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STUDIO DAYS

Von Steven Ricks

Amerika hat Hollywood, Großbritannien hatte Borehamwood. Spotten Sie nicht! In seiner blütezeit gab es in dieser kleinen gemeide nördlich von London so viele studios wie beim großen bruder in L.A. NUMMER 6 entstand in einem der am besten ausgestatteten studios der 1960er jahre - den MGM British Studios in Borehamwood.

Ironischerweise war es das letzte, das eröffnet und das erste, das geschlossen wurde. Man würde der Geschichte der britischen MGM nicht gerecht werden, ohne ein paar Hintergrundinformationen über die anderen Studios zu erzählen, die sich über ein großes Stück Land im Süden der Grafschaft Hertfordshire erstreckten.

AUS DEM ENGLISCHEN VON MICHAEL KIMPEL

Die ersten Filmstudios in Borehamwood waren die Neptune Studios, eröffnet im Januar 1914 unter der Leitung von Arthur Moss Lawrence. Unter seiner Direktion bestanden die Studios nur vier Jahre und nach einigen Umbenennungen, darunter "Ideal Studios" und "Leslie Fuller Studios" hießen sie schließlich "Blattner Studios".

THIS TEXT IN ENGLISH

Ab 1926 gab es zwei weitere Filmstudios in Borehamwood, die "British International Picture Studios", die sich zu einem der leistungsfähigsten Studios der Region entwickelten, sowie die "B & D Imperial Studios" an benachbarten Grundstücken an der Shenley Road. Ursprünglich waren sie als ein einziges Filmgelände von J. D. Williams, W. Schlesinger und Herbert Wilcox erbaut worden und trugen den Namen "British National Studios".

QUOTEN QUICKIES

Wegen hoher Schulden und steigender Verluste wurden sie im März 1927 von dem Schotten John Maxwell übernommen, einem ehemaligen Rechtsanwalt, der sie in British International Studios (BIP) umbenannte. Viele bekannte Regisseure drehten hier ihre ersten Filme.

Herbert Wilcox gründete anschließend die British and Dominions Film Corporation und pachtete Teile der zuvor an John Maxwell verkauften Studios zurück, die er dann B & D Imperial Studios nannte. Der hohe Ausstoss an Filmen brachte den BIP Studios bald den Spitznamen "Die Haferbrei-Fabrik" ein. Das Quoten-Gesetz von 1927, das den Zweck hatte, die britische Film-Industrie zu schützen indem es die Kino-Betreiber verpflichtete, einen gewissen Anteil britischer Produktionen zu zeigen, verhalf der aufstrebenden Filmwirtschaft zu einem dringend benötigten Aufschwung. Die Produktion an Filmen aus Borehamwood vervielfachte sich und zahlreiche Studios drehten jeden Monat einige Spielfilme und einen beständigen Zufluss an Kurzfilmen. Diese Filme wurden schnell als "Quoten-Quickies" bekannt.

Als sich 1928 die Stummfilm-Ära ihrem Ende näherte, eröffnete mit den Whitehall Studios an der Station Road ein viertes Studio. Mit vier erfolgreichen Studios konnte man Borehamwood nun das britische Hollywood nennen.

Mit der Einführung des Tonfilms im folgenden Jahr wurden die Whitehall Studios zu einem der am wenigsten geeigneten Orte für Filmproduktionen, da sich ihre Hallen nur wenige hundert Meter vom Bahnhof an der Hauptbahnlinie entfernt befanden. Anfangs nur für die Stummfilmproduktion vorgesehen, waren die Studiogebäude nicht schalldicht konstruiert worden und so musste sich während der Dreharbeiten ein Arbeiter auf dem Dach postieren und das Filmteam vor herannahenden Zügen warnen!

In den späten 1920er Jahren tummelten sich über zehn verschiedene Produktionsgesellschaften an der Börse, wovon jedoch beim Anbruch der Tonfilmära sieben in Konkurs gingen. John Maxwell war so intelligent, die revolutionäre neue Technologie vorauszusehen und ließ in allen seinen Studios Tonaufzeichnungsgeräte von RCA installieren. 1929 drehte Alfred Hitchcock ERPRESSUNG, den ersten britischen Tonfilm, wobei er die Schlüsselszenen seines letzten Stummfilms mit Dialogen nachdrehen ließ. Der Erfolg von Borehamwood als britisches Filmzentrum wuchs von Jahr zu Jahr und das Ansehen der BIP Studios wuchs noch schneller, da dort einige der bekanntesten britischen Filme ihrer Zeit produziert wurden, die auch berühmte Namen aus Übersee anzogen.

