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TEXTE ZUM FILM

 

THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE
aka: "Blutgericht in Texas"
aka: "Kettensägenmassaker"
Regie: Tobe Hooper
USA 1974

Von Ralf Ramge

Leider ist die Website des Autors nicht mehr online, also auch nicht die wunderbaren Filmanalysen, die dort zu finden waren. Der nachfolgende text ist folglich
nur (?) noch an dieser stelle verfügbar.
Reproduktion des Textes mit freundlicher Erlaubnis des Autors.

INHALT

In einem kleinen Örtchen mitten im tiefsten Texas steht die Welt kopf. Der Dorffriedhof wurde geschändet. Gräber wurden geöffnet, die Leichen verstümmelt und wie Puppen in Szene gesetzt.

 

Produktion & Regie: Tobe Hooper; Studio: Bryanston Pictures; Drehbuch: Kim Henkel; Fotografische Leitung: Daniel Pearl; Musik: Wayne Bell, Tobe Hooper; Darsteller: Sally (Marily Burns), Anhalter (Edwin Neal), Gunnar Hansen (Leatherface), Vater (Jim Sidow), Großvater (John Dugan)
84 Minuten, Format: 1,85:1

Bei einer der Leichen handelt es sich um den Großvater von Sally Hardesty (Marilyn Burns) und ihrem an den Rollstuhl gefesselten Bruder Franklin (Paul A. Partain). Dementsprechend machen sich die beiden auf den Weg zum Ort des Geschehens, um die Angelegenheit zu klären. Begleitet werden sie von Sallys Lover Jerry (Allen Danziger) sowie ihren Freunden Kirk (William Vail) und Pam (Teri McMinn). Ein kleiner Abstecher zur mittlerweile verfallenen Farm des Großvaters bietet sich an, schließlich verbrachten Sally und Franklin dort glückliche Stunden ihrer Kindheit. Auf dem Weg zu der Farm kommen sie am örtlichen Schlachthof vorbei. Dem Tode geweihte Rinder glotzen den vorbeifahrenden Wagen an, während Franklin voller Begeisterung erzählt, wie sein Großvater einst seine Rinder an diesen Schlachthof verkaufte. Seiner Erzählung nach wurden sie ursprünglich mit einem Vorschlaghammer getötet, welcher späterhin durch ein Bolzengewehr abgelöst wurde. Was besser sein soll, da es nicht mehr nötig sei, drei- bis viermal mit dem Hammer zuzuschlagen um einen plazierten Treffer zu landen.

Kurz darauf sichtet Sally einen Anhalter (Edwin Neal). Sie nehmen ihn mit, einen ausgesprochen schrägen Vogel. Franklin kommt schnell auf den Schlachthof zu sprechen und er ist hocherfreut zu hören, dass der Großvater des Anhalters dort arbeitete, womit das Gesprächsthema feststeht. Die Aussagen des Anhalters verwundern Franklin jedoch etwas. So würde das Gewehr nichts taugen, das Schlachten mit dem Hammer sei viel besser. Er müsse es wissen, denn er habe selbst schon geschlachtet - und um dies zu bekräftigen, hält er mit der Bemerkung "Ich bin der Killer" Franklin gleich einige Fotos unter die Nase, auf welchen ausgeweidete Rinder zu sehen sind. Franklin ist bereits etwas angewidert, als der Anhalter zu erzählen beginnt, wie man seine Leibspeise zubereitet und sich mit Franklins Messer und einem verrückten Grinsen im Gesicht in seiner Hand herumsäbelt, doch als er letztendlich das gleiche auch mit Franklins Arm zu machen versucht, ist das Maß voll und man wirft ihn aus dem Auto raus.

Letztendlich kommen sie bei der Farm an, eine dunkle und unheimliche Ruine. Nach einer ersten Besichtigung beginnen Pam und Kirk mit der Erforschung der näheren Umgebung, folgen einem Pfad und sehen eine andere Farm in ein paar hundert Yards Entfernung. Auf dem Weg dorthin finden sie seltsame Dinge vor, ein verlassenes Lager mit einem zerfetzten Zelt und mehrere Autos, welche durch ein Tarnnetz von der Straße aus nahezu unmöglich zu sehen sind. Auf der Terasse des Hauptgebäudes finden sie einen menschlichen Backenzahn. Neugierig betritt Kirk das Gebäude und wird das Opfer von Leatherface (Gunnar Hansen), einem hünenhaften Kerl in Schlachterkleidung und einer Gesichtsmaske aus getrockneter Haut, und dessen Hammer. Als Kirk nicht mehr auftaucht, beginnt Pam damit, nach ihm zu suchen und betritt ebenfalls das Haus. Doch sie findet nur einen Raum vor, der mit Tier- und Menschenknochen übersät ist. Ein Huhn sitzt in einem kleinen Vogelkäfig, der Fußboden ist stellenweise unter den Knochen begraben, Knochen hängen von der Decke, Knochen stellen Einrichtungsgegenstände dar. Pams entsetzte Schreie rufen Leatherface erneut auf den Plan. Er fängt Pam, schleift sie in den Schlachtraum, hängt sie an einem Fleischerhaken auf und beginnt damit, Kirks Leichnam vor ihren Augen mit einer Kettensäge für die Grillparty zu portionieren ...

SCHLOCK

In der Welt des phantastischen Films gibt es innerhalb des englischen Sprachraums eine Bezeichnung namens Schlock. Davon abgeleitet ist das Adjektiv schlocky. Hiermit bezeichnet man in der Regel Filme, deren Titel den Eindruck erwecken, man hätte es mit einem Werk von Dorfdeppen für Dorfdeppen zu tun und den Film hierdurch mitunter schon im Vorfeld gewaltig abwerten. So hört sich beispielsweise der Titel MARK OF THE DEVIL noch einigermaßen normal an - was man vom Originaltitel dieses Film beim besten Willen nicht sagen konnte, denn eigentlich heißt diese deutsche Produktion mit Udo Kier in der Hauptrolle HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (ganz zu schweigen vom Sequel, HEXEN, GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT, beides wahre Ergüsse der deutschen Filmkunst). Was erwarten Sie von einem in den 80ern gedrehten Film mit dem Titel KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE (1)? Oder wie wäre es mit HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (2)?
Seien wir doch mal ehrlich: Anstelle uns hier für einen Kinobesuch in Schale zu werfen, geben wir doch spontan anstatt des Mantels unser Gehirn an der Garderobe ab. Schlock ist, wenn man schon beim ersten Kontakt mit einem Film aufstöhnt und sich an den Kopf fasst, weil es so grenzenlos daneben oder schlichtweg bescheuert ist.

