The Prisoner Nummer 6

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NUMMER 6
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THE PRISONER
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PRISONERESK
PRISONERESQUE

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139 140 141 142 143 144

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ÜBER DIE ZIFFERN!

No. 12:
You don't believe it. A university level degree in three minutes.
No. 6:
It's improbable.
No. 12:
But not impossible.
No. 6:
Nothing is impossible
in this place.

No. 12:
Nicht zu glauben. Ein Universitätsabschluss in drei minuten.
No. 6:
Unwahrscheinlich.
No. 12:
Aber nicht unmöglich.
No. 6:
Nichts ist unmöglich
an diesem ort.

 

PRISONERESK - PRISONERESQUE

Mit dieser in anlehnung an die Kafka-forschung entstandenen wortschöpfung wird versucht, das spezifische und unverwechselbare an der serie NUMMER 6 in einem ausdruck zusammenzufassen. Gemeint sind verschiedene spezifika innerhalb der serie, in den dialogen, den bildern, anhand von montagen, assoziationen und konnotationen, die in der summe mehr ergeben, als in den jeweiligen stories zum ausdruck bzw. ins bild kommt. Es ist nicht klar, wann der begriff das erste mal geprägt wurde, von wem oder in umlauf kam. Möglicherweise entstand er 1976 in der nachfolge der ersten britischen fernsehwiederholung. Klar ist jedoch, dass er von surrealistischen einflüssen bestimmt ist. Entscheidende stichworte sind:

- entfremdung des protagonisten, auch und vor allem von sich selbst; fragliche, wenig oder keine persönlichen beziehungen;
- diskontinuität und dissonanz in der interaktion mit der "außenwelt" bzw. der wahrnehmung, störung und verlust derselben;

- identität/persönlichkeit, fragmentierung oder beschädigung, die abwesenheit, unvollständigkeit des bürgerlichen namens wie bei Kafkas protagonist "K" oder chiffrierung wie "Nummer Sechs";
- rezeption: unbehagen auf seiten der zuschauer durch narrative leerstellen, brechnungen und elliptische erzählweise.

Die episode "Die Anklage" steht hierbei prototypisch für das allumfassende prisonereske feeling.

MEHR: SURREALISMUS
MEHR: KAFKAESK...
(2009): EPISODEN & SPOILER
MEHR: NUMMER 6 ALS DISKURS

Was wunder, dass es im fernsehen in den jahrzehnten nach der premiere von NUMMER 6 im jahr 1967 da und dort immer wieder zumindest PRISONER-motive gab. Die nachfolgend genannten kreisen zumindest mit all ihren vorzügen und nachteilen um dieses imaginäre prisonereske zentrum.

Auch THE MATRIX lässt sich hier einreihen, wobei deren ideenfundus eher im literarischen universum von Philip K. Dick begründet wäre. Und manch eine(r) mag X-FILES (AKTE X) vermissen mit seinen beiden einschläfernd agierenden hauptdarstellern, für die höchstwahrscheinlich (in unkenntnis des originals) die deutsche synchronfassung verantwortlich ist.

CUBE (film)

LOST (serie)

MAN IN A SUITCASE (serie)

NOWHERE MAN (serie)

THE PRISONER (TV-miniserie)

SHUTTER ISLAND (film)

36 HOURS (film)

THE TRIAL - DER PROZESS (film)

THE TRUMAN SHOW (film)

24 (serie)

TWIN PEAKS (serie)

WELT AM DRAHT (TV-zweiteiler)

DER PROZESS "Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." Ehre, wem ehre gebührt. Das prisonereske steht in direkter verlängerung des kafkaesken.
Anthony Perkins war mit Alfred Hitchcocks PSYCHO (1960) als nervöser, leicht verschobener charakter berühmt geworden. In DER PROZESS spielt er den ähnlich angelegten typ Josef K. - ein moderner, urbaner mensch, dessen identität bereits im unvollständigen oder gar abwesenden namen als beschädigt signalisiert wird und die durch nahezu undurchschaubare machenschaften letztlich ganz dahinschwindet.

Mehr als Kafkas roman ist NUMMER 6, oder eher: sind teilaspekte daraus der filmischen adaption durch Orson Welles (1962) verpflichtet. Anders als bei Kafka, dessen romanbeginn so etwas wie die vorspannsequenz von NUMMER 6 ist, beginnt Orson Welles mit einem wirklichen, aber eher unfilmischen prolog, nämlich Kafkas kurztext "Vor dem Gesetz", um daraufhin K.s aus den fugen geratene normalität mit fast ausschließlich an originalschauplätzen entstandenen expressionistischen und alptraumhaften bildern zu erzählen. Dabei spielt es keine rolle, dass roman- und filmende verschieden sind und auch Welles' meinung von Kafka nicht allzu hoch war.

Neben Perkins spielen Jeanne Moreau, Elsa Martinelli, Romy Schneider sowie Orson Welles persönlich mit.

TWIN PEAKS David Lynch, regisseur des fulminanten mitternachtskinofilms ERASERHEAD sowie von BLUE VELVET, WILD AT HEART und LOST HIGHWAY, sorgte zu beginn der 90er jahre für das medienereignis, eine fernsehserie auf kinofilmniveau, deren zurückführung ins kino - FIRE WALK WITH ME - einige jahre später dann ironischerweise kein besonderer erfolg mehr war. Das surrealistisch-verschroben angelegte TWIN PEAKS war nur ein vorwand für eine introspektion des seelenzustandes der amerikanischen (medien-) provinz. Lynch ebenso wie sein serien-alter-ego Kyle MacLachlan als inspektor Dale Cooper interessierten alsbald die psychologischen abgründe und neurosen seiner (im überfluss vorhandenen) serienfiguren deutlich mehr als die suche nach dem mörder Laura Palmers, dem aufhänger der serienhandlung, was der erträglichkeit der show nicht gerade förderlich war. Trotz oder wegen eines chaotisch verlaufenden produktionsprozesses, der die serie als torso zurückließ, war sie ein meilenstein im seriengeschäft.