1948 waren bereits über 250 Filme von den BIP Studios produziert worden. 1933 hatte John Maxwell die Associated British Picture Corporation (ABPC) als Holdinggesellschaft gegründet, die das Kapital von BIP, Wardour Films, Pathe Pictures und der ABC Kinokette übernahm, jedoch waren die Studios bis 1939 weiterhin unter ihrem alten Namen bekannt.

In den frühen 1930er Jahren konnten die BIP und B & D Studios in Borehamwood ihre Stellung ausbauen, insbesondere nachdem die Blattner Studios pleite gegangen waren und von Joe Rock aufgekauft worden waren, der sie in Rock Studios umbenannte. Der Erfolg der Whitehall Studios wirkte sich positiv in der Bilanz aus, bis auch diese den Besitzer wechselten und danach Gate Studios hießen.

Ein Unglücksfall machte schließlich die Erfolgsbilanz der BIP und B & D zunichte, als am 9. Februar 1936, einem Sonntag, ein Feuer fast das gesamte Gelände der B & D Studios zerstörte. Sechs Filmstudios inklusive der zugehörigen Tonstudios brannten auf einer Fläche von 12 acre (ca. 48.000 qm) bis auf die Grundmauern nieder, wodurch die Produktion vollständig zum Erliegen kam.

Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf die benachbarten BIP Studios übergriffen und sicherte damit deren Überleben. Herbert Wilcox sah sich außerstande die British and Dominions Filmgesellschaft aus der Katastrophe zu retten und auch John Maxwell, der das Gelände von Wilcox erworben hatte, konnte ihm nicht helfen. Wilcox zog darauf in die erst kürzlich von J. Arthur Rank eingerichteten Pinewood Filmstudios nach Buckinghamshire um, wo er sein Unternehmen neu aufbaute.

DER WEISSE UHRTURM

Im folgenden Jahr, 1937, begannen die Bauarbeiten am nunmehr fünften und luxuriösesten Studio von Borehamwood. Die Amalgamated Studios entstanden am Elstree Way, wodurch sich die Filmstudios nun bis in den Osten von Borehamwood

ausdehnten. Die Studios hatten einen auffälligen Orientierungspunkt – einen großen weißen Uhrturm, der als Eingangsportal diente.

Als die Studios endlich fertiggestellt und betriebsbereit waren, steckten die Eigentümer in finanziellen Schwierigkeiten und fanden, dass sie nicht nur einen weißen Uhrturm, sondern auch einen weißen Elefanten hatten (Anm.: Ein weißer Elefant ist im Englischen ein lästiger Besitz, der hohe Kosten verursacht.) und waren gezwungen, den Komplex im Rahmen eines Notverkaufs zu veräußern.

Die amerikanischen Columbia Pictures schmiedete Pläne, die Studios zu erwerben und damit eine britische Basis für ihr Unternehmen zu schaffen. John Maxwell hatte ebenfalls ein Auge auf die Amalgamated Studios geworfen als mögliche Basis zur Erweiterungen seines Unternehmens und um die Folgen der Brandkatastrophe zu überwinden, die die benachbarten B & D Studios vernichtet hatte. Es sah so aus, als ob eine Übernahmeschlacht entbrannt war. Doch bevor sie ihre Pläne zum Abschluss bringen konnten zog Columbia ihr Gebot zurück. (Es ist interessant, sich vorzustellen, was passiert wäre, hätte Columbia ein erfolgreiches Gebot abgegeben. THE PRISONER wäre anstelle von MGM bei "Columbia British Studios Borehamwood" gedreht worden).