Gunnar Hansen ging es ähnlich. Spielte er doch die gleichnamige Rolle in dem Film mit dem Arbeitstitel LEATHERFACE und witterte die Chance, hierdurch ein gewisses Maß an Unsterblichkeit zu erlangen. Als der Regisseur und Produzent Tobe Hooper ("Tobi" ausgesprochen) dann kurz vor dem Starttermin den Titel des Films in THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE änderte, waren das komplette Team und natürlich vor allem Gunnar Hansen extrem enttäuscht, denn schließlich hatte Hooper hiermit den Film in den Bereich des Schlock katapultiert. Doch letztendlich sollte sich dies als geradezu genialer Schachzug erweisen, denn hierdurch geriet der Film ins Gespräch. Ob das "Kettensägenmassaker in Texas" in dem Film nun stattfindet oder nicht, ist völlig egal. Die Öffentlichkeit wird stets davon ausgehen, dass dem so ist und lauthals Zeter und Mordio schreien. Dies trat auch prompt ein und die immense, zu einem großen Teil durch den Titel verschuldete Negativ-Publicity sorgte letztendlich dafür, dass THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu einem der lohnendsten Projekte des Horrorgenres wurde. Der Film spielte etwa das 500-fache seiner Produktionskosten ein, das muss ein James Cameron erstmal nachmachen. Ob der Film es auch geschafft hätte, wenn sein Titel "Ledergesicht" oder "Fleischkäse" gelautet hätte (beides Arbeitstitel), darf bezweifelt werden. Und auch Gunnar Hansen dürfte zufrieden sein, wurde sein Leatherface neben Pinhead, Freddy Krüger, Jason und Michael Myers doch zu einer der großen Ikonen und Merchandising-Figuren des Genres.

Doch was ist THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE wirklich? Vielleicht eine sozialkritische Studie unserer Gesellschaft? Nun, der englische Kritiker Tony Williams sagte einst, "die Unterdrückten erheben sich um Rache für ihre Zurschaustellung zu nehmen, ähnlich der dunklen Welt des Unterbewußtseins ... Der Jäger kehrt zurück aus der Wildnis, welche er im Namen der Gesellschaft reinigte, einer Gesellschaft, die ihn überflüssig machen wird um an jenen Repräsentanten des materiellen Überflusses Rache zu nehmen, welche verantwortlich für die Zerstörung und Unterdrückung sind, welche das amerikanische Ideal in seiner ideologischen Existenz durchweg erfahren musste". Aha.

Geehrte Leser, wenn Sie nun behaupten verstanden zu haben, was Tony Williams im Zustand der Erleuchtung von sich gab, schwindeln Sie wahrscheinlich. Dieser Höhepunkt der Interpretationskunst basiert darauf, dass wir zwei gegensätzliche Gruppen von Menschen in dem Film erleben. Da wäre die fünfköpfige "Familie" der "Guten" (Sally, Franklin und Freunde) und die ebenfalls fünfköpfige Familie der "Bösen" (Leatherface, Anhalter, Vater, Opa und Oma) inmitten ihres barbarischen Treibens. Das wird nun gerne dafür hergenommen, um es als Visualisierung des Gegensatzes zwischen "Zivilisation" und "Wildnis" zu betiteln. Und jetzt kommt's, ich zitiere aus einer Kritik des Herausgebers Phil Hardy: " ... die entgegengesetzten Elemente der Erzählung [...] eröffnen die interessante Möglichkeit einer Auffassung, in welcher die 'böse' Familie nicht nur als die ultimative Degeneration jener Pioniere gesehen werden kann, welche den dunklen Kräften der Wildnis unterliegen [...]. Anstelle von Fenimore Coopers edlem Lederstrumpf haben wir den wahnsinnigen Leatherface, welcher keine Tiere, sondern Menschen jagt, und zwar mit einer Kettensäge. Des Jägers Kampf um Nahrung pervertiert in der Institution der Massenschlachtung, dem Schlachthof". Achso. (3)

UNAUSWEICHLICHE BETRACHTUNG DER FOLGEN

Als dritte Möglichkeit gäbe es noch jene Interpretation, welche von Tobe Hopper selbst stammt. Zitat: "Der Film handelt von verrückten und geistig zurückgebliebenen Menschen, die sich im Grenzbereich zwischen Mensch und Tier aufhalten". Hurra, endlich etwas, was ich nachvollziehen kann. Und, um ehrlich zu sein, diese Absichtserklärung erscheint mir als einzige auch glaubwürdig. Weshalb ich mir eine ähnlich hochgeistige Analysen des Films verkneife und mich stattdessen auf die vorgebrachten Zitate beschränke. Vielmehr möchte ich mich bodenständigeren Betrachtungen widmen, die mir als lohnenswerter erscheinen: einer groben Analyse der Inszenierung, den unterhaltsamen Trivialitäten der Dreharbeiten als Beispiel für die Art und Weise, wie Billigstproduktionen mitunter entstehen und schließlich noch kurz die nahezu unausweichliche Betrachtung der Folgen, die THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE für das gesamte Film Business mit sich zog.

Bei der Planung von THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE galt nur eines als wirklich wichtig: der Film musste möglichst billig sein. Tobe Hooper war neben Co-Komponist und Co-Autor nicht nur der Regisseur, sondern gleichzeitig auch einer der Geldgeber. Da dies auch Hoopers Erstlingswerk als Filmemacher war, waren seine finanziellen Mittel auch dementsprechend beschränkt. Eine der ersten Einsparungen fand bei der Auswahl der zu verwendenden Technik statt: Anstelle, wie bei Kinoproduktionen üblich, 35-mm-Equipment zu verwenden, entschied man sich für 16-mm-Material, welches ansonsten hauptsächlich für TV-Produktionen genutzt wird. Der resultierende 16mm-Film sollte im Zuge der post production auf 35mm "aufgeblasen" werden und das Bildformat von 1.85:1 erhalten.
Nun, was sich für den Laien harmlos anhört, läßt dem Fachkundigen die Haare zu Berge stehen, denn das wesentlich kleinere 16mm-Format hat auch eine wesentlich geringere Auflösung. Das Umsetzen des Bildes auf 35 mm resultiert letztendlich in einer schlechten Bildqualität mit extremer Körnung. Tobe Hooper und sein Kameramann Daniel Pearl waren sich dessen natürlich bewußt und Pearl entschloß sich, sich auf ein gewagtes Spiel einzulassen: Er orderte ausschließlich Filmmaterial mit der damals geringsten erhältlichen Körnung. Hier gibt es den Seiteneffekt, dass parallel zur Intensität der Körnung jedoch auch die Lichtempfindlichkeit sinkt, d.h. es ist eine wesentlich intensivere Menge an Licht notwendig, um ein Bild in normaler Helligkeit auf Zelluloid zu bannen. Im Fall von THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE lief es auf die etwa vierfache übliche Lichtintensität hinaus (für die Sachkundigen: man entschied sich für Ektachrome-Film mit gerade mal 25 ASA. Als Objektiv kam eines mit 10-mm Brennweite zum Einsatz). Jetzt muss ich wahrscheinlich nur noch erwähnen, dass große Teile des Films bei Nacht gedreht wurden, und schon zieht man den Hut vor Pearls Arbeit als Kameramann.