NOWHERE MAN Wegen seines fotos "Hidden Agenda" wurde fotojournalist Thomas Veil in der US-serie NOWHERE MAN von einem moment auf den anderen seiner identität beraubt. Kreditkarten waren plötzlich ungültig, und niemand, einschließlich seiner ehefrau, wollte ihn noch kennen. Fortan war er gezwungen, den urhebern des komplotts nachzuspüren. Der pilotfilm fing viel versprechend an. Die kurzlebige serie verlor leider schnell nach zwei, drei episoden ihr thema aus den augen, indem der held relativ ziellos herumreiste, der lösung seines problems mal mehr, mal weniger nahe zu sein schien, und schwamm bald mehr im kielwasser des 60er-jahre-klassikers THE FUGITIVE (AUF DER FLUCHT), als dass sie wirklichen NUMMER-6-touch entwickeln konnte.

Aus anlass der DVD-veröffentlichung heißt es in einer internetbesprechung, die serie sei isoliert betrachtet ganz in ordnung, "jedoch im licht solcher bahnbrechender serien aus der gleichen zeit wie THE X-FILES und anderer sowie früherer produkte wie z.b. NUMMER 6, THE FUGITIVE fällt sie doch beträchtlich ab… und meiner ansicht nach wird kaum jemand, der NUMMER 6 schätzt NOWHERE MAN höher als 6 oder 7 bewerten" (mehr...).

Der NUMMER-6-touch scheint vor allem in der ausgangsprämisse der serie durch. Eine der episoden, "Ein Apfel im Paradies" ("Paradise On Your Doorstep"), ist jedoch klar als hommage an THE PRISONER zu sehen. Darin wird Tom Veil betäubt und entführt und findet sich in einer scheinbar friedlichen, von der welt abgeschotteten gemeinde wieder. Man ist sehr an seiner kooperation und natürlich am negativ seines bildes "Hidden Agenda" interessiert. Das setting bis hin zur gemeinde-eigenen musikkapelle wird PRISONER-fans sehr vertraut vorkommen. Die herrschende "Nummer 2" hat allerdings wenig enigmatisches an sich, und das ende ist doch eher banal als allegorisch; aber immerhin.

HARALD KELLER ÜBER NOWHERE MAN

LOST Vielfach war zu lesen, vor allem die serie LOST atme den geist von NUMMER 6. Drehbuchautor J.J. Abrams spricht von THE PRISONER als dem bezugspunkt seiner ideen, was angesichts des abgelieferten produktes schon ein bisschen merkwürdig ist. Im zentrum der handlung dieser serie stehen die geschehnisse um eine bunt gemischte gruppe überlebender eines flugzeugabsturzes auf einer anscheinend unbewohnten tropischen insel.

Ein paar abgeschaute motive und absichtlich platzierte irritationen, für die weniger die handlung als die logik der serienproduktion verantwortlich sind, stellen indessen keine wirkliche konkurrenz für das original dar. Und wenn es denn so sein soll, dann allerdings ist Roger Thornhill, Hitchcocks held wider willen aus DER UNSICHTBARE DRITTE, der vater von Patrick McGoohans serienfigur Nummer Sechs.
In der praxis nutzt das konzept von LOST sich sehr schnell ab. Dass es von der insel (d.h. dem Ort) kein entkommen gibt, kaum etwas ist so, wie es zunächst aussieht, und dass da noch "andere" sind, reale oder übernatürliche gegner, erscheint nur serienlogisch. Eingeschobene, verschiedene charaktere betreffende rückblenden sind dramaturgisch meist belanglos, die episoden deutlich überdehnt und kommen nicht auf den punkt. Ihr sinn ist ganz klar, so viel zeit wie möglich zu strecken. Resultat: Wo sich angesichts reichlich ausgelegter fährten die ungeheuerlichkeiten andeutungsweise nur so türmen, dem autorenteam aber absehbar keine akzeptable auflösung nach irgendeiner seite hin einfallen würde, lässt das interesse schnell nach. Was fehlt, ist ein gewisser, sagen wir philosophischer und eben allegorischer mehrwert, der NUMMER 6 herausragend macht.

Exkurs: Dabei hat man den besten moment der serie schon in den allerersten minuten der pilotepisode hinter sich gebracht (und, zugegeben, längst nicht alle epsioden im weiteren verlauf mitverfolgt): der wahrhaft atem beraubende moment, als der arzt Jack auf dem dschungelboden taumelnd und desorientiert zu sich kommt. Auf der tonspur hört man derweil ETWAS, ein heulen, malmen, schaben, beunruhigend, durchdringend dass die haare sich kräuseln - vielleicht der höllenhund höchstselbst? Bis man, endlich, die quelle erkennt: das im sandstrand aufrecht stecken gebliebene und noch laufende triebwerk der abgestürzten maschine. Puuhh! Spoiler. Ende des exkurses. Diese einschätzung beruht freilich nur auf kenntnis der ersten staffel, spätere entwicklungen sind nicht berücksichtigt.

MAN IN A SUITCASE Die serie mit dem deutschen titel "Der Mann mit dem Koffer", obwohl in eine völlig andere richtung unterwegs, konventioneller auf action und abenteuer ausgerichtet, teilt mit NUMMER 6 Ron Grainer, den komponisten ihrer titelmusiken sowie einige gemeinsamkeiten, und seien sie ex negativo.

