Löwengasse – Gebäude, mit Adressverzeichnissen 1927, 1931, 1937, 1951, 1954

Straßen- und Häuserplan Katharinengasse Teufelslustgärtchen Kaplansgasse Bahnhofstraße Seltersweg

Löwengasse 2
ca. 1929
; Foto: N.N. (evtl. Ansichtskarte)

Bemerkung: Gaststätte Zum Schoppenschmid; das zweite Haus auf der rechten Seite vom Seltersweg aus. Der Anbau dürfte Löwengasse 4 sein.

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Löwengasse 6, (8), 10
um 1900
; Foto: Stadtarchiv, Sammlung Metzger

Bemerkung: Blickrichtung Seltersweg, Zählung von dort aus. Das Haus rechts neben dem Schuppen dürfte Nr. 6 sein, der Schuppen selbst evtl. Nr. 8. Im Hintergrund die 2015 rekonstruierte Hälfte des Hauses Croon mit Erkerturm an der Ecke Goethestraße

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Hausnummern in der Löwengasse

Destilliert aus Adressbüchern 1917, 1920, 1921, 1922, 1925, 1927, 1931, 1939, 1951, 1954 und Skizze des Planungsamts von 1948

Von Gunter Klug

Zwischen 1927 und 1931 wurden die geraden Hausnummern auf der rechten Straßenseite im Rahmen einer vermutlich stadtweiten Neubewertung der Grund-stücks- und Bebaungssituation abgeändert. Das letzte Haus auf der rechten Seite (Eckhaus zur Bahnhofstraße), 1927 noch mit der Hausnummer 34 eingetragen, wurde – bis zum endgültigen Ende des Quartiers – zur Nr. 28. Die Hausnummern 4 und 7 sind im gesamten Betrachtungszeitraum nicht vorhanden.

Hausnummer 2: Bis 1944 Wirtshaus „Zum Schoppenschmid“, Hausbesitzer ist zwischen 1917 und 1921 die Union-Brauerei, ab 1922 dann der Wirt Wilhelm Schmid selbst. Haus 1944 zerstört. Vor einem Neubau sind 1954 zwei Behelfsläden auf dem Grundstück, eine Gemüsehandlung unter Nr. 2 und eine „Erfrischungshalle“ (auf gut hessisch „Büdche“) unter Nr. 2A.

Hausnummer 3/5: Besitzer 1917 bis 1921 Christian Reiber aus Frankfurt. Ab dem Adressbuch 1922 dann Wilhelm Moeser. Bis zum Adressbuch 1927 als Doppelhaus gelistet. Das Haus wird 1931 und später Teil von Haus Seltersweg 38 („Eing. Löwengasse“). Gewerblicher Mieter Philipp Heiß, Herren- u. Damenschneiderei (p). Der in der Löwengasse gelegene Hausteil wird um 1960 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Hausnummer 5 (1917 bis 1927 mit Zusatz „A“): Es handelt sich sehr wahrscheinlich um ein Hinterhofgebäude, Zufahrt zwischen Seltersweg 38 und Löwengasse 9. Falls richtig, Anfang der 1960er für den Bau der neuen Katharinengasse abgerissen. Besitzerin ist 1917 Hermine Scherff „Bau- und Blankglaserei, Bildereinrahmegeschäft“. 1920 sind dann August Hauck und Carl Marth neue Eigentümer und bleiben es bis 1951. Im selben Adressbuch hat die Glaserei – jetzt als „Glaserei und Schreinerei“ – den neuen Inhaber Heinrich Marx. 1927 wird die Glaserei zur „Glaserei H. Scherff Nachf. Inh. Heinrich Marx“, und im Adressbuch 1931 zur „Mechanischen Glaserei“. Das Geschäft existiert bis 1954. 1954 geht der Hausbesitz an H. Scherff., Erben.