John Maxwell hatte nun freie Bahn, die Studios zu übernehmen. Doch kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er offiziell darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Royal Ordnance Corps (Anm.: britische Nachschubtruppen) bei Ausbruch von Kampfhandlungen die Studiohallen übernehmen würde. Den drohenden Verlust seines Studiogeländes vor Augen zog Maxwell sein Angebot zurück und die Amalgamated Studios wurden an J. Arthur Rank verkauft, der zuvor bereits die Gate Studios erworben hatte. Rank verkaufte die Amalgamated Studios anschließend weiter an die Prudential. John Maxwell starb 1940 ohne dass sein Traum, die Amalgamated Studios in seinen Besitz zu bringen, Wirklichkeit wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs kam die Filmproduktion in Großbritannien fast vollständig zum Erliegen. Die Anzahl der produzierten Filme ging von 208 im Jahr 1937 auf ganze 47 im Jahr 1941 zurück. Elstree war davon besonders betroffen, da die meisten Studios beschlagnahmt worden waren um als Lager für militärisches Material zu dienen. Dies hatte zur Folge, dass in den ABPC Studios für über neun Jahre keine Filme produziert wurden. Die Amalgamated Studios, die es niemals geschafft hatten, voll ins Filmgeschäft einzusteigen, wurden von den Handley-Page Werken als Fabrik für Militärflugzeuge genutzt und der weiße Uhrturm diente den örtlichen Luftschutzwarten als Beobachtungsposten zur Erkennung von Feuern. Die einzigen Studios, die während des Krieges in Borehamwood Filme produzierten, waren die British National Studios (früher die Rock Studios), deren Handlungsspielraum jedoch stark eingeschränkt war und die Filme wie LOVE ON THE DOLE ("Liebe auf Stütze" – kein offizieller deutscher Titel bekannt) sowie die "Old Mother Riley" – Reihe drehten.

Nach Kriegsende setzte ein massives Reinvestment bei der britischen Filmindustrie ein. 1948 erwarben Warner Brothers, die bereits einen 25-Prozent-Anteil an ABPC besaßen, von Verwandten des verstorbenen John Maxwell eine beherrschende Mehrheit an dieser Gesellschaft und ihrer Vertriebsorganisation. Dies garantierte ihnen Zugriff auf über 500 ABC Kinos im ganzen Land.

Warner gab dem gesamten Komplex ein neues Aussehen einschließlich einer neuen Fassade für das Verwaltungsgebäude. Diese neue Fassade kann man in der Folge "--3–2–1–0" im Hintergrund sehen, während sich Nummer Sechs mit Potter an dessen Schuhputzstand unterhält.

Im ersten Jahr produzierte Warner Brothers STAGE FRIGHT (dt. Titel DIE ROTE LOLA) mit Marlene Dietrich und Jane Wyman sowie THE HASTY HEART (dt. Titel GEZÄHLTE STUNDEN) mit Ronald Reagan. 1950 wurden die British National Studios von Douglas Fairbanks jr. übernommen, der dort über 160 halbstündige Filme fürs Fernsehen zu einem Bruchteil der üblichen Kosten produzieren ließ. (Erst kürzlich wurde in der Nähe von Borehamwood ein Altersheim eröffnet, das seinen Namen trägt und bei dessen Eröffnungszeremonie er persönlich anwesend war).

DER EINZUG VON MGM

Eine der bedeutsamsten amerikanischen Investitionen war jedoch die Übernahme der Amalgamated Studios von der Prudential durch den Filmmogul Metro Goldwyn Mayer, der eine stärke Präsenz in der britischen Filmindustrie anstrebte.

Die britische Niederlassung der Metro Goldwyn Mayer war 1936 gegründet worden und führte ihre Geschäfte von den heute geschlossenen Denham Studios als MGM London Films Denham Ltd. MGM hatte die Amalgamated Studios am 28. Juli 1944 erworben, konnte sie jedoch wegen Bombenschäden erst 1947 in Besitz nehmen (die Reparaturrechnung wurde von der Kommission für Kriegsschäden bezahlt). MGM kaufte ferner noch 90 Acres an benachbarten Grundstücken auf, um ein umfangreiches Gelände zum Dreh von Außenaufnahmen zur Verfügung zu haben.

Der Grundstückserwerb war außerdem hilfreich, örtliche Baumaßnahmen auf Distanz zu den Filmaufnahmen zu halten, anders als bei den ABPC-Studios, die auf beiden Seiten von Wohngebieten umgeben waren. 1946 änderte die Gesellschaft ihren Firmennamen in MGM British Studios Ltd. bevor Handley Page im darauffolgenden Jahr das Gelände offiziell übergab.