Wie NUMMER 6 war DER MAN MIT DEM KOFFER eine ITC-produktion, beide spielten nur einen sommer lang. Beider hauptfiguren waren einzelgänger. Analog zur chiffrierung der personen durch nummern in NUMMER 6, war die hauptfigur hier nur abstrakt mit ihrem nachnamen, so es einer war, bekannt. Auch der reichlich entfremdete McGill war (US-) agent gewesen. Und obwohl er, ein expatriierter US-Amerikaner, sich in ganz Europa bewegte und sich mit dreckigen jobs über wasser hielt, war seine welt eingeengt wie die von Nummer Sechs im Village durch flucht vor den eigenen leuten, die ihn rein gelegt hatten, sodass er nun des schweren geheimnisverrats bezichtigt wurde, und durch versuche, seine unschuld zu beweisen. Sein leben, seine identität passten in den besagten koffer.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass längst nicht alle episoden ins deutsche fernsehen gelangten. Soweit bekannt, wurde die serie nach der erstsendung 1968 (im anschluss an oder parallel zu NUMMER 6) erst im jahr 2000 wieder bei privatsendern im deutschen fernsehen gezeigt. Was unter anderem daran gelegen haben mag, dass sie als unerhört brutal galt; zeitgenössische fernsehzeitschriften sind voll von berichten dieser art. McGill teilte aus und steckte ein. Gemessen an der weltläufigkeit des von Roger Moore dargestellten SIMON TEMPLAR, war McGill kein sympathieträger; selten lachend, dafür viel rauchend, zynisch, oft ungepflegt und auf den eigenen vorteil aus. Politik als schmutziges geschäft war der nur geringfügig kaschierte subtext der serie. Und dass McGill die episoden lebend überstehen würde, war bei der erstsendung keinesfalls ausgemacht.

Er war der härteste TV-Held der Prä-Sonny-Crockett-Ära und der einsamste Wolf auf diesem Planeten. Die einst so bewunderten TV-Helden wirkten im Vergleich zu ihm noch mehr wie Hochstapler und Flaschen. Ihre inszenierten Prügeleien muteten angesichts der eigenen Straßenschlachten, nach denen man sich nicht die Haare kämmte, sondern wundgeprügelt in der Dunkelheit auf Schmerzlinderung wartete, absurd und lächerlich an. Bei Kämpfen siegte nicht automatisch das Gute, wie uns die Arschlöcher von der Ponderosa weismachen wollten, sondern der Stärkere. McGill wußte das. ... Alles was ihm blieb, war ein Leben aus dem Koffer, mit dem er von einer miesen Absteige in die nächste zog. Er hatte nichts zu verkaufen als seine Arbeitskraft – und wurde so zum ersten proletarischen Krimihelden der Fernsehgeschichte. "Paranoia heißt, alle Fakten kennen", schrieb William S. Burroughs einst; McGill bestätigte diese Weisheit Woche für Woche. 

Auszug aus Martin Comparts blog CRIME-TV, "DER MANN MIT DEM KOFFER: McGill, der Wanderarbeiter"

Kurz, mit so gut wie nichts an symbolismus war die serie im gegensatz zu NUMMER 6 eine eher freudlose, dem McGoohanschen idealen familien-fernsehidyll (frauen küssen oder gar mehr - nie vor der kamera; gewalt - nur wenn nicht anders möglich; sex und erotik - niemals) genau entgegengesetzte angelegenheit mit all den loser-gestalten, die sie bevölkerten. Eine gute portion paranoia jedoch ist beiden gemeinsam.
Der oberflächliche actioncharakter im verbund mit zynischen, pessimistischen bis nihilistischen zügen mag nachgeborenen selbstverständlich erscheinen, doch auch dieser "realismus" im agentengenre musste irgendwann einmal in fernsehserien eingeführt werden. DER MANN MIT DEM KOFFER war der pionier.
Wie einflussreich er war, zeigte sich in staffel 5 der vielfach ausgezeichneten wie ebenso umstrittenen prime-time-serie 24 mit Kiefer Sutherlands figur des antiterror-spezialisten Jack Bauer (mehr...). Einer der dort vorübergehend im mittelpunkt stehenden CTU-agenten heißt "McGill". Er lässt sein leben für die gute sache und rettet damit u.a. Jack Bauer. Ha, ha. McGill-hauptdarsteller Richard Bradford hatte nie wieder eine ähnlich prominente rolle.

36 HOURS Der stoff dieses films unter der regie von George Seaton aus dem jahr 1964 kommt bekannt vor, hat aber nach allem, was bekannt ist, mit NUMMER-6-script-editor George Markstein nichts zu tun: 1944 während des Zweiten Weltkrieges wird James Garner alias Major Pike, agent der alliierten, betäubt und entführt. Er findet sich in einem idyllischen US-rehabilitations-camp wieder. Man erzählt ihm, er habe jahre im koma gelegen und nun sei der krieg vorbei. Natürlich zeigt sich, dass es sich hierbei um einen von den Nazis ausgeheckten plan handelt, um ihm informationen über die bevorstehende invasion der alliierten truppen in der Normandie zu entlocken.