Diese ungewöhnlichen und außergewöhnlich komplizierten Arbeitsbedingungen hinterließen im Endprodukt natürlich auch ihre Spuren. Damit meine ich nicht die trotz allem noch sichtbare Körnung, sondern vielmehr den Umgang mit dem Licht. Pearl hatte verständlicherweise keine Hemmungen, bei Gegenlicht zu drehen; er nimmt von Autoscheinwerfern bis hin zur Mittagssonne hemmungslos alles direkt von vorne, jedoch ohne die eigentlichen Bildinhalte andauernd unterzubelichten. Dementsprechend ist jede Lichtquelle einfach nur gleißend weiß. Das sorgt mitunter für beeindruckende Bilder, denn dadurch erscheint ein Autoscheinwerfer nicht nur größer und konturloser als ein solcher, sondern auch als so intensiv wie die Sonne. Hooper läßt in einer Nachtszene Ed Neal und Jim Siedow (den Darsteller seines Vaters) zwischen Kamera und einem Paar Autoscheinwerfer agieren, eine aus einer Vielzahl von Einstellungen, welche hier erstmals Verwendung fand und seitdem unzählige Male kopiert wurde. Ebenfalls ein interessanter Effekt ist die Auswirkung der Lichtverhältnisse auf die Stimmung des Films. Während die Tagszenen in freier Natur lebendige Farben in normaler Helligkeit mit sich bringen, wird das Bild in den Räumen des Hauses stockdunkel und erscheint wie durch einen Graufilter gefilmt. Die Konturen und Details beginnen zu verblassen. In den Nachtszenen haben wir es dann in der Tat mit nahezu absoluter Schwärze zu tun, welche hier und da von Blau und überbelichteten Lichtkegeln aus der Taschenlampe durchbrochen wird. Die Gegensätze in der Optik sind absolut extrem und haben dementsprechend auch eine extreme Wirkung auf den Zuschauer. Aus dem strahlenden Tag im Leben der Sally Hardesty wird nach dem Betreten des Hauses eine dunkle Umgebung, ebenso wie sich ihr Leben und die Stimmung des Films verdunkelt. In der Nacht ist ihr Leben bedroht, sie stolpert durch die Schwärze der Nacht, und der Zuschauer mit ihr. Als sie am Ende der Familie entkommt, herrscht die Morgendämmerung (die Schlußszenen wurden in Wirklichkeit abends gedreht) und ihr Leben als auch die Stimmung hellen sich wieder auf.

Auch interessant ist die Eröffnungssequenz, welche in der deutschen Fassung leider rausgeschnitten wurde. Der einleitende Text wird von John Larroquette gesprochen, einem 1947 geborenen Schauspieler, welcher späterhin noch in einer Vielzahl von Filmen in Nebenrollen zu sehen war, darunter CAT PEOPLE (4), TWILIGHT ZONE: THE MOVIE (5), STAR TREK III: THE SEARCH FOR SPOCK (6), BLIND DATE (7) und JFK (8). Er erhielt von Tobe Hooper die schlichte Anweisung, sich richtig anzustrengen und zu versuchen, wie Orson Welles zu klingen. Das erste, was man in dem Film überhaupt zu sehen bekommt, gibt einen Vorgeschmack auf die Stimmung, die in dem Film noch folgen wird: Völlig dunkle Leinwand, durchbrochen von einem sporadisch aufflammenden Blitzlicht, welches, begleitet von einem kreischenden Geräusch, für einen kurzen Augenblick Details einer verwesenden menschlichen Leiche preisgibt, während die Szenerie von den Geräuschen einer Exhumierung begleitet wird. Das ganze wiederholen wir nach einer längeren Pause, in welcher wir dass Publikum erneut in die Schwärze abgleiten lassen, noch einige Male. Im Kino muss diese Einleitung eine höllische Erfahrung gewesen sein und Hooper hat hier mit Sicherheit dem letzten Raschler und der nervigsten Kichertante den Mund gestopft, bevor der Film überhaupt richtig angefangen hat.

Die auf diese Einleitung folgende Szene, in welcher man die Leiche des alten Hardesty auf dem Grabstein sitzend zu sehen bekommt, ist übrigens symptomatisch für den ganzen Film. Sie stand nämlich nicht im Drehbuch und wurde nach dem offiziellen Ende der Dreharbeiten nachgedreht. Man drehte die Szene dreimal, nämlich morgens, mittags und bei Sonnenuntergang, um sich dann das optisch beste Ergebnis auszusuchen und in den Film reinzuschneiden. Ähnlich verhielt es sich mit der ersten Szene nach dem Vorspann. So wie wir ihn kennen, beginnt der Film mit der Einstellung, in welcher ein Gürteltier tot auf dem heißen Asphalt der Straße liegt. Im Drehbuch war eigentlich vorgesehen (und es wurde auch so gefilmt), dass der Film mit dem Kadaver eines Hundes beginnt. Fliegen sollten auf ihm herumkrabbeln, eine Horde von Maden solle den Eindruck erwecken, als ob sich sein Brustkorb noch immer heben und senken würde etc. Das mit den Maden wurde nie realisiert, aber der Rest wurde in der Tat inszeniert. In der ursprünglichen Fassung beginnt der Film mit einem Close-up auf das Auge des Hundes, auf welchem eine Fliege herumkrabbelt. Das erschien Hooper im Nachhinein als zu unpässlich, weshalb er den Hund durch das Gürteltier ersetzte.

Hoopers Absicht war nämlich, eine Freigabe als PG von der MPAA zu erhalten. PG bedeutet Parental Guidance, Kinder dürfen in Begleitung ihrer Eltern den Film sehen. Die Auflage der MPAA war, dass in dem Film kein Blut zu sehen sein durfte und obwohl in der Szene mit dem Hund weder Blut noch eine Verletzung zu sehen war, erschien sie Hooper als nicht ganz geheuer. Das PG bekam der Film letztendlich doch nicht, Hooper musste sich mit einem R zufriedengeben. Der Grund: Es gibt in dem Film hier und da ein wenig Blut zu sehen. Zwar verdammt wenig (weniger als im durchschnittlichen Tatort-Krimi), aber anscheinend reichte es aus, um zusammen mit dem extrem verstörenden Inhalt den Film dem breiten Publikum zu entziehen (Anm.: Die Altersfreigabe NC-17 gab es damals noch nicht, schlimmer als R-Rated konnte es nicht werden. Das sagenumwobene X-Rated war keine real existierende Altersfreigabe).