Die erste Produktion von MGM in ihrem neu erworbenen Studio war EDWARD, MEIN SOHN mit Spencer Tracy und Deborah Kerr. Unter der Regie von George Cukor nach einem Theaterstück von Robert Morley gedreht, war der Film eine reine Studioproduktion.

Spencer Tracy hatte einen außergewöhnlichen Vertrag für seinen einzigen britischen Film – die Dreharbeiten mussten um Punkt 16 Uhr beendet werden, egal wie weit man gerade gekommen war. Deborah Kerr war sehr begierig darauf, diesen Film zu machen und erinnerte sich: "Ich habe die Rolle hauptsächlich übernommen, um mit Tracy zu arbeiten, der ein ausgezeichneter Filmschauspieler ist." Obwohl Deborah Kerr für den Oscar nominiert war, floppte der Film an den Kinokassen. MGM's zweite Produktion in ihrem neuen Studio war DER VERSCHWÖRER aus 1949, dem 25jährigen Jubiläum der MGM.

Dank des guten Rufs und der Unterstützung der Muttergesellschaft kamen in den 1950ern einige bekannte Hollywooddarsteller in die MGM British Studios. NEVER LET ME GO (dt. Titel ES BEGANN IN MOSKAU) wurde 1952 mit Gene Tierney und Clark Gable gedreht, der ein Jahr später mit Grace Kelly und Ava Gardner den Film MOGAMBO machte.

NIEDRIGES BUDGET UND HOHE QUALITÄT

1952 drehten Robert Taylor, Joan Fontaine und Elizabeth Taylor IVANHOE nach dem gleichnamigen Roman von Sir Walter Scott unter der Regie von Richard Thorpe. Im folgenden Jahr drehte Robert Taylor mit Ava Gardner einen weiteren Mantel-und-Degen-Film bei MGM, DIE RITTER DER TAFELRUNDE, wieder unter der Regie von Richard Thorpe. Für die beiden Filme war eine große Burg auf dem Studiogelände aufgebaut worden. Zur damaligen Zeit war es die größte ihrer Art und der eine oder andere Spaziergänger hielt sie für eine richtige Burg!

Lana Turner, Victor Mature und letztmalig Clark Gable spielten 1954 in VERRATEN. Es war Gable's letzter Film für MGM, nachdem sein Vertrag dort 24 Jahre gelaufen war. Richard Thorpe drehte 1955 seinen letzten Mantel-und-Degen-Film QUENTIN DURWARD (dt. Titel LIEBE, TOD UND TEUFEL), wieder mit Robert Taylor in der Titelrolle.

1956 kaufte die BBC die Ealing Studios und Sir Michael Balcon, der Gründer von Gainsborough Pictures und Produktionschef bei Ealing, wechselte in Richtung MGM British Studios, da er eine neue Studiobasis benötigte bei der er etliche Filme produzierte. Sir Michael, einer der Mitbegründer von MGM British Studios, sollte einige Jahre später sagen: "Die Studios gehörten meiner Meinung nach damals zu den besten in Europa. Sie waren gut angelegt, gut ausgerüstet und die Techniker und Handwerker waren wirklich ausgezeichnet."

Der gute Ruf der MGM für Qualität erstreckte sich von der Produktionsseite bis zu der Art und Weise, wie die Schauspieler behandelt wurden. Ein "Star", der für die ABPC arbeitete, oder für die "Wurstfabrik", wie sie genannt wurde, wurde nicht unbedingt hofiert, doch bei MGM wurde er in einem Stil verwöhnt, der mit dem der Hollywood-Studios mithalten konnte. Die Studios hatten sogar ihre eigenen Gewächshäuser, in denen Pflanzen und Blumen für die Filmaufnahmen gezüchtet wurden.

Die bekannte britische Darstellerin Sylvia Syms erinnert sich, dass "MGM der Rolls-Royce der britischen Studios war. Jeden Tag gab es frische Blumen in der Garderobe und man fühlte sich wirklich wie ein Star."

