THE TALLY HO READ ALL ABOUT IT!
THE TALLY HO TOP 20 MERKMALE DER SERIE
THE TALLY HO WAS WAR... CHRONIK 1969
THE TALLY HO
WAS WAR... THEMEN 2009
VILLAGE BOOKSHELF LITERATUR UND QUELLEN
BLICK ANDERSWO GELESEN

BLICK
BILDER AUS WALES - REISENOTIZEN
BLICK
KLEINE PANORAMEN
BLICK NUMMER 6 - PRISONER CONVENTION
RÜCKBLICK 1969: DEUTSCHE FERNSEHPREMIERE
RÜCKBLICK
2006: DVD - IN UND AUS DER PRESSE
RÜCKBLICK 2010: ARTE BRINGT NUMMER 6 ZURÜCK
RÜCKBLICK
MISTER SECHS WILL NICHT KÜSSEN
RÜCKBLICK
ZDF-ANSAGE
DAVE BARRIE
...IM INTERVIEW
THE MARKSTEIN-McGOOHAN DEBATE

THE MAJESTY OF "FALL OUT"

"FALL OUT": THE IMPOSSIBLE DREAM

"DEMASKIERUNG": DER UNMÖGLICHE TRAUM

I'M INDEPENDENT, DON'T FORGET
SEVEN FROM SIX

RAKOFF'S FABLES - INTERVIEW MIT IAN L. RAKOFF

"DIE ANKLAGE": DUNKLE TRÄUME UND LANGE SCHATTEN

ARNO BAUMGÄRTEL
IM DORF - EINE LINGUISTISCHE LANDPARTIE

AKTENABLAGE: VON EPISODEN, DIE KEINE WAREN
DER AKADEMISCHE PRISONER

BLICK: BILDER AUS WALES - KLEINE PANORAMEN

BLICK: PRISONER-CONVENTION
PORTMEIRION: BAUTEN IN BILDERN
THE AMC PRISONER (2009) MINISERIE
WER SIND SIE? - DIE NEUE NUMMER SECHS

ARNO BAUMGÄRTEL & MICHAEL BRÜNE
DIE DEUTSCHE DVD

NUMMER 6 - NICHT DER GEFANGENE
ARNO BAUMGÄRTEL & B. FRANK
AUF DIE REIH GEBRACHT (1) DIE REIHENFOLGE

TOBIAS BECKER
ZIRKULÄRE REALITÄT

FRANK T. BITTERHOF
DIE OFFENBARUNG - THE PRISONER ALS BLU-RAY

M. KEITH BOOKER
DER POSTMODERNE PRISONER

TIM BOURNE
DIE SECHS-IDENTITÄT (INTERVIEW)
MICHAEL BRÜNE
EPISODEN-TRANSKRIPT "DIE ANKUNFT"
AUF DIE REIH GEBRACHT (2) DIE REIHENFOLGE

DIE ANTHONY-SKENE-TRILOGIE
MARTIN COMPART
SOAPS: FERNSEHSERIEN...

ANTHONY DAVIS
PRISONER PRESS LAUNCH 1967

PATRICK DUCHER
JE NE SUIS PAS UN NUMÉRO, JE SUIS UN HOMME LIBRE!

ROBERT FAIRCLOUGH
POP UND POLITIK

HOWARD FOY
ES WAR EINMAL EIN TRIP...

B. FRANK
McGOOHAN & BOND

CAROLINE FUCHS
REALITY AND SIMULATION IN THE PRISONER

GUILLAUME GRANIER
SCHÖNER TAG! - SPÄTER REGNET ES.

LARRY HALL
ORSON WELLES: DER PROZESS

WHAT IT MEANS, NOT WHAT IT SAYS
HELGA HELLER
PORTRÄT EINES EXZENTRIKERS

MAX HORA
...IM INTERVIEW

MAX HORA & ROGER LANGLEY
6 PRIVATE - DAS HAUS VON NUMMER SECHS

HARALD KELLER
WIR SEHEN UNS - WIEDER

ÜBER NOWHERE MAN

NUMMER SECHS
INTERVIEW MIT BERND RUMPF

ROGER LANGLEY
(ZEIT-) REISE NACH PORTMEIRION

PRISONER'S PORTMEIRION:
DER ORIGINALSCHAUPLATZ
BÜHNENSTÜCK -
SET PIECE: DIE STUDIOBAUTEN
WARUM HABEN SIE SICH ZURÜCKGEZOGEN?