ZIEMLICH BLUTFREI

Schrieb ich hier, dass THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE ziemlich blutfrei ist?
Ja, so ist es in der Tat. Das klingt sicherlich verwunderlich, angesicht dieses Titels, nicht? Dann wissen Sie ja den Grund, weshalb ich die Besprechung mit dem Thema "Schlock" einleitete. Es gibt kein Massaker zu sehen und auch Blut nur sehr, sehr spärlich - lassen Sie mich mal nachdenken, da wäre der Anfang, an welchem der Anhalter sich und Franklin mit dem Messer schneidet. Er wischt seine Hand dann an der Autotür ab. Leatherfaces Kutte ist ein wenig rot gefärbt, normale Schürze eines Metzgers eben. Sally hat eine Kopfwunde und blutverschmiertes Gesicht, sie wird mal in den Finger geschnitten. That's it, das Blut fließt nicht, es spritzt nicht. Und man bekommt auch nicht zu sehen, wie die Gewalt angewendet wird, sie wird in der Regel nur angedeutet. Aber trotzdem haut der Film den Zuschauer aus den Socken, so dass dieser nach dem Verlassen den Kinos glaubt, einen bluttriefenden und äußerst brutalen Film gesehen zu haben. Der Grund hierfür liegt, wie schon am Beispiel des Blitzlichts zu Beginn des Films demonstriert, an Hoopers Umgang mit dem Zuschauer.

Hooper hatte eine Methode ausgeheckt, wie man mit einfachsten Mitteln den Zuschauer zum Spielball seiner Emotionen machen kann. Eine wirklich simple Methode, die eben vor Hooper noch niemand konsequent angewandt hatte. Das Rezept ist folgendes: Man binde den Blick und die Aufmerksamkeit des Zuschauers an einen festen Punkt, nach Möglichkeit am Rand des Bildes. Die Bildinhalte sollten so minimalistisch sein wie möglich, damit der Zuschauer nicht abgelenkt wird. Dann lasse man in einem anderen Bereich des Bildes etwas vermeintlich schreckliches geschehen, am besten in der Bildmitte. Hierdurch hält man den Zuschauer auf Trab und hat auch keine billigen Schockeffekte wie die durchs Bild springende Klischee-Katze mehr nötig (Beispiel: Wenn sie vermeintlich allein im Dunkeln stehen und hochkonzentriert versuchen, das Schlüsselloch der Haustür zu finden, reicht es schon, wenn man neben Ihnen ein leises "Buh!" von sich gibt. Man muss Sie nicht durch Lautstärke oder gleichzeitiges Herumgefuchtel erschrecken, um Ihnen weiche Knie zu verpassen). Hooper wendet dieses Verfahrens nach Herzenslaune und konsequent an - so konsequent, dass man hier Absicht und nicht nur Zufall unterstellen kann.

Hooper drehte, wie bereits angedeutet, ausgesprochen konfus. Das Drehbuch wurde während den Dreharbeiten etliche Male umgeschrieben und den Gegebenheiten angepasst. So wie die ganze Angelegenheit mit dem Friedhof und der Leichenschändung eigentlich gar nicht geplant war, ist auch die Farm des Großvaters eines der Dinge, die in das Drehbuch eingebracht wurden, weil man nunmal davorstand. Oder die Spinnen. Kleine Erklärung: Im Film befindet sich eine Szene, in welcher Kirk durch das Hardesty-Haus läuft und in einer Zimmerecke eine regelrechte Traube aus Weberknechten hängt. Als Hooper und Pearl das Anwesen erstmals besichtigten, waren diese Spinnen da. Ein paar Tage später fanden die beiden die Tiere immer noch am gleichen Ort vor. Und als sie einen Monat darauf immer noch nicht verschwunden waren, bauten sie sie einfach in den Film ein (die Szenen im Haus mussten nachgedreht werden, weil beim ersten Versuch die Linse nicht einwandfrei und somit die komplette Rolle nicht verwertbar war).

Im Gegenzug schnitt er im Nachhinein aber auch eine Menge an Material aus dem Film heraus, weil er es einfach nicht mehr mochte. Prägnant ist hier die Szene mit dem Zeltlager. Als sich Pam und Kirk dem Anwesen der "Familie" nähern, treffen sie auf ein zerfetztes Zelt und eine Uhr, durch welche ein Nagel getrieben wurde. Irgendwie weiß man als Zuschauer nicht so recht, was das soll, man vergißt es schnell wieder. Ursprünglich war hier eine längere Szene geplant, in welcher die beiden ein Lager vorfinden, dessen Bewohner bereits der "Familie" zum Opfer fielen. Hooper empfand diese Szene als nicht wesentlich für den Plot; dass er mit seiner Herumschnippelei andauernd für Kontinuitätsfehler sorgte, war ihm anscheinend nicht bewußt. Ziemlich blamabel ist hier eine Szene gegen Ende des Films, als Leatherfaces Maske urplötzlich mit Lippenstift, Puder und Lidschatten verschönert ist. Hier entfernte Hooper die komplette Sequenz, in welcher sich Leatherface für das Essen fein macht und Make-up aufträgt (in dieser Szene bekam man übrigens auch seine aus 12 Exemplaren bestehende Maskensammlung zu sehen - im Film trägt er drei verschiedene Masken, die stets das repräsentieren, was er gerade zu tun gedenkt. Mal ist er der Schlachter, er trägt die Gesichtshaut einer alten Frau, als er das Abendessen zubereitet und auch wie ein altes Weib quiekt, und beim Abendessen gibt er sich als die attraktive Herrin des Hauses. Mist, jetzt habe ich doch am Inhalt heruminterpretiert). Ein ebenso tiefes Loch in der Handlung findet man vor, als Sally in die Tankstelle flüchtet, nicht ahnend, dass sie dem Vater der Familie in die Arme läuft. Sally wird von Leatherface verfolgt und als sie die Tür hineinstürmt, ist er urplötzlich verschwunden. Auch diesen Fehler hat Hooper verursacht, indem er die Szene entfernte, in welcher Leatherface vor der Tankstelle stoppt, unschlüssig und ratlos seine Kettensäge schwenkt, und dann doch voller Furcht den Rückzug antritt. Diese Szene hat eine frappierende Ähnlichkeit mit der Schlußszene des Films, in welcher Sally zum zweiten Mal ihrem Killer entrinnt - das ersatzlose Entfernen der Sequenz ist also in mehreren Punkten nachteilig ausgefallen. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich diese paar Sekunden nachteilig auf die Spannung ausgewirkt hätten.

INTENSIV UND VERSTÖREND

Es heißt, Orson Welles habe als Jungregisseur bei den Dreharbeiten zu CITIZEN KANE (9) die Ratschläge seiner erfahrenen Mitarbeiter andauernd in den Wind geschlagen und die Gepflogenheiten des Business ständig mißachtet, wodurch er aufgrund seiner laienhaften Unwissenheit ein epochemachendes Kunstwerk erschuf. Dies könnte man mit Sicherheit auch über Daniel Pearl und vor allem Tobe Hooper sagen, denn wenn man sich ihren Film genau betrachtet, erhält man den Eindruck, dass sie nicht im Traum daran gedacht hätten, einen derartigen Effekt mit ihrem Film zu erzielen. Bei all seinen erzählerischen Mängeln ist THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE einer der intensivsten und verstörendsten Filme, die das Genre bislang hervorgebracht hat.
Auf einem Fernsehschirm ist das nicht leicht nachzuvollziehen, hier muss man schon versuchen, sich in einen Kinobesucher hineinzuversetzen. Es ist kein Film, bei welchem man sich gruselt. Es ist erst recht kein Film, bei welchem man sich voller Abscheu und Ekel abwendet. Hoopers Film tendiert vielmehr in die Richtung des psychologischen Terrors. Und dies kann man nur im Kino erleben, wenn das Bild den sichtbaren Bereich ausfüllt, man in der Dunkelheit sitzt und nicht abgelenkt wird. Auf dem Fernsehschirm geht diese Wirkung nahezu gänzlich flöten. Wobei man mittlerweile natürlich auch bedenken muss, dass der Film im Sommer 1973 entstand und mittlerweile schon alleine durch seine große Anzahl von Nachziehern völlig andere Maßstäbe anzusetzen sind.