Um diese Zeit (1956) wurde das letzte neue Studio in Elstree gebaut, das dann auch passenderweise New Elstree Studio genannt wurde. Das Studio war von den Brüdern Edward und Harry Danziger gebaut worden und lag an der Kreuzung von Elstree Road und Watford Way in einiger Entfernung von den anderen Studios. Hier entstanden im Laufe von 15 Jahren eine Reihe schnell fabrizierter Fernsehserien wie z.B. RICHARD LÖWENHERZ.

1959 entstand DIE HERBERGE ZUR SECHSTEN GLÜCKSELIGKEIT mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle bei MGM British, wobei einige Außenaufnahmen in Snowdonia gedreht wurden. Nach Ende der Dreharbeiten wurde eine aus Gips modellierte

Buddha-Statue, die in den Werkstätten von MGM hergestellt worden war, von der Filmcrew, deren Mitglieder zum Teil in Portmeirion untergebracht waren, an Sir Clough Williams-Ellis als Geschenk überreicht.

Eine Filmfassung von John Wynhams Roman "The Midwich Cuckoos" wurde 1960 bei MGM British unter dem Titel DAS DORF DER VERDAMMTEN produziert. Mit George Sanders und Barbara Shelley in den Hauptrollen wurden Teile der Außenaufnahmen im ländlichen Hertfordshire gedreht, wobei die Ortschaften Letchmore Heath und Aldenham sowie das Hauptgebäude der Haberdasher's Askes School für das Dorf Midwich herhalten mussten. DAS DORF DER VERDAMMTEN war ein gutes Beispiel für die Spielfilme, die mit niedrigem Budget und dennoch hoher Qualität bei MGM in den frühen Sechzigern gedreht wurden. Im selben Jahr wurde die Produktion von Spielfilmen bei den British National Studios eingestellt, als ATV die Studios zur alleinigen Verfügung übernahm. 1962 wurden sie wiedereröffnet und ATV zeichnete Fernsehserien wie EMERGENCY WARD 10 oder THE POWER GAME in ihrer neuen Basis in Elstree auf.

MGM produzierte 1962 ein episches 3-Stunden-Remake von MEUTEREI AUF DER BOUNTY mit Marlon Brando, Richards Harris und Trevor Howard, der sich erinnerte: "Brando schien entschlossen zu sein, MGM in den Ruin zu treiben, indem er sie zwang, das Budget und die Drehzeiten zu überziehen."

DIE ANKUNFT DES FERNSEHENS

Die Einführung des Fernsehens in den 1950ern brachte die britische Filmindustrie in Schwierigkeiten und dies traf insbesondere auf Borehamwood zu. Die amerikanischen Finanzmittel wurden zurückgefahren und der Mangel an neuer britischer Unterstützung, die gestreckt wurde, um Pinewood am Leben zu halten, brachte die Industrie in eine kritische Lage. Die ABPC Studios waren von Warner Brothers fallen gelassen worden und wurden nun Teil des wachsenden EMI Imperiums unter dem Namen EMI Elstree Studios. 1969 engagierte man den bekannten britischen Filmregisseur Bryan Forbes als Chef der Produktion.

Als dieser seinen Job antrat, waren gerade keine Filme in Produktion. Nach seinen eigenen Worten waren die Studios "in einem bemitleidenswerten Zustand". Jedoch entstand unter seiner Leitung in einer relativ kurzen Zeitspanne eine beispiellose Reihe von ganz und gar britischen Serienklassikern. Darunter waren unter anderem THE GO-BETWEEN, THE RAILWAY CHILDREN und THE TALES OF BEATRIX POTTER.

Trotz dieser Erfolge brachte das Jahr 1969 der Filmindustrie enorme Verluste und MGM machte mit 35 Millionen Dollar keine Ausnahme. Anfang 1970 wurde es klar, dass der Rückzug des amerikanischen Geldes zusammen mit dem drastischen Gewinneinbruch die unausweichliche Schließung der MGM British Studios bedeuten würde. Die Ankündigung kam im April 1970 als James T. Aubry jr., Präsident von MGM und John Read, Vorstandsvorsitzender von EMI, bekannt gaben, dass MGM schließen und ein Zusammenschluss von beiden Firmen stattfinden würde. Die EMI Studios wurden in EMI-MGM Elstree Studios umbenannt als Gegenleistung dafür, dass MGM eine jährliche Zuweisung von 175.000 Pfund garantierte.