Freilich, bei aller übereinstimmung im setting und der handlung fehlt dem nach einer story von Roald Dahl entstandenen film im vergleich mit NUMMER 6 oder auch TWIN PEAKS das metaphysische und allegorische völlig. Am besten gelungen ist er im aufbau des szenarios insgesamt und dem simulakrum eines US-rekonvaleszentencamps bis ins kleinste detail bis zu dem moment, da die Garner-figur dem plan auf die schliche kommt. Anschließend verflüchtigt sich die luft aus diesem ballon. Bemerkenswert an dem film ist außerdem, wie sehr man als zuschauer, dessen sympathien zweifellos auf seiten der alliierten liegen, um das gelingen des Nazi-plans fiebert oder doch wenigsten hin- und hergerissen ist.

CUBE Der preis für den (bisher) im wahren sinn prisonereskesten kinofilm geht an CUBE, den low-budget-film des kanadischen regisseurs Vincenzo Natali von 1997. Irgendwelche gemeinsamkeiten zwischen diesem und 36 HOURS kann es ja nun wirklich keine geben, sollte man meinen, und erst recht keine mit NUMMER 6. Und doch, hier ist es, mit blick auf die serie, gerade umgekehrt wie im falle 36 HOURS: Die metaphysische dimension übersteigt bei weitem die der handlung bzw. des settings.

Sechs personen treffen in einem würfelförmigen raum mit opak schimmernden wänden aufeinander. Sie alle wurden von unbekannten dorthin gebracht. Schleusen auf dem boden, an wänden und der decke führen zu weiteren würfelräumen mit zum teil ingeniösen tödlichen fallen. Das objekt scheint von menschen gemacht zu sein. Ihre überlegungen ergeben, dass es sich um eine konstruktion aus gegeneinander verschiebbaren kuben innerhalb eines gigantischen äußeren kubus zu handeln scheint. Einer der gefangenen offenbart, er sei als kleines rad in einem großen getriebe an der konstruktion der äußeren hülle beteiligt gewesen. Aber welchen zweck erfüllt die anlage, ist sie ein gefängnis oder aber ein beobachtungslabor der verhaltensforschung?

6 KUBIK: WIE NUMMER 6,
ABER ANDERS

Die frage nach dem "wer" oder "warum" ist für die filmemacher schon bald zweitrangig. Wie bei NUMMER 6 steht über allem der menschliche faktor - wie verhalten sich menschen angesichts des schweren eingriffs in ihre persönliche freiheit, und wie ist die interaktion zwischen den figuren in gefangenschaft. Es war schon lange ein beliebtes sujet in literatur und film, einen querschnitt der gesellschaft in eine fremdartige umgebung zu versetzen, um die entwicklung von beziehungen oder den verfall von persönlichkeit auszuloten. In CUBE reflektiert sich das breite spektrum von charakteren und der notwendigkeit, miteinander auszukommen, freundschaften zu schließen oder andere zur verfolgung eigener ziele zu benutzen. Indem man ihnen die gewohnte umgebung, familiäre bindungen usw. entzieht, erhält man eine interessante basis, die der misslichen lage von Nummer Sechs ähnlich ist. Eine vielzahl von themen wird hier angesprochen, vertrauen und verrat, zusammenarbeit und individualismus, intellektuelle und körperliche fähigkeiten, herrschaft in der form von demokratie, kommunismus und anarchie. In NUMMER 6, natürlich, wurden innerhalb des gesellschaftlichen mikrokosmos ähnliche aspekte behandelt.

CUBE fährt dem zuschauer nicht übers gesicht. Aufmerksamkeit und auseinandersetzung wird verlangt. Die handlung selbst ist schlicht, aber das ziel des films ist es nicht. Und wir bewegen uns ganz klar im bereich der allegorie, darin in übereinstimmung mit McGoohans werk: Mehr fragen werden aufgeworfen als beantwortet. Teilnahme des publikums ist das ziel, nicht konsum.

Auszüge aus einem artikel von David Healey, erschienen im SIX OF ONE-magazin "In The Village", 1997

Bei CUBE handelt es sich im grunde um die kinogerechte aufbereitung einer episode aus der klassischen fernsehserie TWILIGHT-ZONE (im deutschen fernsehen als "Unwahrscheinliche Geschichten") von 1961, nämlich der episode "Five Characters In Search Of An Exit".

Fünf personen, ein major der armee, ein clown, ein hobo, eine ballerina und ein dudelsackspieler, finden sich unvermittelt in einem von einer runden und unüberschaubar hohen wand umgebenenen raum wieder. Dann und wann ist ein körperlich schmerzhaft lautes geräusch zu hören. Nachdem sie sich über ihre lage auseinandergesetzt haben, beginnen sie mit dem bau eines menschlichen turms, um über den rand ihres behältnisses blicken zu können...

Die prisoneresken ingredienzen bei CUBE - eingedenk der tatsache, dass ein kinofilm schneller und deutlicher auf den punkt kommen muss als eine fernsehserie - sind offensichtlich und zehnmal mehr wert als alle mysterien von LOST.

Eine der personen aus "Five Characters" hat endlich den oberen rand des "gefängnisses" erreicht. In einem für die TWILIGHT ZONE typischen twist-ending erkennt man, es handelt sich um eine blechtonne, in der eine dame puppen für ein waisenhaus sammelt - alle fünf figuren sind lediglich puppen. Das laute geräusch stammt von einer glocke, mit der die sammlerin auf der straße für ihre aktion wirbt...

