Gießener Gesichter Paare Ostanlage

Kaum wiederzuerkennen die Stelle, wo dieses Foto einer Panzerkolonne der US-Armee, wahrscheinlich um 1945/46, aufgenommen wurde. Einzig die Grünanlage und ein vager Hinweis auf dem Wegweiser bieten einen Hinweis auf den Ort: die Ostanlage, die Kreuzung mit der Neuen Bäue, rechts die damalige Gartenstraße, heute Berliner Platz; der Platz vor dem Stadthaus und dem Kinocenter.

Vor dem Krieg stand hier das Haus der Gießener Freimaurerloge. Der Schutthaufen ganz rechts auf dem alten Foto ist alles, was übrig blieb. Auf dem Gelände hinter dem Stadthaus befand sich das städtische Gaswerk mit zwei Hochbehältern, die 1957 abgerissen wurden. Mitte der 70er Jahre entstand dort das Parkhaus Roonstraße. Ab 2006, nach dem Abriss des 1959 errichteten Behördenhochhauses an der Ostanlage, entstanden das heutige Stadthaus und nebenan die Polizeistation als Neu- und Ersatzbau. Das Behördenhochhaus war 1998 wegen fehlender Sanierungsmöglichkeiten abgebrochen worden. Neu erbaut wurde an der Ostanlage das frühere Landratsamt, heute Teil der THM.

Die prächtigen Villen entlang der Ostanlage bis hin zum Kennedyplatz sind fast alle verschwunden, die Reste erst zu Beginn der 60er Jahre. Aber das Villa Leutert genannte Haus kurz hinter dem Abzweig zur Wiesenstraße hat überlebt. Die einem Loire-Schloss nachempfundene Villa wurde Jahrzehnte von der US-Armee genutzt, in einem rückwärtigen Flachbau war einmal eine Schuhfabrik. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten befinden sich hier das Gießener Standesamt mit seinem baugeschichtlich korrekt restaurierten Trauungszimmer und einige weitere Ämter sowie im Hinterhaus das städtische Jugendzentrum "Jokus".

Das digitale Abbild der Stadt Gießen im Mesh-Format basiert auf Daten der Luftbildbefliegung im März 2020 sowie von 2024. Vermessungsamt Gießen

Fotos: oben N.N.; unten 3D-Mesh

Juni/Dezember 2023, Juli 2026

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