Seltersweg – Gebäude Westseite, zwischen Kaplansgasse und Wolkengasse

Straßen- und Häuserplan
Katharinengasse
Löwengasse Kaplansgasse Bahnhofstraße Teufelslustgärtchen
Wolkengasse

Ungefähr auf der Höhe der Bahnüberführung über die Frankfurter Straße lag das urkundlich erstmals 775 erwähnte Dorf Selters. Die Verlängerung der Frankfurter Straße nach Norden setzt sich als ehemalige Landstraße bis zum Selterstor und dann als Seltersweg fort. Das Dorf Selters wurde mit der Ausdehnung der Festung Gießen im 17. Jahrhundert aufgegeben. Entlang des Selterswegs wurden Mitte des 19. Jahrhunderts alte Fachwerkhäuser durch gründerzeitliche, mehrstöckige Gebäude ersetzt. Etwa auf halbem Weg zwischen dem Selterstor – heute Elefantenklo – und dem Kreuzplatz lag linkerhand die Straße Teufelslustgärtchen. Nicht überliefert ist, ob es sich bei dem dortigen Gärtchen (s. zu Hausnummer 30) um das sprichwörtliche "Teufelslustgärtchen" handelt. Wie ehedem ist der Seltersweg circa 424 Meter lang und zwischen Selterstor und der Goethestraße mit rund 8 Metern so breit wie vor dem Krieg. Dagegen wurden beim Wiederaufbau zwischen der Goethestraße und dem Kreuzplatz die Gebäudegrenzen zugunsten der Befahrbarkeit durch PKWs zurückverlegt. Hier ist der Seltersweg gut 12 bis 13 Meter breit.

Seltersweg 10
ca. 1950
Fotos: "Wiederaufbau-Film"
Bemerkung: Das Hausüberlebte den Krieg im Rohbauzustand, wurde aber trotzdem abgerissen. Abb. rechts ein Blick an der Ruine vorbei auf die Katharinengasse und die Rückseiten der Bahnhofstraßengebäude. Im Anschnitt rechts: Kaplansgasse 23.

Seltersweg 28 (heute 24)
um 1909
Foto: N.N. (Ansichtskarte)
Bemerkung: Der Seltersweg noch vor dem Bau der Straßenbahn; die Straße Teufelslustgärtchen verläuft zwischen Nr. 28 und 30 und zweigt T-förmig nach links Richtung Löwengasse und nach rechts zu Seelbachs Garten ab. Das Jugendstil-Eckgebäude, erbaut um 1905 oder 06, war der Sitz des Wäschehauses Nowack.

Seltersweg 24 (früher 28), Ecke Teufelslustgärtchen
um 1948
Foto: N.N.
Bemerkung: Die frühere Schönheit dahin: zuerst Wäschehaus im Jugendstilbau, dann Karzentra, später Karstadt. Karstadt bleibt bis Mitte der 50er Jahre an dieser Stelle und zieht dann in den oberen Seltersweg um. Das Gebäude mit der abgeflachten Ecke existiert heute noch.

Seltersweg 30 (heute 26), Ecke Teufelslustgärtchen
1920er (geschätzt)
Foto: Stadtarchiv/Sammlung Metzger
(Montage aus zwei Ansichten)
Bemerkung: Blick aus dem Seltersweg ins Teufelslustgärtchen. Das Haus der Firma Reinig, Messer und Stahlwaren, wurde später auf der rechten Seite durch einen einstöckigen Anbau erweitert. Das Gärtchen verschwand entweder oder wurde erheblich verkleinert.

Seltersweg 36, Ecke Löwengasse
ca. 1950
Foto: "Wiederaufbau-Film"
Bemerkung: Wiederaufbau an der Ecke Löwengasse, links Tabak Moeser, rechts der Neubau Georg am Eck/Radio Hauptwache. Die Einmündung der Löwengasse ist an dieser Stelle nunmehr doppelt so breit wie zuvor.

Seltersweg 46 + 50, Ecke Wolkengasse
Abb. links ca. 1910; Foto: Stadtarchiv/Sammlung Metzger
Abb. rechts 2018; N.N.
Bemerkung: Abb. links: Das um 1905 erbaute Eckhaus an der Wolkengasse überstand den Krieg fast ohne Schäden, nur die Turmhaube ging verloren. 1967 war dort Gießens erste Aldi-Filiale. Abb. rechts: Sein Gegenüber, Nr. 46, galt lange Zeit als die Studentenbude von Georg Büchner, um 1833. Dem ist nicht so. Aber es handelt sich um das älteste Gebäude im Seltersweg.

 
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