FINAL CUT: MYSTERIUM DER FEHLENDEN SZENEN

PUTTING THE PRISONER IN ORDER (3) DIE REIHENFOLGE

COOL CUSTOMER - PROFIL: GEORGE MARKSTEIN

DAS LA-TAPE

MOOR LARKIN
ICH BIN EIN BERLINER

JEAN-MARC LOFFICIER
NUMMER 6 ODER DAS GESPENST DER FREIHEIT

KEVIN PATRICK MAHONEY
DER ANARCHISCHE PRISONER

PATRICK McGOOHAN
DAS TROYER-INTERVIEW

DAS LA-TAPE

IM GESPRÄCH MIT MIKE TOMKIES
RUHM WIRD MICH NIE ZUM GEFANGENEN MACHEN

INTERVIEW MIT BILL KING
DER MANN HINTER NUMMER 6

INTERVIEW MIT ALAIN CARRAZÉ
THE PRISONER

BBC-INTERVIEW MIT SIMON BATES
DIE FIGUR IST NATÜRLICH REIN FIKTIV

RICK McGRATH
35th ANNIVERSARY DVD-SET

MARY MORRIS, NORMA WEST
INTERVIEW MIT TOM WORRALL

JANA MÜLLER
ZUFÄLLIGE ENTDECKUNG UND DANN NOCH EIN IRRTUM

"DER SCHWARM"

JANA MÜLLER & ARNO BAUMGÄRTEL
IMMER NOCH NUMMER 6?

HORST NAUMANN
INTERVIEW MIT UWE HUBER

STEVE RAINES
...IM INTERVIEW

STEVEN RICKS
MGM - STUDIO DAYS

STUDIO DAYS: THE MGM BACKLOT

CHRIS RODLEY
DAS EISBERG-SYNDROM - SIX INTO ONE...

INTERVIEW MIT GEORGE MARKSTEIN

ZIAUDDINE SARDAR
WIR SEHEN UNS! - DIE POSTMODERNE UND DAS ANDERE

WARNER TROYER
INTERVIEW MIT PATRICK McGOOHAN

CHRISTOPH WINDER
ICH BIN KEINE NUMMER, ICH BIN EIN MENSCH

VALARIE ZIEGLER
THE PRISONER'S SHADOW SIDE

 

The Prisoner Nummer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


6

 

SEITENBLICK:

ANDERSWO GELESEN
 

AUTOREN:

BEITRÄGE VON...
 

INTERVIEWS:

Nr6DE MIT
DAVE BARRIE
Nr6DE MIT
TIM BOURNE
Nr6DE MIT
MAX HORA
CHRIS RODLEY MIT
GEORGE MARKSTEIN
SIMON BATES (BBC) MIT
PATRICK McGOOHAN
ALAIN CARRAZÉ MIT
PATRICK McGOOHAN
BILL KING MIT
PATRICK McGOOHAN
MIKE TOMKIES MIT
PATRICK McGOOHAN
WARNER TROYER MIT
PATRICK McGOOHAN
TOM WORRALL MIT
MARY MORRIS, N. WEST
UWE HUBER MIT
HORST NAUMANN
Nr6DE MIT
STEVE RAINES
DAVE BARRIE MIT
IAN L. RAKOFF
HARALD KELLER MIT
BERND RUMPF

 

SPEEDLEARN

 

THE TALLY HO

Read all about it!

 
 

"DIE FIGUR IST
NATÜRLICH REIN FIKTIV"

PATRICK McGOOHAN IM
BBC-INTERVIEW MIT SIMON BATES

Die Firma Caterham Cars, die 1971 von Lotus die Rechte am legendären Lotus 7 gekauft hatte und diesen bis heute nachbaut, hatte 1990 eine "Prisoner Special Edition" aufgelegt, die auf der NEC Birmingham Motor Show 1990 vorgestellt wurde. Ein Exemplar

   

dieser Sonderserie wurde als Geschenk an Patrick McGoohan übergeben, der seinen Wagen persönlich im Rahmen einer Promotion-Veranstaltung in Birmingham abholte.