Eine Grundbedingung dafür, dass ein Film eine solche Wirkung überhaupt erst entfalten kann ist, dass er Dinge zeigt, die der Zuschauer als real empfindet. Ansonsten reicht es vielleicht für angenehm-wohliges Gruseln à la HALLOWEEN (10), A NIGHT MARE ON ELM STREET (11) und anderer Slasher-Filme, die in ihrer konzeptionellen Plattheit und Popcorntauglichkeit eher an Komödien erinnern, aber nicht für echte Angstzustände taugen. Der erzählerische Kniff, welcher dahinter steckt, ist recht leicht zu erkennen. Betrachten wir den typischen Held der Slasher-Filme, erkennen wir eine Gemeinsamkeit, welche diese Charaktere miteinander verbindet. Sei es Michael Myers aus HALLOWEEN, Jason Vorhees aus FRIDAY, THE 13TH (12) Freddy Krüger aus A NIGHTMARE ON ELM STREET , der Killer aus SCREAM (13) oder auch ihr Urvater Norman Bates aus PSYCHO, es sind immer schillernde Persönlichkeiten, welche im Mittelpunkt des Interesses stehen. Sie sind die zentrale Figur des Films, die eigentliche Hauptperson, der Dreh- und Angelpunkt. Man könnte oftmals sogar so weit gehen zu sagen, dass der Film dann am besten funktioniert und unterhält, wenn der Killer bei der Arbeit ist. Die anderen Charaktere sind eigentlich zweitrangig, tragen keinesfalls den Film. Bevor wir eine Charakterstudie der Hauptperson oder Beschreibung ihres sozialen Umfeldes erleben, findet dies bei dem Killer statt. Bei THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE ist das genau andersrum. Zu recht findet man die Namen der Darsteller von Leatherface und seiner Familie erst weiter hinten im Abspann, denn der Film konzentriert sich auf Sally und ihre Begleiter. Dementsprechend wird auch das Hauptaugenmerk des Zuschauers auf Sally gelenkt und unser maskierter Hobbychirurg zu einer Antipathiefigur. Und Hooper erkannte glücklicherweise, wie man am besten wahres Grauen erzeugt, nämlich indem man es nicht zeigt. Kein detailgenauer Vorgang kann für einen Zuschauer in der gefilmten Realität so entsetzlich sein, wie in seiner Phantasie. Dadurch, dass Hoopers Bilder nur sagen, dass jetzt an dieser Stelle des Films etwas unvorstellbar ekelerregendes und grauenhaftes geschieht, erreicht der Film zusammen mit dem Rest der Inszenierung ein Maximum an seelischer Durchschlagskraft. Frei nach dem Prinzip "Guck' mal, eben sägt er ihm den Kopf ab!" und alles schreit auf, obwohl die ganze Zeit über der Fuß der Leiche im Weg ist und den Blick versperrt. Der Zuschauer denkt nach dem Verlassen des Kinos, er habe eine Blutorgie gesehen - diese fand auch statt, allerdings ausschließlich in seinem Kopf und nicht auf der Leinwand.

Die Darsteller von Sally, Franklin und Co. sind für den Film dementsprechend auch von immenser Wichtigkeit. Die fünf nahmen ihre Sache auch sehr ernst. Auch nach Drehschluß lebten sie noch in ihrer Rolle, sprachen sich gegenseitig stets mit ihren Filmnamen an. Sie weigerten sich, beim Dreh von Szenen anwesend zu sein, in welchen ihre Charaktere nicht teilnahmen. Und natürlich sprachen sie kein Wort mit Gunnar Hansen (dem Darsteller des Leatherface) und hatten auch keinerlei Sichtkontakt mit seiner Filmkleidung, ja keinerlei Ahnung von Leatherfaces Aussehen. Letzteres hatte einen tollen Effekt im Film, denn so mancher Schrei beim Anblick von Leatherface war echt. Am besten fällt dies in der Todesszene von Jerry auf, achten Sie beim Ansehen des Films darauf. Szenenbeschreibung: Jerry betritt den Schlachtraum und findet die Kühltruhe, in welcher Pam liegt. Er öffnet die Truhe, Pam zuckt ihm entgegen. Jerry erschrickt und wendet sich reflexartig ab, als plötzlich Leatherface, den Hammer schwingend, auf Jerry zustürmt. Hier folgt ein Wechsel der Kameraposition, wir sehen die Szenerie von einem Punkt aus, welcher sich hinter Leatherface befindet. Hier sollte man sich nicht von Leatherface ablenken lassen, sondern das Gesicht Jerrys beobachten. So kreischt nur jemand, dem das Herz wirklich in die Hose rutscht.

Hin und wieder ging es mit der Echtheit jedoch etwas weiter als ursprünglich beabsichtigt. Das Blut an Sallys Kopf ist echt und stammt aus den Wunden, welche sie sich zuzog, als sie vor Leatherface durch das Unterholz flüchtete (Anm.: Diese Szenen wurden in der Tat hintereinander gedreht. Merkt man u.a. auch daran, dass der Anhalter am Ende des Films Sallys Shirt mit seinem Messer zerfetzt, es jedoch schon wesentlich früher im Film, während der Kampfszene in der Tankstelle, schon in Fetzen von ihrem Rücken herabhängt - Regiefehler gibt es in dem Film wirklich massenhaft). Ähnlich verhält es sich mit einer anderen Szene gegen Schlu? des Films. Hier fällt Leatherface zu Boden und sägt sich mit der Kettensäge leicht ins Bein. Für die Inszenierung dieser Szene legte man eine dünne Metallplatte auf Hansens Bein und schob ein Schnitzel zwischen die Platte und den Stoff der Hose. Das war soweit zwar gut gedacht, mit einem kleinen Seiteneffekt hatte man jedoch nicht gerechnet. Durch die Kettensäge wurde das Metall sehr schnell sehr heiß, so dass Gunnar Hansen seinen Worten zufolge dachte, er habe sich wirklich ins Bein gesägt. Sein glaubhaftes Humpeln in der darauf folgenden Einstellung ist so glaubhaft, weil es echt ist.