Hausnummer 6: 1917 bis 1939 Besitzerin Elisabeth Tichy, nicht im Haus wohnend. Durchgehender Mieter bis 1939 (1944?) war Johann Adler, 1917 städtischer Straßenwärter, 1920 Straßenwart, 1921 Schreiber, ab 1927 Schuhmacher. 1917 bis 1931 ist im Parterre der Korbmacher Johann Glöckle mit seinem Geschäft Mieter, 1937 und 1939 stattdessen der Friseur Hugo Möhl. Haus 1944 zerstört, bis 1954 ist die Hausnummer nicht mehr geführt.

Hausnummer 8 (bis 1927 Nr. 10): In den Adressbüchern 1917 bis 1927 gibt es keine Nr. 8, stattdessen wird das Haus (Besitzerin Marie Rück) unter Nr. 10 geführt. 1944 zerstört. Im Adressbuch 1951 nicht gelistet. 1954 wird unter Nr. 8 „Marianne Graf, Laufmasch.-Rep.-Anstalt“ im Adressbuch genannt. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um das von Manfred Aulbach so

 

genannte „Strumpflädchen“ handelt, ein Behelfsbau kurz vor der Ecke zum Teufelslustgärtchen.

Hausnummer 9: Architektonische Ähnlichkeiten mit der ehemalien 3/5. Besitzer 1917 bis 1927 Karl Pfeil, Schreinermeister, 1931 Friedrich und Otto Pfeil, 1937 und 1939 Charlotte Pfeil, Wwe., sowie Pfeil, Erben 1951 und 1954. Es ist unklar, jedoch wahrscheinlich, dass der im Parterre eingetragene Karl Pfeil dort auch eine Schreinerei betreibt. Zum Haus gehört auch ein Hinterhaus, dessen Hauptmieter, der Maler und Weißbinder Ludwig Schardt, bis 1939 dort gemeldet ist (1927 ist Schardt im ersten Stock gelistet, für das Hinterhaus gibt es unerklärterweise in dieser Adressbuchausgabe keine Einträge). Anfang 1960er Abriss für den Bau der neuen Katharinengasse.

Hausnummer 10 (bis 1927 Nr. 12): Eckgrundstück vor der Einmündung Teufelslustgärtchen. In den Adressbüchern 1917 bis 1927 als Nr. 12 („Karl Amend, Schuhmachermeister, Obst- und Gemüsehandlung“ [sic!]) geführt. 1931 verschwindet die Berufsbezeichnung „Schuhmachermeister“, das Haus ist jetzt mit 10 nummeriert. 1944 zerstört. Keine Neubebauung bis mindestens 1954.

Hausnummer 11: Besitzerin Elisabeth Karpf, Wwe. (1917 - 1927), Gustav Hinne Ehefrau, Neuß a. Rh. (1931), Besitzer Gustav Hinne, Neuß a. Rh. (1937, 1939), Besitzerin Marie Hinne, Buderich b. Düsseldorf (1951), Besitzer Gustav Hinne, Neuß/Rh. (1954). Gewerbe: 1951 Marta Wacker, Gemüsehdlg., 1954 Otto Uhlenhaut, Gemüsehdlg. Meist drei bis sechs Mietparteien, 1954 sogar acht. Anfang 1960er Abriss für den Bau der neuen Katharinengasse.

Die Hausnummer 12 ist ab 1931 nicht mehr vergeben, auf dem logischen Platz der Nr. 12 steht das Eckhaus hinter der Einmündung Teufelslustgärtchen, Adresse: Teufelslustgärtchen 28.

