from the aircraft and returned to where he had come from. It can be surmised that the aircraft pilot was actually working for the Village and that Number Six, although in charge of the search route and equipped with a compass, was in fact deluded: Be seeing you! It is a clear conception, the location of the Village isn't meant to be rationalised.

A20 London 27. The geographical features, however, of both the Village and London or south England do not support the insinuation of the Village being located in that very area. The Village, after all, is a seaside resort, surrounded by high alpine mountains while the south of England is primarily flat (aside from the chalk rocks) and the coastline still a considerable distance away.

JUMP CUT FROM THE TWILIGHT ZONE

It's a mind game, for sure. One can try to explore and bring into accordance how it could happen that the truck all of a sudden is only a few miles away from London, and - as it may seem - the Village, too, is just around the corner! The editing of the scenes is very fast, even volatile and could be said elliptical. But nothing here urges us to believe that there's a real continuity of the action from the moment of the cavern shootings until the truck exits the tunnel and reaches British soil. So, let's take that jump-cut...

NUMBER SIX NEURALYZED
INTO OBLIVION?

Imagine the three escapee were "conditioned" - nothing uncommon in the series - and their memories of the recent past wiped out or "neuralyzed" as the process was called in the MEN IN BLACK films. We cannot honestly say how the process of making them forget their journey and the events before it was achieved. But thinking of how Number Six - when he was interrogated by the Council Chamber of "Free For All" - was so quickly subjected to that hypnotising blue light may be a hint towards how they managed to do it and how quickly it was done. Also, in "Once Upon A Time", in the Embryo Room, a very similar, potentially hypnotising blue light emanates somehwere from the ceiling and both Number Two and the Butler wear special glasses whereas Number Six doesn't. The ideal moment for the erasing treatment would seem to be when the truck enters the tunnel. In fact, the truck had been provided, hadn't it.

The three would've been put to sleep, the container/cell covered, possibly sealed and most likely shipped on board whichever port of departure. The truck would be driven under a diplomatic label, so no customs officer would be allowed to inspect it. Later, before we see them on the A20, they would be reanimated or woken up. Thus, we still don't know where the Village really is, do we.

Why the dancing to the rhythm of the song "Dry Bones"? They wouldn't remember that hours, perhaps days had passed, only experience their successful escape. Certainly, there would be joy but their state of mind would be the result of the hypnotising effects on them, the feeling of lightheadedness and serenity about their escape from the prison without walls. The scenes from "Fall Out" would seem to underline that.

CALCULATED RETURN

And the Butler? The Butler is the fourth person of the group to escape from the Village. But can he be called an escapee? He drives the truck out of the Village and through the tunnel implying that the accelerator, the clutch and the brake pedals must have been adjusted beforehand to his stunted physical growth. Arguably, he has a good deal of insight into the structures that constitute the Village system. And he always seems to follow some plan. But the Butler role still remains an enigmatric one, the same way it was before in the series. He is a (literal) key figure. No real clue is given until the end as to whether he joins Number Six out of his free will or whether perhaps it's his assignment.

All this leaves us with the question, or the fact rather, that this prison break must have been foreseen and arranged by the Village powers or the government behind it, especially as on their route state borders and customs barriers had to be bypassed. Even more so as the Village had already granted Number Six his return home, also money, the key to his house as well as his car. Could it be they'd let him leave the Village on a helicopter, simply and without any "credible" complications? There can be doubt about it. They corrected their mistake, it would seem.

MENTAL MANIFESTATION?

At the beginning and repeatedly in most of the credit sequences the individual we're about to know as "Number Six" strides down a long and dark corridor. Could it be, the tunnel apparently leading to the A20 is actually that corridor, either literally or metaphorically, a "wormhole" at the opposite end of which resurrection from the Twilight Zone that the Village is, back to London and back to reality which, however, isn't the same as as it was before?

Looking at THE PRISONER as a whole it can be taken for granted that the Village is actually a solid, physical reality. The main character is abducted to that place, that's where he lives and breathes. And also there's an infrastructure of some sort etc However, as soon as we enter the final episode "Fall Out", as viewers we enter a different level because now this episode is completely different from the previous ones. "Fall Out" as we see it does nothing in terms of "explaining" - who, where, why - or resolution. It can be guessed that Patrick McGoohan didn't care about plot holes, he deliberately wanted to leave it unresolved, all the more as his approach is both allegorical and symbolic with the elliptical narrative mode of dropping rationalisations supporting his intentions.

NAMES AND NUMBERS: NUMBER SIX - PRISONER?
THE VILLAGE - WHERE IS IT?

Certain elements about "Fall Out" as well as of the "Dance Of The Dead" episode, the scene on the beach in the twilight, appear to support the thesis that the Village is a mental manifestation, perhaps part of our unconscious self. Thus, it could have hardly been destroyed or left by escape. whereever one went the Village would be with you. And this, it seems, is what McGoohan himself and final images of THE PRISONER are telling us. Every man has a Village of his own, his own prison.

Written In collaboration with David Stimpson and Jana Müller


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