Am meisten litt jedoch Marilyn Burns, die Darstellerin der Sally, während der Dreharbeiten. So war bei den Dreharbeiten zur Tankstellenszene ein Nervenzusammenbruch fällig. Tobe Hooper wollte, dass ihre Emotionsausbrüche so echt wie möglich wirken und wollte Marilyn Burns helfen, hierfür in die richtige Stimmung zu kommen. In der relevanten Szene stürmt Sally auf der Flucht vor Leatherface in die Tankstelle und in die Arme des Vaters, welcher noch vorgibt, ihr helfen zu wollen. Marilyn sollte natürlich hysterisch kreischen, zittern, und so weiter - das normale Klischee-Filmverhalten einer knapp dem Tod entronnenen Frau eben. Man drehte die Szene, als Tobe Hooper tief in seine Trickkiste der Gemeinheiten griff. Er schrie nämlich einfach nicht "Cut!", das Zeichen dafür, dass die Szene im Kasten und der Take beendetist. Stattdessen ließ er die Kamera mehrere Minuten lang weiterlaufen, während Marilyn Burns beim Versuch, die durchgedrehte Sally zu spielen, aufgrund blanker Wut und Frustration immer mehr in echte und äußerst intensive Schreikrämpfe verfiel. Sehr zum Gefallen Hoopers natürlich.

Der Höhepunkt war für Marilyn Burns jedoch in einer anderen Szene erreicht. Hier muss ich etwas weiter ausholen, um die Umstände zu verdeutlichen. Der Film ist in deutschen Landen wegen einer Folterszene berüchtigt. Diese Sequenz ist der Höhepunkt des Films und erstreckt sich über - grob geschätzt -15 Minuten. Sally wurde gefangen und wird dem Großvater der Familie (John Dugan) vorgestellt, die Vorbereitung des Abendessens, das gemütliche Beisammensein am Tisch und der Versuch, Sally zu schlachten fallen darunter. Das Problem hierbei war der Großvater. Der Opa ist 101 Jahre alt und sieht wirklich aus, als ob er bereits eine Mumie wäre. Der 15jährige Darsteller John Dugan musste eine zehnstündige Schminkprozedur über sich ergehen lassen, weshalb Hooper beschloß, die komplette Sequenz ohne Pause zu drehen. Am Ende wurde für alle Beteiligte eine Schicht mit 27 Stunden Länge daraus. Eine der letzten Einstellungen war jene, in welcher Sally Bekanntschaft mit dem Großvater schließt. Stellen Sie sich die Szene folgendermaßen vor: Sally sitzt auf einem knochenverzierten Stuhl, mit einem Seil gefesselt. Um ihr Schreien abzustellen, stopft man ihr einen Putzlappen in den Mund. Der Anhalter zieht ihren Kopf an den Haaren nach hinten und hält ihr sein Rasiermesser an die Kehle, damit sie brav stillhält. Leatherface nimmt ihren Arm, spreizt ihre Finger und schneidet ihr mit dem Messer in den Finger. Dann stopft er ihren Finger in den Mund des Großvaters, welcher laut schmatzend daran zu nuckeln beginnt. Für den Dreh dieser Szene wurde die Klinge des Messers mit Folie überklebt, damit sie stumpf wird, das Blut war natürlich Filmblut. Doch es funktionierte einfach nicht, mal kam kein Blut, mal zuviel. Nach unzähligen Versuchen riß dem total übermüdeten Gunnar Hansen der Geduldsfaden, er zog die Folie von dem Messer ab und schnitt Marilyn Burns wirklich in den Finger. Auch hier sind Marilyns Schreie also mal wieder echt. Wie übrigens auch in der kurz darauf folgenden Szene, in welcher Sally wieder aus der Bewußtlosigkeit erwacht und an den Stuhl gefesselt den Hühnerkopf vor sich erblickt. Hier schreit sich Marilyn Burns schier die Lunge aus dem Hals. Diese Szene wurde direkt im Anschluß an den Vorfall mit dem Messer gedreht, Marilyns Knebel erst gar nicht entfernt und sie schrie in erster Linie, weil Gunnar Hansen die Frechheit besessen hatte, sie zu schneiden. Etliche ungeplante Vorfälle, welche sich in diesem filmischen Marathon ereigneten, wurden in den fertigen Film eingebracht. So auch mehrere Einstellungen, in welcher die Familie irre lachend, gröhlend und geifernd am Tisch sitzt, Sally neckt, Leatherface ihr über den Kopf streichelt, etc. Nichts davon stand im Drehbuch. Gunnar Hansen sagte hierzu schlicht, dass sie ab einem gewissen Punkt derart überarbeitet und übermüdet waren, dass sie nicht mehr dazu fähig waren, noch klar zu denken. In dieser Szene hätte ihn von Leatherface nicht mehr viel unterschieden.

Marilyn Burns Person kollidierte so manches Mal mit jener von Gunnar Hansen während der Dreharbeiten. So rannte sie beispielsweise einfach zu langsam, Hansen musste bei den Verfolgungsszenen des öfteren stehenbleiben, weil er sie sonst eingeholt hätte. In den Nachtszenen kann einige Male sehen, wie Hansen einfach stehenbleibt und ein wenig mit der Kettensäge herumfuchtelt, nur um den Vorsprung der Burns nicht zu sehr schmelzen zu lassen. Am kritischsten war dies in der letzten Einstellung des Films, als Sally auf der Flucht vor Leatherface auf die Pritsche des Pick-Up klettert. Marilyn Burns war wie üblich sehr langsam und kam des weiteren nicht schnell genug auf die Pritsche, so dass Gunnar Hansen sie ständig einholte. Nach einer Vielzahl von Versuchen hatte der Fahrer des Wagens jedoch genug und gab einfach Gas, kurz bevor Hansen den Wagen erneut erreichte.

Eine wirkliche Antipathie verband Gunnar Hansen jedoch nur mit Paul A. Partain, dem Darsteller des Franklin. Da die Darsteller ihre Rollen wochenlang wirklich lebten, blieb dieser die ganze Zeit im Rollstuhl sitzen, jammerte mit weinerlicher Stimme herum und ging allen auf die Nerven. Gunnar Hansen meinte, er habe Franklin letztendlich mit Freude umgebracht. William Vail (Kirk) hätte dies übrigens durchaus passieren können. In der Szene, in welcher Leatherface ihn in kleine Häppchen zerlegt, fuhrwerkte Gunnar Hansen in etwa 3 Zentimeter Abstand von seinem Kopf mit der laufenden Kettensäge herum. Stellen Sie sich mal vor, die hinter ihm am Fleischerhaken hängende Teri McMinn hätte mal kräftig niesen müssen.

Die 6 Wochen andauernden Dreharbeiten waren also beileibe kein Freudenfest für die Beteiligten. Auch nicht für Hooper und Pearl; sie bekamen ihren Anteil am Kuchen der Pein, als die Innenszenen in Jerrys Kleintransporter gedreht wurden. Es herrschte eine gewaltige Hitze während der Dreharbeiten und das Gespann Hooper/Pearl musste sich mit 5 bzw. 6 Darstellern in den Wagen quetschen - und dann natürlich noch einen Film drehen. Insgesamt verbrachten sie zwei Tage in diesem Brutkasten. Allen Danziger (Jerry) verheizte etliche Gallonen Benzin, da er die ganze Zeit mit dem Wagen in Texas herumfuhr, denn der Fahrtwind machte die Hitze noch einigermaßen erträglich. Tobe Hooper und Daniel Pearl, welche die meiste Zeit am Boden kauernd verbrachten, hatten allerdings nicht viel davon.