Hausnummer 13: Zwischen 1917 und 1925 vier verschiedene Besitzer, von denen die ersten drei nicht im Haus wohnen: 1917 und 1920 der Installateur Georg Appel, 1921 Karl Peppel, 1922 Heinrich Becker, anschließend Philipp Diehl, Former, bis 1939. Nach dem Krieg ist das Haus im Besitz der Stadt Gießen. Gewerbe: Schuhmacherei Hans Michael Mayer (1931), Adolf Stumpf, Maßschumacherei, Reparaturwerkstätte (1937), Georg Schneider, Schuhmacherei (1939), Ludwig Schlund, Schuhmacherei (1951, 1954). Anfang 1960er Abriss für den Bau der neuen Katharinengasse. Von 1917 bis mindestens 1937 ist unter dieser Adresse der Schuhmachermeister Benjamin Torenski (andere Schreibweisen: Toronischi, Torrinski) gemeldet, seit 1927 als Synagogendiener. Im Adressbuch 1939 ist der Name nicht mehr verzeichnet – die Synagoge existiert nicht mehr.

Hausnummer 14: Im Adressbuch 1927 als Nr. 16 gelistet. 1917 im Besitz der Erben von Karl Schwan, geht das Haus an den einzigen Mieter Adam Anrhein über.

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Löwengasse 9, 11 + 13
1950er; Foto: N.N.

Bemerkung: Blick vom Seltersweg Richtung Bahnhofstraße, die linke Seite; Nr. 9 gegenüber der Einmündung des Teufelslustgärtchens, abgerissen für die Trassierung der neuen Katharinengasse. Löwengasse 5 sehr wahrscheinlich in zweiter Reihe hinter Nr. 9 gelegen.

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Löwengasse 14
1950er; Foto: N.N.

Bemerkung: Das im Bild vordere Haus; im Hintergrund die Johanneskirche

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Löwengasse 15

Bemerkung: Keine Abbildung

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Löwengasse 16

Bemerkung: Keine Abbildung

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Löwengasse 17
ca. 1960; Foto: Amateurfilm

Bemerkung: Die Kriegsruine in der Mitte war bekannt als „Ramona“- oder auch „Romantica“-Bar, direkt gegenüber Löwengasse 20 mit der Bar „Bel Ami“. Diese zwei Etablissements trugen wesentlich zum schlechten Ruf Gießens in der Öffentlichkeit als "Shanghai an der Lahn" bei. Rechts Nr. 23, nicht mehr vorhanden (links daneben) Nr. 9. Das weiße Gebäude im Hintergrund ist Seltersweg 38, das Bekleidungshaus Köhler.
Wie diesen Flachbau muss es auch anderswo entlang der Straßen des Teufelslustgärtchens mehr Behelfsbauten gegeben haben. Aus dem Stadtentwicklungsplan von 1948 ist das nicht zu ersehen.

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Löwengasse 18

Bemerkung: Keine Abbildung; auf der Luftaufnahme um 1928 ist Nr. 18 als ein Gebäude von ähnlicher Größe wie Nr. 20 und vermutlich ähnlich alt zu sehen. Im Krieg anscheinend schwer getroffen, war es evtl. unbewohnbar.

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Im Adressbuch 1925 ist das Haus kurzzeitig auf Valentin Dittmar eingetragen, ehe dann 1927 Besitzer und langjähriger einziger Bewohner der Prokurist Georg Sommer wird. Im Adressbuch 1951 ist das Haus als Besitz der Stadt Gießen gelistet und an sechs Haushalte vermietet, 1954 gar an neun verschiedene Mieter.

Hausnummer 15: Besitzer Theodor Vogt, Schmiedemeister (1917 bis 1921), anschließend Theodor Vogt, Erben (1922 – 1939), und zuletzt Elisabeth Wallenfels, Wwe. (1951, 1954). Gewerbe: 1917 bis 1921 Theodor Vogt (p u. I), dann Ludwig (vormals Louis?) Vogt, Schmiedemeister, Huf- und Wagenschmiede (p u. I) (1927 – 1939). Nach dem Krieg nur noch Wohnungen. In der 1948er Planskizze ist keine Nr. 15 zu finden. Möglicherweise handelt es sich bei der 15 um ein zwar eingezeichnetes, aber unnummeriertes Haus, welches um Hoftiefe zurückgesetzt zwischen Nr. 13 und Nr. 17 steht. Kein Foto im Bestand, unklar.