AUS DEM ENGLISCHEN VON MICHAEL KIMPEL

Lassen Sie uns den Tatsachen ins Gesicht sehen, dieser Mann spricht nicht sehr oft mit der Presse, eigentlich tut er dies überhaupt nicht. Er ist seit acht Jahren nicht mehr in Großbritannien gewesen. Wir haben erfahren, dass er hier in Birmingham auf der Automobil-Ausstellung ist, um seinen Caterham Super 7 in Empfang zu nehmen. Der Caterham Super 7 ist ein Nachbau des originalen Prisoner-Sportwagens und wir witterten eine Chance für ein Interview und haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt.

Patrick McGoohan ist im Wesentlichen nur bekannt für zwei ausgesprochen einflussreiche Fernsehserien der 60er Jahre, DANGER MAN und THE PRISONER. Beide Serien unterschieden sich um insgesamt weniger als 60 Folgen, da erscheint uns der

Mann, der dahinter steckt, als eine Art Phänomen ["Danger Man" hatte 86 Folgen in 4 Staffeln, "The Prisoner" hatte 17 Folgen; Ü.]. Nun, er wird sicher nicht in Versuchung geraten, hier drüben zu arbeiten; es gibt Gerüchte über einen Prisoner-Spielfilm, es gab zahlreiche Anfragen, also dachte ich, ich beginne das Interview (da er sich sehr viel Gedanken darüber gemacht hatte, dieses Interview zu geben und eine Menge Überredungskunst nötig war) am besten mit einem Gespräch über das Auto und wie ein Auto einen Mann in Versuchung führen kann, der sich normalerweise gern versteckt.

Simon Bates: Ist er eventuell selbst ein Autonarr?

Patrick McGoohan: Nun, so verrückt bin ich auch wieder nicht.

Bates: Verrückt genug, um Interesse an diesem Wagen zu zeigen.

McGoohan: Oh, dieses Auto ist mehr als nur ein Auto, es steht als Symbol für die Persönlichkeit, die ich in THE PRISONER gespielt habe und darum habe ich gerade dieses Fahrzeug ausgesucht, weil es eine Art von Einfachheit hat und einen etwas rebellischen Geist. (Lacht) Es war der richtige Wagen, nun sehe ich ihn wieder nach all den Jahren, ich bin überzeugt, es war die richtige Wahl. Klar, mir liegt viel daran. Ich hatte mal einen sehr alten Aston Martin von 1929…

Bates: Tatsächlich?

McGoohan: Den habe jeden Morgen als erstes gestreichelt und Öl nachgefüllt.

Bates: Den haben Sie vermutlich zu einer Zeit gekauft, als Aston Martin keine besondere Wertschätzung genossen hat.

McGoohan: Das stimmt, es war der einzige Wagen, den ich mit Gewinn weiterverkauft habe. (Lacht) Ich habe ungefähr 250 Pfund dafür bezahlt und ihn für 275 Pfund verkauft.

Interviews mit Patrick McGoohan sind nicht so selten, wie man aufgrund des öffentlichkeitsscheuen verhaltens des hauptdarstellers, produzenten und regisseurs von NUMMER 6 geneigt ist zu glauben. Eine (mutmaßlich) vollständige sammlung findet man hier.

DAS TROYER-INTERVIEW MIT PATRICK McGOOHAN
PATRICK McGOOHAN: INTERVIEW MIT MIKE TOMKIES
PATRICK McGOOHAN: INTERVIEW MIT BILL KING
PATRICK McGOOHAN: INTERVIEW MIT ALAIN CARRAZÉ
INDIVIDUALISTISCHES FAHRZEUG: KAR120C
CHRIS RODLEY: DAS EISBERG-SYNDROM
DAVE BARRIE: DER UNMÖGLICHE TRAUM

Bates: Und es seitdem bedauert.

McGoohan: So ist es.

Bates: Wenn ich es richtig verstanden habe, haben Sie einmal eine Rolle abgelehnt, weil das Auto nicht zum Hauptdarsteller gepasst hat?

McGoohan: Sie sprechen über SIMON TEMPLAR.

Bates: Ja.

McGoohan: Das stimmt. Ich fand es ziemlich merkwürdig, denn weil ich als Jugendlicher all diese Leslie Charteris Geschichten gelesen hatte und die Titelrolle in meinem Kopf sozusagen nachgespielt habe, ihn also ganz gut kannte und beim ersten Treffen mit diesen Leuten sagten sie, "Wir haben das richtige Auto gefunden", und wenn Sie sich erinnern, falls Sie es gelesen haben, dann hatte S.T. ein tolles Auto in jeder Hauptstadt der Welt, einen Bugatti irgendwo in der Garage, einen Lancia, Ferrari, was auch immer, und sie erzählten mir, wir haben da einen tollen Vertrag, wir kriegen einen neuen Volvo alle sechs Monate. Nicht, dass ich etwas gegen einen Volvo hätte, aber für S.T. ist das nicht ganz das richtige Auto.