Da ist die unklare, aber im höchsten grad metaphorische ausgangslage, symbolisiert durch die schiere zahl 6: Sechs seiten hat ein würfel; addiert man die jeweils gegenüber liegenden augen eines spielewürfels, erhält man immer den wert sieben. In CUBE stirbt die siebte person bereits vor beginn der titelsequenz einen unschönen, dafür umso fantasievolleren tod. Die hauptfigur in THE PRISONER trägt den namen bzw. die nummer 6. Die zahl 7 jedoch ist gewissermaßen der numerus non gratus und kommt in der serie nicht vor. Der schauplatz der CUBE-handlung ist reduziert auf die labyrinthisch verschachtelte innenwelt der würfel im würfel als entsprechung zur schachmetapher in NUMMER 6. Die personen und ihre herkunft, ihre an- und absichten bleiben relativ anonym. Die zum teil extremen physischen anstrengungen, das klettern an den wänden, die kämpfe, der schweiß, das blut, werden um eine metaphysische dimension erweitert. Letztlich bleibt die sinnfrage: was soll das alles, was tun wir hier, wozu und von wem wurde das geschaffen?

DIE BEDEUTUNG DER ZAHLEN 6 UND 7

Nach quälenden und wenig befriedigenden versuchen, den sinn der anlage zu verstehen und dazu sowie tödlichen auseinandersetzungen untereinander bleibt es ausgerechnet einem autisten überlassen, über die "brücke" ins gleißende licht der außenwelt zu treten, oder doch nicht...? Ein zufrieden stellendes ende? Absolut.

THE TRUMAN SHOW Der film von Peter Weir (1998 ) spielt mit versatzstücken und bildern, wie sie auch in NUMMER 6 vorkommen, so die allgegenwärtige kameraüberwachung und das liebevoll-repressive, verhätschelte alltägliche leben von bewohnern eines typischen weißen amerikanischen mittelklasse-suburbia-mikrokosmos.
Der protagonist Truman Burbank lebt sein reichlich ereignisloses leben als angestellter, bis ihm eines tages ein vom himmel fallender studioscheinwerfer beinahe den schädel spaltet. Er kommt mit dem schrecken davon, aber von nun an nagt der Zweifel in ihm, die kluft zwischen gefühl und verstand, dass mit der welt um ihn herum etwas nicht in ordnung ist, wächst ins unermessliche. Und wie recht Truman damit hat! Denn alles um ihn herum ist kulisse, staffage, mit schauspielern, die nur seinetwegen da sind, big-brother-fernsehen mit hunderten versteckter kameras und künstlichem wetter - mit ihm als hauptakteur 24 stunden am tag auf sendung! Schon als baby wurde er in diese virtuelle umgebung gebracht, seither nahm die gesamte fernsehnation an seinem leben teil.
Nachdem er diese wahrheit herausgefunden hat, lässt er sich durch kein ablenkungsmanöver mehr davon abhalten, buchstäblich das ende seiner welt zu erreichen.

Das wirklich erstaunliche an dem film ist Jim Carreys darstellung des naiven Truman, eines Simplizissimus', der hier ganz aufs faxenmachen verzichtet. Ansonsten bleibt der film leider in seiner ausgangsidee stecken und ist somit kaum mehr als eine milde mediensatire in TWILIGHT ZONE-manier mit einem durchaus denkwürdigen schluss.

WELT AM DRAHT In diesem zusammenhang den fernsehzweiteiler von Rainer Werner Fassbinder aus dem jahr 1973 zu vergessen, wäre ein schweres versäumnis. Wie auch der 1999 von Roland Emmerich produzierte film THE 13th FLOOR basieren beide auf Daniel F. Galouyes roman "Simulacron 3" von 1964, der auch als "Counterfeit World " bekannt ist. Für marktforschungszwecke hat man hier - lange bevor es den begriff virtualisierung gab - mittels eines computers eine simulierte welt geschaffen, die gesellschaftliche und ökonomische prozesse nachbildet bzw. - ihre eigentliche aufgabe - sie vorwegnimmt, und die der unseren notabene recht ähnlich ist, mit (in grenzen) eigenständig handelnden individuen, ihren sorgen und nöten. Kompliziert wird es, alldieweil die erschaffer der simulierten welt sich in diese und in die bewusstseine ihrer protagonisten einklinken können und es, natürlich, zu problemen kommt.

Dreh- und angelpunkt sowohl der filme wie des romans ist die verschmelzung verschiedener realitätsebenen sowie die frage nach der manipulation (von anderen individuen) und den grenzen der freiheit des eigenen willens - so es denn einen gibt. Wir bewegen uns also durchaus auf vertrautem territorium, wenn auch die affinität zum universum eines Philip K. Dick vielleicht doch größer ist als die zum prisoneresken. Aber immerhin!

Es wäre kein Fassbinder-film, wenn er nicht wortlastig wäre und die handlung mäandernd, mehr als dem ohnehin komplexen plot gut tut. Michael Ballhaus' fluide kameraästhetik, die später zu seinem markenartikel wurde, zeichnet den visuellen stil aus. Keine leichte (fernseh-) kost, aber für die frühen 70er jahre fast schon normal, wenn man sich bewusst macht, was in dieser zeit im fernsehen alles "normal" war. NUMMER 6 lässt grüßen. TV-wiederholungen lassen sich an den fingern einer hand zählen. Eine kauf-DVD bzw. BD ist 2010 erschienen. Ganz anders da THE 13th FLOOR, die etwa zeitgleich wie THE MATRIX entstandene neukreation von 1999, die im noir-stil und genremäßiger, amerikanischer daherkommt, aber auch mit Armin Müller-Stahl in einer hauptrolle, ein ehemaliger Fassbinder-akteur.