Eine bekannte Fernsehserie und zwei Spielfilme waren in einem frühen Produktionsstadium, als die MGM Studios dicht machten. Regisseur Fred Zinneman, bekannt durch seinen Westernklassiker ZWÖLF UHR MITTAGS bereitete sich auf die Dreharbeiten für MAN'S FATE vor, einer epischen Filmfassung eines französischen Romans. Auf dem Gelände hatte bereits der Aufbau der Filmsets begonnen, darunter ein komplettes orientalisches Dorf mit Eisenbahnlinie und Zügen. Trotz des fortgeschrittenen Produktionsstadiums wurden die Filmarbeiten eingestellt und die Sets lagen brach. Ein weiterer Film, NO BLADE OF GRASS (kein dt. Titel bekannt), hatte mehr Glück. Die Außenaufnahmen waren bereits für Mai 1970 im Lake District geplant und es wurde entschieden, weiter zu machen – aber wo die Studioaufnahmen gefilmt werden würden, war selbst der Filmcrew nicht bekannt. Als sie nach Borehamwood zurückkehrten, hatte man sich geeinigt, den Film in den nahegelegenen EMI-MGM Studios fertigzustellen.

Nachdem Gerry Anderson bereits 1969 seinen ersten Action-Spielfilm DOPPELGÄNGER (lief auch unter dem Titel JOURNEY TO THE FAR SIDE OF THE SUN – deutsch UNFALL IM WELTRAUM) bei MGM British gedreht hatte, kehrte er in diese Studios zurück um hier seine erste Action-Fernsehserie UFO zu produzieren. Die Serie zeigte die Abenteuer von "Shado", einer Geheimorganisation, die ihren verborgenen Sitz unter den fiktiven "Harlington-Straker" Filmstudios hatte und einen ständigen Kampf gegen eine außerirdische Invasionsmacht führte.

Für die oberirdischen Szenen in den Harlington-Straker Studios benutzte man die MGM-Studios, der Haupteingang war allerdings der der ATV-Studios, die ein moderneres Aussehen hatten. Einige Kulissen des Filmgeländes baute man ebenfalls in die Aufnahmen ein, dabei konnte man häufig die Gerüste sehen, von denen diese gehalten wurden! Als MGM die Tore schloss, waren gerade einmal das erste halbe Dutzend der geplanten 32 Folgen fertiggestellt worden.

DER VERLORENE 2. ORT VON NUMMER 6
SET PIECE: DIE STUDIO-BAUTEN in NUMMER 6

Die Konsequenz war, dass die gesamte Produktion mit sämtlichen Kulissen, Schauspielern und dem Filmteam in die Pinewood Studios umzog. Für die restlichen Folgen mussten die Gebäude der Pinewood Studios also als "Harlington-Straker" Studios einspringen. Um die Kontinuität zu wahren, wurden allerdings weiterhin die ATV-Studios für den Haupteingang gebraucht.

Nach kaum zwei Jahren hauptverantwortlicher Tätigkeit für die EMI-MGM Studios und 18 Filmen warf Bryan Forbes als Chef der Studios das Handtuch, da er der Meinung war, dass inzwischen pfennigfuchsende Buchhalter in einem Maße beim Studiobetrieb das Sagen hatten, die es ihm nicht weiter erlaubte, weiterhin als Chef der Produktion tätig zu sein.

MGM - BOREHAMWOOD: DAS ENDE

1973 wurde die Beziehung zwischen MGM und Borehamwood endgültig beendet.