Bates: Lohnt es sich, deswegen eine Rolle auszuschlagen?

McGoohan: Es bedeutet für mich, dass das ganze Konzept mit allem was zu dem Stil dieser Serie gehört, nicht stimmt, so sehe ich das, und damit möchte ich keineswegs die Leistung von Roger (Moore) schmälern, der einen guten Job gemacht hat.

Bates: Vermutlich waren Sie damals sehr gefragt, man geht normalerweise nicht zu einem Schauspieler und fragt, "Was würden Sie denn gerne machen, womit sind Sie zur Zeit beschäftigt?" und das war in den frühen Sechzigern, nicht wahr, und zu dieser Zeit waren Sie sehr gefragt und ein junger ehrgeiziger Schauspieler. Was haben die gesagt, als Sie die Rolle ablehnten, weil Ihnen das Auto nicht passte?

McGoohan: Ein junger ehrgeiziger Schauspieler; ich kann mich nicht erinnern, dass ich das jemals gewesen wäre! (Lacht) Vielleicht hätte ich das sein sollen, das wäre dann vielleicht eine andere Geschichte geworden. Was sie gesagt haben? Sie haben es akzeptiert weil das wiederum der Stil eines Mannes wie Lew Grade war und ist und er sagte: "Schön, Sie übernehmen es also nicht, was werden Sie dann tun?" und ich antwortete "Ich werde diese ungewöhnliche Geschichte realisieren, die ich geschaffen habe."

Bates: Sie haben seine Sixtinische Kapelle in vielerlei Hinsicht ausgemalt.

McGoohan: Ja, vielleicht. Netter Vergleich.

Bates: Sie sind mit ihm ganz gut ausgekommen.

McGoohan: Das ist richtig. Wir hatten ein ausgezeichnetes Verhältnis zueinander.

Bates: Er ist eine großartige Persönlichkeit, er erzählt interessante Geschichten über Sie.

McGoohan: Tatsächlich?

Bates: Aber immer gute Geschichten…

McGoohan: Das hoffe ich doch.

Bates: … und die Geschichte geht so, dass Sie zu ihm kamen mit dem Entwurf zu THE PRISONER unterm Arm und er sagte zu Ihnen: "Gut, legen Sie los und machen Sie es."

McGoohan: Ja, er sagte "Das ist so verrückt, das könnte funktionieren, gehen wir's an" und dann gab er mir freie Hand, das ist schon ungewöhnlich.

Bates: Ich spreche hier mit Patrick McGoohan, der in seinem Arbeitsleben als Darsteller die verschiedensten Rollen gespielt hat und es verdient, nicht nur als das Gesicht des zornigen jungen Mannes aus den Sechzigern wahrgenommen zu werden. Ich will damit sagen, dieser Mann hat für das Fernsehen gearbeitet, war im Radio und auf der Leinwand auf drei Kontinenten. Aber gleichzeitig ist er Autor und Regisseur, was bedeutet, dass er irgendeine aus einem halben Dutzend verschiedener Tätigkeiten ausüben könnte. Als was sieht er sich am ehesten?

McGoohan: Hauptsächlich als Autor. Ich schreibe die ganze Zeit und habe eine ganze Reihe Bücher verfasst, von denen eines nächstes Jahr veröffentlicht werden wird, wenn ich es fertig überarbeitet habe.

Bates: Können wir uns darüber unterhalten?

McGoohan: Nicht viel.

Bates: Warum nicht?

McGoohan: Weil ich immer noch daran arbeite und man sich über ungelegte Eier keine Gedanken machen sollte. Es ist etwas Literarisches.

Bates: Ein Roman?

McGoohan: Ja, definitiv.

Bates: Wo spielt er?

McGoohan: Also, ich kann nur sagen, dass der Titel "Oasis" sein soll.

Bates: Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, Sie zu fragen, weil ich Sie fragen möchte, worum es dabei geht, also worum geht es?