Hausnummer 16: In den Adressbüchern 1917 – 1927 als Nr. 18 bezeichnet. Besitzer 1917 und 1920 ist der nicht im Haus wohnende Spengler und Installateur Heinrich Appel, gefolgt 1921 und 1922 vom „Althändler“ und Korbmacher Heinrich Schäfer. 1925 erscheint der zunächst nicht im Haus wohnende neue Besitzer Valentin Dittmar auf dem Plan, dem auch das seinerzeit als Nr. 20 nummerierte Nachbarhaus gehört (und kurzzeitig in 1925 auch Nr. 16, später 14). 1927 sind außer dem Besitzer vier Mietparteien eingetragen, 1931 ist nur noch „Else Dittmar, Lager“ aufgeführt. 1937 befindet sich neben dem Dittmarschen Lager auch eine Maßschuhmacherei im Haus. 1939 ist die Hausnummer aus dem Adressbuch getilgt und taucht auch nach dem Krieg nicht wieder auf. Vermutung: Zwischen 1937 und 1939 abgerissen und nicht mehr neu bebaut. Auf der Planskizze von 1948 fehlt die Nummer auch, es ist eine leere Fläche eingezeichnet.

Hausnummer 17: Besitzer 1917 bis 1921 Theodor Vogt, Schmiedemeister, ab 1925 Theodor Vogt, Erben (niemand der Famlie Vogt wohnt dort). 1937 und 1939 fehlt Nr. 17 im Adressbuch. Vermutung: Abriss wg. Baufälligkeit. 1951 ist unter Nr. 17 die Konditorei Ernst Kilian eingetragen, 1954 die Gaststätte Heinrich Sommerlad. Auf den Fotos erkennt man einen Behelfsbau mit Flachdach. Manfred Aulbach verortet an dieser Stelle eine „Würfelbecherkneipe“ namens „Bratwurststüble“ (1950er). In den 60er Jahren Standort der „Ramona-“ bzw. „Romantica-Bar“. Abriss erst Anfang der 70er vor Baubeginn Horten.

Hausnummer 18: In den Adressbüchern bis 1927 als Nr. 20 geführt. Besitzer 1917 und 1920 Schreinermeister Fritz Rosenbaum mit „Schreinerei und Sarglager“, 1921 bis 1925 Adam bzw. Adolf Montag mit einem „Spezial-

Tapeten- und Farbenhaus“, 1927 bis 1939 dann der Kaufmann Valentin Dittmar. 1927 und 1931 firmieren im Haus das „Spezialwollgeschäft Else Dittmar“, 1937 und 1939 eine „Eierverwertungsgenossenschaft“. In den Adressbüchern nach dem Krieg ist Nr. 18 nicht mehr eingetragen. Ein von Manfred Aulbach ca. 1955 aufgenommenes Foto aus dem 3. Stock des Hauses Teufelslustgärtchen 18 in Richtung Bahnhofstraße zeigt im Vordergrund das oberste Geschoss einer ausgebrannten Ruine, bei der es sich vermutlich um die Löwengasse 18 handelt. In der 1948er Planskizze ist das Haus auch noch eingezeichnet, in Manfred Aulbachs Handskizze des Teufelslustgärtchens sind hier „Trümmer“ eingetragen.

Hausnummer 19 (Doppelhaushälfte mit 21): Besitzer sind 1917 Heinrich Appel, Spenglermeister und Installateur, nicht im Haus wohnend, 1920 der Kaufmann Louis Althoff, ebenfalls nicht im Haus wohnend, und für die restlichen Adressbücher 1921 bis 1937 Heinrich Schomber, Dachdeckermeister. Nr. 19 ist im Adressbuch 1939 nicht mehr eingetragen. Im Adressbuch 1951 ist auf dem nunmehr sich in städtischem Besitz befindlichen Grundstück „Jos, Minnig, Materiallager“ gelistet, in 1954 ist wiederum kein Eintrag mehr vorhanden. S.a. Nr. 21.