Nach einem katastrophalen Geschäftsjahr beschloss die amerikanische Muttergesellschaft von MGM, sich aus dem Vertrieb zurückzuziehen. In der Folge stellte MGM seine jährliche Unterstützungszahlung von 175.000 Pfund für die EMI-MGM Studios ein und überließ sie damit einem harten Überlebenskampf. Seitdem hießen sie nacheinander EMI Elstree Studios, Thorn EMI Elstree Studios, Elstree Studios und Goldcrest Elstree Studios unter ihrem jetzigen Eigentümer, der wirtschaftlich angeschlagenen Brent Walker Gruppe. So war also das Ende einer Ära gekommen und Borehamwood hatte nur noch ein einziges aktives Studio, jedoch mit erheblich eingeschränkter finanzieller Basis. Die EMI Elstree Studios erlebten noch eine Blütezeit, als George Lucas und Steven Spielberg nach Borehamwood kamen, um ihre STAR WARS bzw. INDIANA JONES Trilogien zu drehen. Es war eine Schande, dass die Verantwortlichen bei den EMI Studios die Chance nicht nutzten um in die MGM Studios umzuziehen statt umgekehrt. Wäre dies geschehen, könnten die MGM Studios heute noch existieren, jedoch wahrscheinlich unter einem anderen Namen. Weiter...

Das Filmteam von NUMMER 6 nutzte ausgiebig die Einrichtungen auf dem MGM Filmgelände, insbesondere die zahlreich vorhandenen Kulissen, die auf dem Außengelände nach Fertigstellung von mehreren hundert Spielfilmen im Laufe der 30jährigen Geschichte von MGM stehengebliebenen waren. Es ist fast unmöglich festzustellen, für welche

DAS MGM-STUDIOGELÄNDE

Produktion einige dieser Sets gebaut worden waren. Abgesehen von NUMMER 6 wurden die Außenanlagen für viele andere Fernsehserien genutzt, eine der bekanntesten davon war UFO, die bei MGM 1970 produziert wurde, kurz bevor die Studios geschlossen wurden.

Die betreffenden Sets lagen erstaunlich dicht beieinander, wie man auf den Luftaufnahmen erkennen kann. Einige Außenaufnahmen in NUMMER 6 zeigen lediglich verschiedene Ansichten desselben Sets bzw. eine nach Umbaumaßnahmen kaum wiedererkennbare Fassade ein und desselben Gebäudes.
Die Hauptansammlung von Gebäuden (A) enthält das meiste, was für die Außenaufnahmen benötigt wurde. Der Set gruppierte sich um zwei Eichen, von denen eine (A1) in "Harmony" eine Rolle spielte, als man Kathys Bruder an dem Baum aufhängte.

Geht man im Uhrzeigersinn um den Set herum, ist das erste Gebäude (A2) das, vor dem Katherine Kath als Madame Engadine Nummer 6 in der Folge " A. B. und C." mit ihrem Alfa Romeo absetzt, bevor er "D" trifft. In der Folge "Harmony" wurde es ebenfalls als Büro des Sheriffs benutzt. Das weiße Gebäude mit seinen Zwillingstürmchen ist auch im Hintergrund zu sehen, wenn Nummer 6 am Ende der Folge "Der Doppelgänger" den Hubschrauber besteigt.
Das nächste Gebäude (A3) kam nicht unmittelbar in der Serie vor, taucht aber in der Folge "Harmony" im Hintergrund auf. Hier kann man sehen, daß nur die sichtbaren Fassaden konstruiert wurden – es gab keinen Grund für die Bühnenbildner bei MGM, Teile des Sets zu bauen, die man nie hätte sehen können. Unser nächster Bezugspunkt (A4)  ist die Stelle, wo unser Held in der Folge "Harmony" erfolglos versucht, ein Pferd zu kaufen.
Die letzte Fassade in diesem Dörfchen (A5) gibt uns den einzigen Hinweis über den Ursprung dieses Sets. Auf der Spitze des Giebels über dem Eingang befindet sich ein Kreuz. Das Gebäude sollte offensichtlich eine Kirche darstellen. Man kann es in der Serie bei verschiedenen Gelegenheiten sehen.
In "Die Glocken von Big Ben" war es die Freizeithalle in der die Kunst- und Handswerks-Ausstellung stattfand. Sein nächster Auftritt war in "Der Doppelgänger"  wo Nummer 6 sich mit seinem Double einen Faustkampf geliefert hat. In "A. B. und C."  dient es als Eingangstor zu der Straße, in der Nummer 6 den geheimnisvollen "D" trifft. Ein letztes Mal taucht das Gebäude in der Folge "Harmony" auf, wo es nach etwas Kosmetik an der Fassade zum Silver Dollar Saloon umgestaltet wurde.