McGoohan: Also das kann ich Ihnen nicht sagen, wir können uns jetzt irgendeinen anderen Titel aus den Fingern saugen, nennen wir es entweder "Von A bis Z" oder "Eier".

Bates: Upps, das war ziemlich deutlich. (Gelächter)

McGoohan: Jetzt wissen Sie alles darüber und das andere Buch heißt "Escape", das sollte Ihnen Hinweis genug sein.

Bates: Sie leben inzwischen in Amerika.

McGoohan: Ja.

Bates: Drei verschiedene Leben, das irische, das britische und das amerikanische. Als Sie nach Amerika gingen, war das um der Art von Aufmerksamkeit zu entgehen, die Ihnen in Großbritannien widerfahren ist?

McGoohan: Für mich war es einfach nur eine Veränderung, das ist alles, und es wird für mich möglicherweise in nächster Zukunft wieder eine Veränderung geben, ich habe mich noch nicht entschieden, wohin es gehen soll. Es ist irgendwie ein schönes Gefühl, wieder hierher zurückzukehren, das ist mein erster Besuch seit acht Jahren und ich mag es sehr.

Bates: Wo leben Sie in den Staaten?

McGoohan: Ich wohne in einem Ort namens Pacific Palisades, der nördlich von Los Angeles und landeinwärts von Malibu liegt, ich bin sicher Sie haben davon gehört, vielleicht waren Sie sogar schon mal da. Pacific Palisades hat immer noch die Atmosphäre eines kleinen Dorfes, eines Landstädtchens, dort kann man in einen Laden gehen und wenn man nicht genug Bargeld einstecken hat, sagt der Ladeninhaber "Bezahlen Sie es das nächste Mal", das ist heutzutage in manchen Gegenden ungewöhnlich. Das ist schon sehr angenehm.

Bates: Nun denn, abgesehen von gelegentlichen Wiederholungen von THE PRISONER sehen wir Patrick McGoohan nur in Spielfilmen wie EISSTATION ZEBRA alle 3 Monate auf BBC und bei gelegentlichen Kurzauftritten. Er ist ausgesprochen selten auf britischen Bildschirmen zu sehen und als wir zum Gespräch Platz nahmen –dies nur als Randbemerkung, hatte er vor diesem Interview genauso viel Bammel wie ich – da haben wir erst mal alle aus diesem Raum fortgeschickt, da er es, wie er sagte, nicht mag, sich vor anderen Leuten in Szene zu setzen und ich frage mich, wie er damit auf einer professionellen Ebene klarkommt.

McGoohan: Ich glaube, ich bin einer von wenigen Schauspielern, der von seinem eigenen Agenten gefeuert wurde, weil ich es tatsächlich abgelehnt habe …

Bates: Ach kommen Sie, erzählen Sie weiter, das klingt wundervoll …

McGoohan: Nein, ich kann nicht, ich meine, sie haben gefragt, was ist denn der Grund, aber wie auch immer…

Bates: Nein, nein, nein, so kommen Sie mir nicht davon! Das klingt nach einer großartigen Story.

McGoohan: Es gibt einen Menschen, dem ich nichts ablehnen kann, das ist Peter Falk und COLUMBO, er hat mich neulich erst angerufen und ich gerade eben, ich glaube die Folge wurde im März gesendet.

Bates: Dieses COLUMBO-Special?

McGoohan: Ja, das habe ich selbst geschrieben, dabei Regie geführt und eine Rolle gespielt. Das habe ich bei COLUMBO einige Male getan und es hat mir enorm viel Spaß gemacht, es ist großartig mit Peter zu arbeiten.

Bates: Sagen Sie uns auch warum?

McGoohan: Weil es so der leichteste Weg ist und man niemand die Schuld geben kann, es ist der eigene Fehler, wenn es schief geht. Wie auch bei THE PRISONER, da kann ich auch niemand die Schuld in die Schuhe schieben, falls etwas falsch gelaufen wäre. Aus diesem Grund ist das für mich die einfachste Art zu arbeiten und ganz besonders, wenn man mit einem so sympathischen Menschen wie Peter zusammenarbeitet, wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander, es funktioniert extrem gut.

Bates: Jetzt lächeln Sie gerade darüber, es macht Ihnen offensichtlich Spaß und ich frage mich deshalb, ob Sie sich jetzt wieder zu den Fernsehserien hingezogen fühlen?