Hausnummer 20 und 20 H: Bei der Nummer 20 handelt es sich um das größte und höchste Haus in der Löwengasse, direkt vor der Einmündung der alten Katharinengasse. Im städtischen Urkataster von ca. 1907 ist das Areal noch mit drei oder vier Vorgängerbauten belegt. Nr. 20 muss demnach in den 10er Jahren erbaut worden sein. In den Adressbüchern 1917 – 1927 als Nummer 22 geführt, Besitzer 1917 bis 1921 der Schmiedemeister Johann Kaspar Heß und von 1922 bis 1937 „Johann Heß, Erben“ (auch Besitzer des „Alten Haus von Rocky Tocky“, Teufelslustgärtchen 18). Im Parterre gibt es die Schankwirtschaft „Zur Reichskrone“ von Johannes Haas, zusätzlich nur 1925 den „Wärme- und Kälteschutz Gießen-Lahn, Oskar Schleypen“, nur 1927 den „Werkladen“ von Christoph Ranft, und ab 1931 bis 1939 auch den Frisiersalon Anton Schäfer. Zwischen 1937 und 1939 geht das Haus in den Besitz von Georg Reinig über, der neue Gastwirt heißt Werner Göbel. 1951 steht ein Gärtner namens Hans Albert Heß als

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Löwengasse 19/21
1930er; Foto: Stadtarchiv, Sammlung Metzger

Bemerkung: Höchstwahrscheinlich ein Doppelhaus und zu dem Zeitpunkt und in diesem Zustand sicherlich unbewohnt; rechts im Anschnitt Nr. 23

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Löwengasse 20
1968; Foto: Karl Heinz Brunk

Bemerkung: Auf Plänen um 1910 existiert das Eckgebäude an der Katharinengasse, die einen deutlichen Knick beschreibt, noch nicht. Dort befanden sich drei oder vier kleinere Vorgängergebäude. Vermutlich Ende der 10er, Anfang der 20er Jahre errichtet, demnach ein Neubau im Viertel. Nr. 20 beherbergte eine ganze Reihe von Gaststätten, darunter die berüchtigte „Bel Ami“-Bar, und wurde als eines der letzten Häuser um 1970 abgerissen – wahrscheinlich, weil es sich um eine Gewerbeimmobilie handelte.

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Löwengasse 22
ca. 1955; Foto: Silvia Leinberger

Bemerkung: Nachbar von Nr. 20 auf der anderen Seite der Katharinengasse, ein Fachwerkhaus, und 1968 bereits verschwunden

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Löwengasse 23
1950er; Foto: N.N

Bemerkung: Gegenüber der Einmündung der Katharinengasse

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Löwengasse 24

Bemerkung: Keine Abbildung; von der Straße zurück versetzt

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als neuer Besitzer im Adressbuch, dem auch ein benachbartes Hinterhaus gehört, hier erstmals als 20 H gelistet, in welchem die „Chabesofabrik“ residiert (die im Adressbuch 1937 noch dem Haus Teufelslustgärtchen 18 zugeordnet war). Es ist beim Hinterhaus unklar, um welches Gebäude es sich dabei auf dem Plan von 1948 handelt. Im Vorderhaus hat die Gast-stätte (Name nicht mehr überliefert) einen weiteren neuen Pächter namens Otto Schaeffer (möglicherweise verbunden auch mit einer Namensänderung der Wirtschaft). Der Frisiersalon existiert nicht mehr. 1954 ist die Chabesofabrik nicht mehr eingetragen, die 20 H (immer noch H. A. Heß) hat jetzt nur den Elektroinstallateur Vogel als Mieter. 1954 wechselt das Haus erneut den Besitzer und gehört jetzt Therese Georg. Vor dem Abriss um 1970 herum hieß die nunmehr berühmt-berüchtigte Gaststätte „Bel Ami“, davor laut Manfred Aulbach zwischenzeitlich „Pils-Klause“.