SCHON ÜBER 25 JAHRE ALT

Doch bei all der Spontanität beim Dreh, den unpäßlichen Arbeitsbedingungen und dem generellen Drang, aus verzwickten Lagen noch das Beste zu machen, erscheint ein Aspekt des Films alles andere als spontan: die Authenzität. Der Film erhebt in Trailern und im Vorspann den Anspruch, von einer wahren Begebenheit zu handeln. Dies ist natürlich absoluter Unsinn und ein reiner Marketing-Gag - was schon sehr früh auffallen sollte, denn zum Zeitpunkt der angeblich authentischen Handlung wurde der Film bereits gedreht.
Die Grundidee des Leatherface ist jedoch nicht ganz aus der Luft gegriffen - vielleicht zu 90%, aber eben nicht ganz. Leatherface entstand in Anlehnung an die Taten des Serienkillers Ed Gein. Seine Taten wohlgemerkt, nicht seine Person. Direktes Vorbild war Gein angeblich jedoch nicht; Hooper besteht darauf, selbst Geins Namen erst dann erfahren zu haben, als THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE bereits zwei Jahre alt war und in den Kinos lief. Hoopers Aussage kann man jedoch wohl entweder als Resultat der Alzheimer'schen Krankheit oder als Maulaufreißerei betrachten - Gein kannte damals jedes amerikanische Kind und die Übereinstimmungen sind derart frappant, dass man nicht mehr von Zufall sprechen kann, ohne sich lächerlich zu machen. Eigenlob stinkt, Mr. Hooper.

Ab diesem Zeitpunkt sollte es jedoch nicht lange dauern, bis die ersten Nachfolger das Licht der Leinwand erblickten. Die Bedeutung von THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE für das Genre des Horrorfilms ist durchaus vergleichbar mit dem Einfluß von STAR WARS (14) auf die moderne Science Fiction. John Carpenters Meilenstein HALLOWEEN wäre mit tödlicher Sicherheit ein etwas anderer Film, hätte Hooper nie nach dem Regiestuhl gegriffen. Zu einem Zeitpunkt, als im Horrorfilm noch Werke wie BLOOD FEAST (15), PSYCHO (16) und NIGHT OF THE LIVING DEAD (17) das Maß aller Dinge waren, machte nicht ganz aus der Luft gegriffen kannibalistische Themen hoffähig. Das sei nicht sonderlich relevant, meinen Sie? Nun, dann senken sie gefälligst voller Ehrfurcht das Haupt, wenn sie das nächste Mal THE SILENCE OF THE LAMBS (18) sehen oder an den damaligen Oscarreigen denken, denn Hannibal Lecter ist letztendlich nichts anderes als ein auf intellektuell-poppig getrimmtes Plagiat seines Vorbilds Leatherface. Sie sehen einen Film, in welchem eine weibliche Person primär damit beschäftigt ist, vor einem geheimnisvollen Killer zu flüchten? Nun kennen Sie das Original. Es gilt beim Ansehen des Films unbedingt zu Bedenken, dass er schon über 25 Jahre alt ist. Vieles aus dem Film mag bekannt oder sogar klischeehaft erscheinen, doch zum damaligen Zeitpunkt war es das nicht.

Dem Erfolg des Films vermochten seine Schöpfer jedoch nicht zu folgen - von John Larroquette mal abgesehen. Selbst Tobe Hooper, der sowohl als Regisseur als auch als Produzent einen Start hinlegte, von welchem viele andere nur träumen können, versiebte seine Karriere nach allen Regeln der Kunst. Nach dem eher mäßig erfolgreichen EATEN ALIVE (aka HORROR HOTEL) (19) und dem exzellenten FUNHOUSE (20) erhielt er mit der Regie der Spielberg-Produktion POLTERGEIST (21) eine erstklassige Chance zum Aufstieg in die erste Liga. doch stattdessen verlegte Hooper sich darauf, neben nicht weiter nennenswerten TV-Produktionen nur noch filmischen Bockmist zu produzieren. LIFEFORCE (22) floppte bei Kritikern und an der Kinokasse, seinem misratenen Remake des Propaganda-Klassikers INVADERS FROM MARS (23) erging es nicht anders und auch THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 sollte seiner Karriere eher schaden als sie fördern. Mittlerweile hat es Tobe Hooper seinem Kollegen und Ex-Kollaborateur John Carpenter gleichgetan und ist in der absoluten Bedeutungslosigkeit versackt, wobei niemand mehr glaubt, dass er sich aus ihr befreien könnte. Gunnar Hansen hatte noch ein paar kleinere Nebenrollen zu verbuchen und auch Marilyn Burns kam nach einer weiteren Hauptrolle in Tobe Hoopers EATEN ALIVE auch nicht mehr in die Gänge - zuletzt war sie in einer klitzekleinen Nebenrolle in THE RETURN OF THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu sehen, der dritten Fortsetzung zu Hoopers Original und einer absoluten Katastrophe, über die eigentlich nur eines zu berichten gibt, nämlich dass sie Matthew McConaughey eine weitere Rolle verschaffte, welcher er nicht ansatzweise gewachsen war.

DECKMANTEL DES JUGENDSCHUTZES

In den Kinos schlug THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE noch in anderer Hinsicht ein wie eine Bombe. Die BBFC (British Board of Film Censors) verweigerte dem Film nach seiner Erstaufführung auf dem 1975 stattgefundenen London Film Festival eine Freigabe, er ist in Großbritannien noch heute verboten. Die deutsche Fassung wurde von 84 auf 69 Minuten gekürzt, was aber nicht viel nützte - beschlagnahmt wurde er wegen angeblicher Frauenfeindlichkeit trotzdem. Anfänglich in Frankreich ebenso verboten, wurde er mittlerweile in ungeschnittener Fassung mit einer Freigabe ab 16 Jahren gesegnet. In Finland und Norwegen darf man ab einem Alter von 18 Jahren den Film genießen, in den übrigen wichtigen Ländern erhielt der Film eine Freigabe ab 16 Jahren bzw. das praktisch gleichwertige R-Rated. Letztendlich ist THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE eines der besten Beispiele dafür, welche Probleme die deutsche und englische Zensurbehörde mit dieser Kategorie Film unter dem Deckmantel des Jugendschutzes haben. Der Film ist trotz des weitestgehenden Verzichts auf Gewaltdarstellungen mit übelsten Machwerken gleichgestellt worden, und das letztendlich nur, weil er äußerst effektiv ist. Wüsste Hooper nicht genau, was er zeigen kann und was nicht, hätte er wahrscheinlich mit Splatter und Gore um sich geschmissen und letztendlich einen Film produziert, der eher zum klinisch-observierenden Ekelhorror eines David Cronenberg tendiert als zu dem emotionalen und suggestiven Architekturen eines Fritz Lang oder Terence Fisher. Im Gegensatz zu manch anderem von der Zensur geduldeten Vertreter dieses und ähnlicher Genres arbeitete Hooper bei THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE sowohl mit Geschmack als auch mit einem Gewissen. Und, was in einem Land wie Deutschland, in welchem Kunst eigentlich nicht zensiert werden darf, auch auf Unverständnis treffen dürfte: so manch ein Kunst- oder Filmkritiker auf dieser Welt würde den Kunstanspruch dieses Films bis aufs Messer verteidigen. Und bestimmt nicht nur jene, die THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE seinen Stammplatz im New Yorker Museum of Modern Art verschafften.

