Gießener Gesichter Paare Stadtkirche

 

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gießener Stadtkirche wurde ab 1810 im klassizistischen Stil anstelle des 1809 abgerissenen Vorgängerbaus errichtet, der der Länge nach um 90 Grad gedreht gestanden hatte, und 1821 eingeweiht. Der massive Kirchturm ist deutlich älter als die Kirche selbst und datiert aus dem 16. Jahrhundert. Angesichts seines Standorts in der historischen Altstadt war der Kirchenbau ziemlich groß. Die Architektur des Gebäudes war von Anfang an umstritten gewesen. So kam es 1897 innen wie außen zu einigen baulichen Veränderungen, unter anderem wurden größere Fenster eingebaut. Das Foto links zeigt den Zustand von 1938, als die dem Hauptportal gegenüber liegende Häuserzeile im Zuge der damaligen Altstadtsanierung abgerissen wurde und so vorübergehend eine Baulücke bestand.

Die Mauern des zerstörten Kirchengebäudes wurden 1947 aus Sicherheitsgründen gesprengt, die verwendbaren Steine beim Bau der benachbarten Pankratiuskapelle, eigentlich eine Notkirche, verwendet. Die evangelische Kirche als Grundstückseigentümerin entschied sich dafür, die Leerstelle im Stadtraum nicht wieder zu bebauen. Auch der Turm, der im Krieg seine Haube eingebüßt hatte, sollte als Mahnmal ohne stehen bleiben. Eine Entscheidung, die man nachvollziehen, aber städtebaulich nicht unbedingt gutheißen kann. Ende der 70er Jahre wurde die Haube schließlich nach einer Spendensammlung, dem Aussehen nach von 1699, rekonstruiert. Im Pflaster eingelassen ist der Grundriss der Kirche.

Das digitale Abbild der Stadt Gießen im Mesh-Format basiert auf Daten der Luftbildbefliegung im März 2020. Vermessungsamt Gießen

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