Hausnummer 21 (Doppelhaushälfte mit 19): Besitzer der Nummer 21 von 1917 bis 1921 ist Schmiedemeister Theodor Vogt. In 1922 ist als Besitzer kurzzeitig „Aug. Wallenfels“ eingetragen, und ab 1925 „Theodor Vogt, Erben“. Im gesamten Betrachtungszeitraum hat niemand namens Vogt im Haus gewohnt, und auch Aug. Wallenfels ist unter der Adresse Löwengasse 21 nicht gemeldet. Möglicherweise wird zwischen 1922 und 1925 noch das Dachgeschoss ausgebaut, denn 1925 und 1927 gibt es erstmals einen Mieter im zweiten Stock. In den Adressbüchern ab 1931 ist das Haus nicht mehr eingetragen, vermutlich Leerstand, Baufälligkeit, vermutlich Komplettabriss zwischen 1937 und 1939 (Fotos baufälliges und teilgeräumtes Haus vorhanden).

Hausnummer 22: In den Adressbüchern bis einschließlich 1927 unter Nr. 28 aufgeführt. Auf der 1948er Planskizze ist hier ein Karree von vier aneinanderstehenden Häusern eingezeichnet, von denen eins an der Katharinengasse steht, eines das Eckhaus Löwengasse/Katharinengasse ist, und ein drittes nach dem Eckhaus in der Löwengasse zu finden ist. Das vierte repräsentiert für alle drei anderen ein Hinterhaus. Auf dieser Planskizze gibt es eine Hausnummer für alle, eingezeichnet auf der Fläche des nur in der Löwengasse stehenden Hauses, und das ist die Nr. 22. Es steht zu vermuten, dass diese Gruppe von Häusern in der Vergangenheit unterschiedliche Hausnummern hatte, die eventuell teilweise ursächlich für die Verschiebung der Hausnummern auf der rechten Seite der Löwengasse ist. 1917 und 1920 heißt der Besitzer des Anwesens Heinrich Becker. Der Mann ist Küfermeister, „Spezereihändler“ und Inhaber einer Wirtschaft, deren Name im Adressbuch nicht überliefert ist. Offenbar stirbt er um 1920 herum, und seine Witwe Margarete Becker tritt die Nachfolge an. Ab 1921 lautet die Becker’sche Geschäftsbezeichnung „Kolonialwarenhandlung und (Gast-)Wirtschaft“. Zwischen 1927 und 1931 sind Haus und Geschäft an Elisabethe und Herrmann Niebergall übergegangen, die es dann wiederum zwischen 1937 und 1939 an den dort nicht wohnenden Metzgermeister Karl Vogt verkaufen (dem auch das Haus Nr. 28 gehört). Die Kolonialwarenhandlung gibt es 1939 nicht mehr, aber die Schankwirtschaft Niebergall hat mindestens bis 1939 Bestand. 1951 sind keine Niebergalls und keine Wirtschaft mehr notiert. Dafür gibt es nun eine Dentalreparaturwerkstatt Deibel (1954 mutiert zur „feinmech. Werkstatt“), die offenbar von Nr. 28 in Nr. 22 umge-zogen ist. Dazu hat eine Autovermietung Noll eröffnet, und der auch Manfred Aulbach erinnerliche Schuhmacher Johann Krug bietet in Nr. 22 seine Dienste an. Bis 1954 kommen zwei weitere Gewerbe in dem Hauskarree hinzu: Elise Reuling handelt in Molkereiprodukten, und im 2. Stock (!) hat Horst Zelz eine Schreinerei (!!) eröffnet. Auf in den späten 1960ern entstandenen Fotos ist der 4-Häuser-Komplex bereits verschwunden und das Grundstück Teil des großen Parkplatzes geworden, der die letzte Flächennutzung vor dem Bau des Horten-Kaufhauses darstellt.