Ich spreche aufgrund der rechtlichen Situation des Films bewußt keine Empfehlung für den Film aus, wie immer sie auch ausfallen möge. Daher bleibt mir nur eine sachlich nüchterne Einschätzung seiner Attraktivität für das heutige Filmpublikum. Läßt man die filmhistorischen Aspekte außer acht und betrachtet den Film darüber hinaus noch aus der Sicht des bedingungslosen Videokonsumenten oder Popcorn-Junkies, hat man wahrscheinlich den Eindruck, ein dilletantisches und billig heruntergekurbeltes Machwerk vor sich zu haben. Zuschauer der sensiblen Sorte dürfte der Film jedoch nach wie vor aus den Socken hauen, sofern diese in der Lage und auch Willens sind, sich ihren Gefühlen hinzugeben anstelle sie zu überspielen. Wie schon gesagt: Die Bilder, die der Film zeigt, sind harmlos. Es kommt alleine darauf an, was der Kopf des Zuschauers aus den Bildern macht. Hat man keine Phantasie oder verwehrt ihr den Zugang ins Bewußtsein, ist das Testbild ein schlimmerer Horrortrip. Doch selbst wenn man mit dem Film überhaupt nichts anfangen kann, ist er dennoch eine hervorragende Studie über die eigenartigen Maßstäbe der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Abschließen möchte ich noch schnell Stephen King zitieren, welcher diese Problematik in seinem Buch Danse Macabre wie folgt einstufte: "Das Ironische bei alledem ist, dass Kinder viel besser imstande sind, mit Fantasy und Schrecken auf ihre Weise fertig zu werden als ihre Eltern. Sie haben es gemerkt, dass ich den Eindruck auf ihre Weise hervorgehoben habe. Ein Erwachsener kann sich THE TEXAS CHAINSAW MASSACREe ansehen und es verarbeiten, weil er weiß, dass nichts davon wahr ist - wenn die Einstellung zu Ende ist, stehen die Toten einfach wieder auf und waschen sich das Bühnenblut ab. Ein Kind kann diese Unterscheidung nicht treffen, daher hat CHAINSAW MASSACRE seine Freigabestufe R zu Recht. Kleine Kinder brauchen diese Szene nicht, ebensowenig wie sie die am Ende von De Palmas THE FURY (24) brauchen, als John Cassavetes buchstäblich zerplatzt. Was ich damit sagen will ist, wenn Sie ein sechsjähriges Kind in die erste Reihe einer Vorstellung von The Texas Chain Saw Massacre setzen und daneben einen Erwachsenen, der vorübergehend außerstande ist, zwischen Schein und wirklichen Dingen [...] zu unterscheiden - wenn sie diesem Erwachsenen weiterhin zwei Stunden vor Beginn der Vorstellung eine Dosis Yellow-Sunshine-LSD geben -, dann möchte ich meinen, dass das Kind vielleicht eine Woche lang schreckliche Alpträume haben wird. Der Erwachsene könnte durchaus ein Jahr in der Gummizelle verbringen und mit Wachsmalstiften nach Hause schreiben."

Anm. des Verfassers: Am 28. Dezember 1998 wurde THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE nach einer Begutachtung durch die Juristenkomission als strafrechtlich unbedenklich eingestuft und darf hierdurch vorerst wieder in Deutschland verkauft und vermietet werden. Dieser Zustand kann jedoch jederzeit wieder gekippt werden. Die JK-geprüfte Fassung ist an mindestens drei Stellen gekürzt.

(1) KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE, 1988, Regie: Stephen Chiodo; in Deutschland nur auf Video erschienen
(2) THE HILLS HAVE EYES, 1977, Regie: Wes Craven
(3) Literatur: "Acting in Splatter. The Making of THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE", Interview mit Ed Neal; in: John McCarty, Splatter Movies, 1984; Der Abschnitt über THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE, Seite 298, in: The Aurum Film Encyclopedia Horror, Edited by Phil Hardy, 1985
Christopher Sharret: "The Idea Of Apocalypse in THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE", Seite 255ff, in: Barry Keith Grant, Planks Of Reason. Essays On the Modern Horror Film, 1984
Ulrich von Berg: "Besodere Kennzeichen: Schlechter Geschmack. Tobe Hooper, das Genie des neuen Horrorfilms"; ebenso wie: Jim Sidow/Ed Neal/Gunnar Hansen/John Dugan: "THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE. A Family Portrait", Seite 147ff, beides in: Ed Gein - A Quiet Man, Hg. Michael Farin u. Hans Schmid
(4) KATZENMENSCHEN, 1980, Regie: Paul Schader
(5) UNHEIMLICHE SCHATTENLICHTER, 1983, Regie: Spielberg, Landis, Dante, Miller
(6) RAUMSCHIFF ENTERPRISE: DIE SUCHE NACH MR. SPOCK, 1984, Regie: Leonard Nimoy
(7) BLIND DATE, 1987, Regie: Blake Edwards
(8) JFK, 1991, Regie: Oliver Stone
(9) CITIZEN KANE, 1942, Regie: Orson Welles
(10) HALLOWEEN - DIE NACHT DES GRAUENS, 1978, Regie: John Carpenter
(11) NIGHTMARE - MÖRDERISCHE TRÄUME, 1985, Regie: Wes Craven
(12) FREITAG DER 13., 1980, Regie: Sean S. Cunningham
(13) SCREAM, 1996, Regie: Wes Craven
(14) KRIEG DER STERNE, 1979, Regie: George Lucas
(15) BLOOD FEAST, 1963, Regie: Hershell Gordon Lewis
(16) PSYCHO, 1960, Regie: Alfred Hitchcock
(17) DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN, 1968, Regie: George Romero
(18) DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER, 1991, Regie: Jonathan Demme
(19) EATEN ALIVE, 1976, Regie: Tobe Hooper
(20) DAS KABINETT DES SCHRECKENS, 1981, Regie: Tobe Hooper
(21) POLTERGEIST, 1982, Regie: Tobe Hooper
(22) LIFEFORCE - DIE TÖDLICHE BEDROHUNG, 1985, Regie: Tobe Hooper
(23) INVASION VOM MARS, 1986, Regie: Tobe Hooper
(24) TEUFELSKREIS ALPHA, 1978, Regie: Brian De Palma

 

Arno Baumgärtel
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