THE PRISONER Spoiler! Jahrelang im gespräch und lang erwartet. Nach dem ausstieg des britischen senders Sky-One aus dem projekt im jahr 2007 erblickte das fernseh-remake von Patrick McGoohans kultklassiker THE PRISONER (1967) das licht der fernsehschirme zuerst am 15.11.2009 in den USA beim produzierenden sender AMC. Die vorabpresse war gut geölt, und ein neunminütiger trailer hatte zudem die erwartungen hochgeschraubt und lust auf mehr gemacht. Was das gespannte publikum dann an drei aufeinanderfolgenden abenden zu je zwei stunden sah, schlug sich in zeitungen und magazinen sowie internetforen in überwiegend extrem verhaltenen bis hin zu ätzenden und vernichtenden kommentaren nieder. Das hatte nun wirklich nichts mit dem surrealistisch-allegorischen wegbereiter des mystery-genres zu tun.

Und in der tat, auch die starbesetzung mit, allen voran, Ian "Lord of the Rings" McKellen als Nummer 2 und Jim "The Passion of Christ" Caviezel als neue Nummer 6 reißt letzten endes nicht aus dem feuer, was Bill Gallaghers drehbuchversion "verbrochen", sprich versäumt hat: eine konsistente erzählung abzugeben. Trotz aller vordergründigen handlungselemente samt verbeugung vor dem vorbild ist THE PRISONER (2009) weder ein sequel, gar ein prequel, noch ein spin-off des originals.

TELL THEM ALL I GOT OUT! IM BLICK
(2009): EPISODEN & SPOILER

MEHR: DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MISTER G

Obendrein hat nach meinungen von internetforen- und blogbenutzern der vorliegende stoff zu viel bei der mittlerweile in sechster staffel laufenden serie LOST abgekupfert. Persönlich kann ich dazu nichts sagen, ich kenne LOST nur von staffel 1 (mehr...). Das offensichtlichste prisonereske element bleibt der grobe handlungsfaden: Ein mann wird seiner identität beraubt, indem er an einen unbekannten, auf den ersten blick anheimelnden ort geschafft wird, aus dem heraus es aber keinen weg gibt, und mit einer nummer versehen. Die welt um ihn herum - in diesem fall das im namibischen Swakopmund teilweise real existierende Village - ist offenkundig nicht, was sie zu sein scheint. Und gewisse mächte wollen etwas wichtiges von ihm. Die sechs episodentitel sind ans 1967er original angelehnt.

An dieser stelle enden eigentlich die parallelen zwischen McGoohans und Gallaghers PRISONER. Diese neuschöpfung ist ein stylisches, ein marketingprodukt, dessen qualitäten zum teil im setting und produktionsdesign liegen, in den (realen) bauten des Villages samt seiner wüstenumgebung und im visuellen retrostil. Die dramatisierung, die auflösung von handlungsbestandteilen ist gewöhnungsbedürftig, milde gesprochen. Die figuren, weder 6 noch 2 und kaum eine der übrigen, wecken kein sonderliches interesse. Und mit einigem recht lässt sich sagen, ist auch nicht 6, sondern 2 hier die hauptperson.

Wer inhaltliche bezüge sucht, dürfte am ehesten außer bei LOST oder THE TRUMAN SHOW (wieder einmal) bei Philip K. Dick (+ 1982) und seinem roman "Ubik" fündig werden. Allerdings ist Dick mit seiner virtuellen realität diesem werk hier um lichtjahre voraus. Die sich im neuen Village auftuenden löcher sind in wirklichkeit die in Bill Gallaghers skript.

SHUTTER ISLAND Einen film von niemand geringerem als Martin Scorsese (2010) an dieser stelle würden vermutlich die wenigsten erwarten. Und doch trägt seine filmversion des gleichnamigen romans von Dennis Lehane alle merkmale des prisoneresken, mehr wahrscheinlich als die meisten der hier genannten filme, abzüglich jedoch Vincenzo Natalis CUBE.

Leonardo di Caprio gibt eine gute figur ab als alternative Nummer Sechs, sein veritabler gegenspieler ist Ben Kingsley, der auch der originalserie als Nummer Zwei sehr zu ehren gereicht hätte.
Di Caprio als US-marshall trifft zusammen mit einem kollegen auf Shutter Island ein, einer art gefängnisinsel weit draußen vor der amerikanischen ostküste. Aus der dort gelegenen irrenanstalt (wie man psychiatrische einrichtungen in den 50er jahren nannte), ist unter mysteriösen umständen eine patientin verschwunden, die als höchst gefährlich gilt. Di Caprios figur und sein kollege sollen den fall untersuchen. Kaum angekommen, stoßen sie jedoch auf eine mauer des schweigens sowohl beim anstaltsleiter (Kingsley) wie bei der belegschaft. Statt unterstützung zu erhalten, sehen sie sich bald den anstaltsinsassen gleichgestellt... Offensichtlich sind die dinge nicht so, wie es zunächst scheint.

Di Caprios charakter ist ein beschädigter. Schon die überfahrt auf der fähre nach Shutter Island steht unter keinem guten stern, ihm ist übel, das wetter ist stürmisch und unheil verkündend wie in den ersten seriensekunden von NUMMER 6. Er leidet unter dem trauma grausamer bilder aus seiner zeit als soldat im Zweiten Weltkrieg in Deutschland, wo er bei der befreiung des konzentrationslagers Dachau beteiligt war. Zudem ist seine frau bei einem brand ums leben gekommen. Aber sie spricht mit ihm. Und die verschwundene patientin taucht alsbald auf! Kurz, die zutaten sind überreich vorhanden: Realität und illusion, wahnsinn und normalität, persönlichkeitsstörung, Nazis, krieg und menschenversuche im Dritten Reich, die ihre fortsetzung in der pyschiatrie der nachkriegszeit finden, in geschlossenen anstalten an entlegenen orten, von denen es kein entkommen gibt.