Hausnummer 23: Besitzer, Bewohner und Gewerbe 1917 bis 1937 Ludwig Kronenberg, Bäckerei (letzter Adressbuch-Eintrag 1937), 1939 dann Georg Kronenberg. Besitzerin in 1951 und 1954 ist die nicht im Haus wohnende Minna Klinkel, und es sind nur noch Miet-wohnungen im Haus. Hatte das Haus zuvor in der Regel zwei Mietparteien, steigt dieses Zahl nach dem Krieg auf vier. Auf den späteren 60er-Jahre-Fotos ist die 23 nicht mehr vorhanden. Architektonische Ähnlichkeit mit dem Nachbarhaus Nr. 25.

Hausnummer 24: In den Adressbüchern bis 1927 unter Nr. 30 aufgeführt, ist die 24 ausweislich der 1948er Planskizze ein schmaler, deutlich von der Straße zurückgesetzter und von den Nachbarhäusern eingeklemmter Bau. Er gehört bis 1925 zunächst dem städtischen Arbeiter und späteren Tagelöhner Karl Wagner, und 1927 bis irgendwann zwischen 1931 und 1937 seiner Witwe Marie Wagner. Der im Haus vorhandene Gewerberaum wird mindestens bis 1954 von der Bauschlosserei (später auch Autogenschweißerei) Franz Bourgeois genutzt. Nach 1931 wird das Haus an den Schlosser Philipp Größer verkauft. In den Adressbüchern 1951 und 1954 ist die Adresse gesplittet, der Wohnraum wird weiterhin als Nummer 24 geführt, der möglicherweise baulich getrennte Gewerbeteil als 24 S („Seitengebäude“). Abrissdatum unbekannt, auf den Fotos aus den späten 1960er-Jahren ist das Haus bereits verschwunden. Kein Foto vom Haus vorhanden.

Hausnummer 25: Besitzer und Gewerbe Johannes Klinkerfuß, Tapezier- und Polstermeister, Dekorateur. Besitzer 1937 Klinkerfuß, Erben, Gewerbe Johannes Klinkerfuß, Tapezier- und Polster- und Dekorateurmeister. Besitzer und Gewerbe 1939 Johannes Klinkerfuß, Tapezierer und Polsterer. Besitzer 1951 Klinkerfuß, Erben, Gewerbe Joh. Klinkerfuß, Polstergeschäft. Mieter (nur 1951): Dr. Eberhard von Krakewitz, Assessor (!). Besitzer und Gewerbe 1954 Joh. Klinkerfuß, Polstergeschäft. Zusammen mit den Nummern 20 und 28 eines der am längsten überlebenden Häuser in der Löwengasse, Abriss Anfang 1970er vor Baubeginn Horten.

Hausnummer 26: In den Adressbüchern 1917 bis 1927 noch Nr. 32. Besitzer 1917 bis 1921 ist der nicht im Haus wohnende Metzgermeister Wilhelm Vogt, ab 1922 bis zum Schluss dann Metzgermeister Karl Vogt. In den Jahren des Betrachtungszeitraums gibt es nur einen ständigen Mieter. Im Adressbuch 1937 ist das Haus nicht mehr eingetragen. Über das Schicksal des vermutlich sehr kleinen Hauses ist nichts bekannt, es wurde wohl zwischen 1931 und 1937 abgerissen, eventuell wegen Baufälligkeit oder Umnutzung des Grundstücks. Kein Foto im Bestand.

Hausnummer 27: Das letzte Haus auf der linken Seite der Löwengasse vor dem Eckhaus Bahnhofstraße gehört 1917 der nicht im Haus wohnenden Witwe von Karl Steinberger, und 1920 und 1921 deren Erben. In 1922 ist das Haus auf die letzte Besitzerin, eine Witwe Sack übergegangen, bevor es offenbar zwischen 1922 und 1925 abgerissen wird. Danach wird das Grundstück nicht mehr bebaut. In dem verglichen mit den Nachbarn Nr. 23 und 25 recht großen Haus wohnten 1917 eine und 1920 bis 1922 jeweils vier Mietparteien.