McGoohan: Zu Fernsehserien, ja, falls die andere Sache, die ich gerade am Schreiben bin, sich verwirklichen lässt, dann werde ich einen neuen Vorstoß wagen, wenn es zu den selben schwer erzielbaren Bedingungen ist, die ich bei Lord Grade hatte und die da lauteten: Wir glauben an das, was Sie vorhaben, legen Sie los damit, wir geben Ihnen freie Hand. Und man respektiert das vorgegebene Budget einigermaßen und versucht es in angemessener Zeit für das Publikum hinzukriegen. Das würde ich tun.

Bates: Sie sehen, was ich meine, er ist ein harter Zuchtmeister, meiner Meinung nach. Aber ebenso ist er ein sehr, sehr charmanter Mann. Er sieht gut aus, trägt zurzeit einen Bart und hat diesen leicht amerikanischen Akzent wie zu Zeiten von DANGER MAN und THE PRISONER. Andererseits ist er sehr britisch und spricht nicht gerne über THE PRISONER, was er nie getan hat und ich fragte ihn, ob es letztendlich für ihn ein Meilenstein oder ein Mühlstein war? Erlaubt er überhaupt, dass man sich 1990 mit ihm darüber unterhält, fast 23 Jahre nachdem die Serie entstanden ist?

McGoohan: Nicht allzu gern, denn wenn es vorbei ist, wenn ich die letzte Folge geschnitten und abgeliefert habe, kann ich nichts mehr daran ändern und das Werk, wenn man es denn so nennen mag, muss für sich selbst stehen. Aber gelegentlich erhebt es sein hässliches Haupt.

Bates: Haben Sie bei der Produktion eine Vorstellung davon gehabt, wie viel Einfluss es einmal haben würde?

McGoohan: Nein, keine Spur.

Bates: Es scheint, dass Sie sehr hart daran gearbeitet haben?

McGoohan: Oh ja, es war sehr harte Arbeit, weil ich eine Menge Jobs dabei selbst gemacht habe, Schreiben, Regie usw., Produktion, meine eigene Firma hat es produziert, trotzdem war es eine sehr befriedigende Arbeit, denn wie Sie sicher wissen, wenn man so viel Freude an der Arbeit hat spielt es keine Rolle wie viele Stunden man arbeitet. Also mir hat die Arbeit Freude gemacht aber es kam mir niemals in den Sinn, dass man heute noch darüber reden würde.

Bates: Haben Sie in letzter Zeit mal wieder eine Folge gesehen?

McGoohan: Ein oder zwei Folgen habe ich ein paarmal gesehen, mehr nicht, weil die Gefahr besteht, dass man sie verbessern will, überarbeiten oder neu machen und dann ist man nie zufrieden. Gelegentlich ist da eine Einstellung wo ich sage, die ist in Ordnung, die lassen wir so (Gelächter) aber ich sehe das nicht als mein Hobby an.

Bates: Gab es irgendwas von McGoohan persönlich in der Serie oder ist alles rein fiktiv?

McGoohan: Ich gehe mal davon aus, wenn man etwas von dieser Art entworfen hat, dann muss ein gewisser Anteil des eigenen Selbst darin enthalten sein und ich würde sagen, ja, es gab einen gewissen Teil, aber die Figur ist natürlich rein fiktiv.

Bates: Das sagen Sie immer…

McGoohan: Stimmt.

Bates: Und es gefällt Ihnen. Ich weiß nicht, ob Sie es mitkriegen welches eigenartige Lächeln sie draufhaben, wenn Sie sagen, dass die Figur des PRISONER natürlich rein fiktiv ist.

McGoohan: Natürlich. Selbstverständlich. Jede Ähnlichkeit mit meiner Person ist absolut unbeabsichtigt (lacht).

Bates: Können Sie sich noch an irgendetwas aus dem PRISONER erinnern, da Sie ja so hart daran gearbeitet haben?

McGoohan: Ob ich mich noch an etwas erinnern kann? Ich kann mich an jede Szene, an jede Kameraeinstellung erinnern. Wenn ich zwei Minuten aus irgendeiner beliebigen Folge sehen würde, könnte ich Ihnen genau sagen, wie sie sich von da an Szene für Szene weiterentwickelt hat.

Bates: Hat es sich in ihr Gedächtnis eingeprägt, weil Sie so hart daran gearbeitet haben?