Ein solider genrefilm des meisters, dessen größte schwäche gerade diese vielfalt an themen und motiven sind, die in viel zu viele wendungen bis hin zum schluss münden. Alles hat man schon in anderen filmen erlebt (die twist endings, wieder einmal, in der prototypischen TWILIGHT ZONE oder etwa in Robert Aldritchs WHAT EVER HAPPENED TO BABY JANE? aus dem jahr 1962). In der aufeinandertürmung wird leider nicht unbedingt eine neue qualität daraus. Aber sehenswerter als das PRISONER-remake von 2009 ist er allemal!

LESEN SIE AUCH: KAFKAESK...
LARRY HALL: DER PROZESS

 

 

PRISONERESQUE

The following texts are abridged versions of the above German articles.

What's specific and distinctive about THE PRISONER series has been described over the years by this term following the expression used by the Kafka research. This isn't the right place for going into an in-depth analysis. But basically, it's the dialogues, the images, the montage of associations and connotations that end up to be more than just the sum of its story plots all of them conveying the notion of uneasiness and dissonance. It is not known who and when first coined the expression or used it. It is, however, evident that it's been heavily under the influence from surrealistic currents. Probably the expression came into being in the wake of the first British TV rerun of THE PRISONER in 1976. These are the pricipal keywords:

- alienation of the protagonist, even from himself; questionable, or only little personal relationship at all;
- discontinuity and dissonance in terms of interaction with the "outside world" or the perception, disruption and the loss of it;

- identity/personality, fragmentation, damaged, absence or incompleteness of a civil name as with Kafka's protagonist "K" or "Number Six" being a cipher;
- reception: discomfort on the part of the audience through narrative blank positions, reflections/refractions and elliptical storytelling.

Thus, "Dance Of The Dead" can be considered the protoype of episode that encompasses the overall prisoneresque feeling. Little wonder, then, that in the wake of the PRISONER's premiere in 1967 television series, from time to time, showed up displaying at the least PRISONER motives and themes.

THE TRIAL Honour to whom honour is due. In some respect the prisoneresque is the extension of the Kafkaesque. Rather than being based on Franz Kafkas novel (originating in 1914) THE PRISONER is rooted in the theatrical movie by Orson Welles made in 1962, its eerie images shot mostly on various European locations. Main character Josef K. one morning finds himself stripped of his identity as he is arrested by mysterious men. He is accused for unknown reasons and is then set "free" but finds that by now his life has completely changed.

LARRY HALL: THE TRIAL (GERMAN LANGUAGE)

Orson Welles creates expressionistic nightmarish images, some of them were recreated for THE PRISONER series, e.g. the black corridor szene or various other scenes from the "Dance Of The Dead" episode.

TWIN PEAKS The TWIN PEAKS series was surrealistically and twisted laid out by movie director David Lynch who went into exploring the mental disposition of remote provincial (media) US rather than solving the murder of victim Laura Palmer. A cornerstone in TV series business but not too easily to grasp.

NOWHERE MAN This US-production about a professional photo journalist suddenly losing his identity because of becoming involved in an obscure scheme, sadly rather sooner than later found itself hot on THE FUGITIVE trail without being capable of creating a genuine PRISONER touch.

LOST Most recently the series LOST was hailed for being closest to the PRISONER touch. At its centre of the action a group of survivors of an airplane crash on a presumably uninhabited tropical island must deal with apparently both, real and supernatural adversaries. Thus, and with no surprise, there are "others" on the island, too. Its creator was cited to have been heavily influenced by THE PRISONER. This sounds a bit strange, though, regarding the final product. But if we're supposed to take it for face value then Roger Thornhill, Hitchcock's inadvertent hero from NORTH BY NORTHWEST, surely is Number Six' father, Patrick McGoohan's character. Hard to detect any genuine PRISONER undercurrents.

The concept of LOST quickly wears thin. One reason for this is the much-too-frequent use of dramatically and otherwise useless flashbacks with the obvious purpose of stretching screen time and with no viable solution for piled-up suggestions and indications of the many laid out red herrings.

MAN IN A SUITCASE Like THE PRISONER, MAN IN A SUITCASE was an ITC production of 1968. Although being a more straightforward action-adventure show both series have some things in common, even ex negativo. Thus, composer Ron Grainer created both their title themes. The two principal characters were loners. Almost like THE PRISONER's enciphering of its people by assigning numbers the central character was known only abstractly by his family name, if it was one. The estranged McGill had been an intelligence man, too (of the US). In the effort to prove his innocence from high treason that he had been charged with, when actually he had been framed by some of his former colleagues, he would travel through Europe, but his world was almost as narrow and constricted as was the one of Number Six. His life, his identity fitted into the suitcase mentioned. And both enjoy a good deal paranoia.

For sure, there's hardly any of THE PRISONER's symbolism in MAN IN A SUITCASE. It did have nothing of the McGoohan clear-cut TV entertainment ideal. But it managed to survive and pave the way for a more "realistic" albeit cynical, pessimistic and almost nihilistic view of politics as a nasty business which has become a commonplace in modern TV crime series. This influence would ultimately lead to an in-joke in Kiefer Sutherland's series 24 (more...). One of the CTU agents of the 5th season was called "McGill" and it is him who sacrifices himself to save the life of Sutherland's Jack Bauer character. Ha, ha.

36 HOURS On the feature film side 36 HOURS, directed by George Seaton in 1964, deserves the the most prisoneresque attribute until now. James Garner is Major Pike, an intelligence man of the Western allies during WW II falls unconscious and awakes in a quiet rehabilitation camp apparently run by the US Army. He is told he had been in a coma for a considerable period of time and now the war is over! Of course, it turns out it's a meticulous Nazi scheme to extract valuable information from him on the imminent allied Normandie invasion in 1944.
No George "PRISONER" Markstein references here, it seems. But the outset of this movie - after a story by writer Roald Dahl - is great. Also, there's some twist in our feelings as to the Nazi plot - we do care a little it might be working...