Hausnummer 28: In den Adressbüchern 1917 bis 1927 noch Nr. 34, ist die 28 auf der rechten Seite der Löwengasse das Eckhaus zur Bahnhofstraße. Auf einem sehr alten, aber undatierten Foto kann man sehen, dass an und vor dem Haus Baumaßnahmen stattfinden. Besitzer ist 1917 bis 1921 der Metzgermeister Wilhelm Vogt, der im Haus eine Metzgerei betreibt. Ab 1922 geht das Haus über an Karl Vogt, ebenfalls Metzgermeister. Zwischen 1927 und 1931 wird die Metzgerei anscheinend geschlossen, stattdessen halten im Parterre die Wäschefabrikation Heinrich Becker und das Blumenhaus Gustav Witt-mann Einzug, die noch vor 1937 von der „Feinmechanischen- und Dentalwerkstatt Ludwig Deibel“, dem Maler- und Weißbindergeschäft Karl Noll und dem Obst- und Gemüsegeschäft Friedel Rose abgelöst werden. Letzteres bleibt dann von 1939 bis zum Abriss Anfang der 70er im Haus und wird während dieser Zeit zum Lebensmittelgeschäft. Die Werkstatt Deibel zieht irgendwann vor 1951 in die Nr. 22, das Noll’sche Weißbindergeschäft verschwindet aus der Löwengasse. Hausbesitzer Karl Vogt wohnt mindestens bis 1954 im Haus. Im Jahr 1917 ist im Adressbuch zur Löwengasse 28 sowohl ein Hinterhaus als auch ein Nebenhaus mit jeweils einem Wohnungsmieter eingetragen. In den Adressbüchern 1920 bis 1925 bleiben lediglich die Einträge des Nebenhauses mit zwei bzw. drei Mietern im ersten und zweiten Stock, ab 1927 sind auch diese verschwunden.

Um 1950, die Löwengasse vom Seltersweg aus gesehen, Baustelle Seltersweg 36 (heute 28),
Georg am Eck/Radio Hauptwache; Hintergrund Bildmitte: Löwengasse 9, gegenüber Einmündung Teufelslustgärtchen

(QUELLE: WIEDERAUFBAU-FILM)

Löwengasse 25
1960er; Foto: Stadtarchiv, Sammlung Metzger

Bemerkung: Gegenüber der Einmündung der Katharinengasse; Nachbarhaus Nr. 23 fehlt bereits. Eins der zuletzt abgerissenen Häuser.

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Löwengasse 26

Bemerkung: Keine Abbildung, bis einschließlich Adressbuch 1931 vorhanden

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Löwengasse 27
1920er; Foto: N.N.

Bemerkung: Das große Fachwerkhaus in der Mitte wurde schon in den 20er Jahren abgerissen, das Grundstück nicht wieder bebaut. Links Nr. 25, rechts davon Bahnhofstraße 23.

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Löwengasse 28
Abb. links: ca. 1900; N.N.
Abb. rechts: ca. 1970; Foto: Siegfried Träger

Bemerkung: Das Eckhaus an der Bahnhofstraße (links) bei einem Umbau, später bis zum Abriss das Lebensmittelgeschäft Rose (rechts).

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ca. 1960: Beide Szenenbilder stammen aus demselben Film wie das Standbild zu Nr. 17 auf dieser Seite und zur
Katharinengasse 14. Der Ort des Hausabrisses ist unklar, wahrscheinlich das Umfeld der Löwengasse.

(QUELLE: AMATEURFILM)

 
Straßen- und Häuserplan Katharinengasse Teufelslustgärtchen Kaplansgasse Bahnhofstraße Seltersweg