McGoohan: Ich glaube, wenn man sich so intensiv mit einer Sache beschäftigt, das Drehbuch schreibt, die Produktion übernimmt und sich um die Kostüme und den Kulissenaufbau kümmert, dann brennt sich das tief ins Unterbewusstsein ein und geht nie wieder weg.

Bates: Befassen Sie sich mit den Menschen, die sich dermaßen für THE PRISONER begeistern, dass sie ihretwegen Fanclubs gründen, lehnen Sie so etwas ab oder begrüßen Sie es?

McGoohan: Also Fanclubs können ganz sinnvoll sein, solange sie sich nicht in Richtung Kult entwickeln und wenn der Kult überhandnimmt, können sie ein wenig lästig werden weil sie die ursprüngliche Absicht ihrer Gründung aus den Augen verlieren, nämlich die Würdigung von etwas, das es ihnen wert erschien. Aber wenn der Kult zum Selbstzweck wird und man das Ziel aus den Augen verliert, kann es ziemlich lästig werden. Ich glaube, Sie wissen genau was ich meine.

Bates: Ist der Prisoner entkommen?

McGoohan: Nein, er ist nie entkommen. Ich meine, Sie sind Gefangener von irgendetwas, jedermann ist Gefangener von irgendetwas, man entkommt, wenn man befreit wird durch den Tod, schätze ich. Es ist die endgültige Befreiung und wie und wohin man dann kommt und was danach geschieht, hängt davon ab, welche Art Gefangener man war. Man kann gleichermaßen ein Gefangener und frei sein, wenigstens auf Bewährung.

Bates: Es geht Ihnen immer noch im Kopf herum, oder?

McGoohan: Was, das Konzept? Ja, natürlich. Es spielt überall mit rein, nicht wahr?

DAS TROYER-INTERVIEW MIT PATRICK McGOOHAN
PATRICK McGOOHAN: INTERVIEW MIT MIKE TOMKIES
PATRICK McGOOHAN: INTERVIEW MIT BILL KING
PATRICK McGOOHAN: INTERVIEW MIT ALAIN CARRAZÉ
INDIVIDUALISTISCHES FAHRZEUG: KAR120C
CHRIS RODLEY: DAS EISBERG-SYNDROM
DAVE BARRIE: DER UNMÖGLICHE TRAUM

McGOOHAN BEI DER FAHRZEUG-ÜBERGABE (FOTO: LARRY HALL)

Das interview mit Patrick McGoohan führte Simon Bates von BBC Radio 1 am Mittwoch, dem 17. Oktober 1990 in Birmingham. Es wurde im SIX-OF-ONE-mitgliedermagazin "Number Six" Nr. 27/1991 als beilage veröffentlicht, englische transkription von Karen Langley.

 


Contact impressum filmtexte - texts on film deutsch english language
  "Wir sehen uns!" oder L'année dernière au Village · The Prisoner · Nummer 6

 

seitenanfang

 

WIR SEHEN UNS! D
BE SEEING YOU! E
THE CAFE
FREE SEA
OLD PEOPLE'S HOME
CITIZENS ADVICE BUREAU
WALK ON THE GRASS
6 PRIVATE
2 PRIVATE
GENERAL STORES
TOWN HALL
LABOUR EXCHANGE
COUNCIL CHAMBER
BAND STAND
CHESS LAWN
www.match-cut.de
DISKURSE

MEHR INFORMATIONEN
SIX OF ONE · 601
THE VILLAGE · DER ORT
CAMERA OBSCURA
WER IST NUMMER 1?
DIE NEUE NUMMER 2
"WEISSER ALARM!"
VILLAGE FACT FILES
"MUSIK SAGT ALLES"
VILLAGE STORY BOOK
"DIE ANKUNFT" SKRIPT
SPEEDLEARN VERZ.
THE TALLY HO VERZ.
Nr6DE FREUNDE & FÖRDERER
NUMMER 6 WEBLINKS
TV-MAGIC WEBLINKS
IMPRESSUM | FEEDBACK

DIE ANKUNFT

DIE GLOCKEN VON BIG BEN
A. B. UND C.
FREIE WAHL
DER DOPPELGÄNGER
DER GENERAL
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
DIE ANKLAGE
SCHACHMATT
HAMMER ODER AMBOSS
DAS AMTSSIEGEL
SINNESWANDEL
2:2=2
HARMONY
---3-2-1-0
PAS DE DEUX
DEMASKIERUNG