CUBE Is it possible that 36 HOURS and the film CUBE made by Canadian director Vincenzo Natali (1997), unlikely as it seems, could be aligned? It is indeed, but in the case of CUBE - and with regard to THE PRISONER - it's the metaphysical dimension that reverses any action or plot similarities to the former. Six humans find themselves trapped in a cubic room of shimmering walls with hatchdoors on every wall, the floor and ceiling, leading into further cubic rooms, some of them fitted with lethal devices (the seventh person already got killed before the credit sequence), but which is wich? The six struggle and even fight each other to resolve their situation. Who brought them here and why? The group tries to reach the outside wall. It is thought that there must be cubes inside of a gigantic outer cube with all of them constantly moving according to some mysterious schedule.

The metaphoric image is obvious, also is the labyrinthine large cube with its small inner cubes corresponding to the game of chess in THE PRSIONER, the action constricted to a "real" prison, the test tube-like array of the whole set.
But until the end no real clues are given. It's an autist who eventually steps through the outer wall door (?) into a glittering flood of white light. Thus a satisfactory conclusion? It is.

THE TRUMAN SHOW Made in 1998 by Peter Weir, the film plays with set pieces and images well known from THE PRISONER. Such as the ever-present camera surveillance and the lovingly but pampered everyday life of some white american middle-class picture postcard suburbia. There protagonist Truman Burbank all of a sudden is almost slain by a studio spotlight falling out of the sky. That's when doubt about the real nature of his life and his environment arises. And he is damn right. Because everthing around him is virtually a set with real-life props, actors playing only because of him, artificial weather and big-brother cameras all about the place, broadcasting nationwide 24-hours-on-air. Since he was born he's been living in this virtual world. And after he finds out what's really going on there's no holding back for him. He sets out to reach the boundaries of his world.

What's amazing about the movie is the character Jim Carrey plays without any fooling around. Sadly, the rest of the movie remains a mild satire of the mass media worth a TWILIGHT ZONE episode, but with a remarkable conclusion.

WELT AM DRAHT ("World by Wire") A German made-for-TV movie from 1973 directed by the famous late Rainer Werner Fassbinder and created from the novel "Simulacron 3" (or else "Counterfeit World") by Daniel F. Galouye from 1964. The novel was remade into a theatrical movie in 1999 as THE 13th FLOOR and produced by also German Hollywood director Roland Emmerich. Former Fassbinder actor Armin Müller-Stahl is one of the lead characters.
At the centre of the novel scientists have created a parallel world within a computer to do market analyses. The project then encounters problems as soon as some of those responsible mingle into the virtual world they created and the individual minds of its inhabitants.

Whereas the Fassbinder film is a rather wordy and meanderdering treatment, enhanced by Michael Ballhaus' fluid visual style, THE 13th FLOOR is more straightforward action.

Both movies and the novel question the validity of our perception of reality, individuality and - if indeed there is one - free will and, in turn, the manipulation of both.

THE PRISONER A reworking of Patrick McGoohan's 1967 landmark television masterpiece THE PRISONER had been on the agenda for a long time. It was finally made by the collaborating TV companies AMC and ITV after the other British Sky-One had stepped down from the project in 2007. On Nov. 15., 2009 THE PRISONER - well, sort of - remake premiered in the USA on AMC TV.

But preview comments, newspaper and internet user opinions shortly after the first run turned out to be everything but in favour of the show. They criticized, loathed and dismissed it, many were sarcastic about the script by Bill Gallagher and only few found the new approach successful. This thing, as it goes, did not retain the spirit of McGoohan's surrealistic and allegorical original.
And it is true, the whole dramatization is inconsistent and erratic to the point of being incomprehensible. Also, the characters are nearly unimpressive throughout.

THE PRISONER (2009) is a major disappointment. Its qualities being mainly the retro style production and the setting of the (partly real) Village in the Namibian desert. For all the narrative parallels and due nods to the famous precursor - a man being stripped of his identity, abducted to a seemingly pleasant place lead by a mysterious Number 2 where he is known as Number 6 and where there is no way of leaving, a big white bubble foiling any escape attempt etc. - it is neither a sequel nor a prequel or else a spin-off of the 1967 version. Those searching for references will find overt elements in past productions like THE TRUMAN SHOW, current installations like LOST and literary ideas as created (once again) by American novelist Philip K. Dick (+ 1982), especially in his 1969 novel "Ubik".

SHUTTER ISLAND is a film by master-director Martin Scorsese (2010) featuring Leonardi di Caprio as a potential and apt Number Six type. Di Caprio plays a US Marshall who, together with his colleague, is assigned on a search mission after a woman who disappeared from a mental ward, a prison-like institution on a remote island, who is considered to be a major threat. They are not made very welcome, however, in this kind of village and Ben Kingsley makes for a veritable Number Two opponent. Soon after their arrival by boat a heavy thunderstorm sets in, an event apparently changing their status from investigators to inmates. What's more, the di Caprio character experiences horrible visions of his past and his ex wife who died in a blaze. Did she? Not everything here is what it appears to be.

The weak point of the film is that it wants too much: World War II, Nazis, medical tests on humans, the frailty of what we call reality. A number of red herrings, too many in fact, are laid out. of which we've seen a lot before anywhere else in movies. But the film nontheless offers enough enjoyable and intriguing aspects to sit through.

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