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An der Seite der Freizeithalle (A6) befindet sich die Stelle, wo McGoohan das Büro des Colonels in der Schlußszene von "Die Glocken von Big Ben" verläßt. In der James Bond Parodie CASINO ROYALE von 1966 ist dieser Set der Ort, an dem Woody Allen um Haaresbreite von einem südamerikanischen Erschießungskommando hingerichtet werden soll. Ein kurzer Spaziergang von Harmony aus führt uns zu einer Straße, die man in etlichen Prisoner-Episoden sehen kann. In der Serie wurden zwei unterschiedliche Abschnitte dieser Straße verwendet. Der erste Abschnitt (B1) ist der, wo Nummer 6 in der Folge "A. B. und C." endlich "D" trifft.
Durch geschickte Schnitttechnik und Nachbearbeitung könnte uns diese Folge glauben machen, daß die Straße unmittelbar hinter dem Eingangsportal der Freizeithalle beginnt – allerdings ist in NUMMER 6 nichts so wie es scheint! Der zweite Abschnitt (B2) stellt in der Folge "3-2-1-0"  den verlassenen Ort Witchwood dar.
Das französische Schloss aus derselben Folge ist ebenfalls an exponierter Stelle zu sehen.
Ein kleiner Glockenturm war nachträglich auf das Gebäude (B4) rechts von dem Schloß gesetzt worden. Wahrscheinlich war dieser aus dem umfangreichen Kulissendepot entnommen worden, in dem die Überbleibsel vergangener Filme für eine zukünftige Verwendung aufbewahrt wurden. (Diesen Glockenturm kann man deutlich in "Schachmatt" sehen, wenn einer der Posten auf dem Turm rückwärts einem ungewissen Schicksal entgegenfällt und im Wasser landet, das sich ganz gewiß nicht am Fuß des Turms in Portmeirion befindet!)
Als unser Foto aufgenommen wurde (April 1966) war der Set noch im Aufbau. Einige Teile der Fassaden sind noch nicht fertiggestellt und der Bau eines Hauses in der Mitte des Sets hatte noch nicht begonnen obwohl man die Umrisse seiner Fundamente bereits erkennen kann. Bedauerlicherweise ist nichts mehr davon erhalten. Es mag jedoch überraschen, daß trotz der Schließung der Studios in 1970 die Kulissen noch bis 1974 existierten.

Die MGM British Studios in Borehamwood, ein Stück nördlich von London gelegen, waren in den 1960ern die größten ihrer Art in Großbritannien.

BLICK AUF MGM

Die Pinewood Studios, derzeit die größten Spielfilm-Studios von Großbritannien, liegen auf einem Gelände von insgesamt 92 acres in der ruhigen Landschaft von Buckinghamshire. Ein Teil dieses Geländes besteht aus Wald und Gartenanlagen, die für die Außenaufnahmen von vielen Spielfilmen verwendet wurden, eine der bekanntesten Szenen ist die Anfangsszene aus dem Bond-Film LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU von 1964.

Die ABPC Studios in Elstree lagen einschließlich Verwaltungsgebäuden auf insgesamt 25 acres und waren auf 3 Seiten eingepfercht von Wohngebäuden und Büros ohne Platz für zukünftige Erweiterungen. Die MGM British Studios hingegen stellten den "Kleingarten" von Pinewood und den "Minirasen" von ABPC in den Schatten. Eine üppige Fläche von 0,46 Quadratkilometern (114 acres) erstklassigen Hertfordshire-Landes bot für die Produktion vielfältige Möglichkeiten.

Der größte Teil dieses Grundstücks stand für die Konstruktion von Außenkulissen zur Verfügung, jedoch wurde weniger als ein Viertel davon jemals genutzt. Der Rest des Geländes bestand aus Feldern. Dies bot die Möglichkeit zur kurzfristigen Umgestaltung bei anstehenden Außenaufnahmen.

Das Problem, ein derart großes Stück Land in Schuss zu halten wurde elegant durch die sich vollständig im Besitz der Studios befindliche Thrift Farm gelöst, die sich westlich angrenzend an das Filmgelände befand. Zum Viehbestand dieser Farm gehörte eine Herde Schafe, die sich als äußerst wirksame Rasenmäher erwiesen. Es wird berichtet, dass man in einem der Mantel-und-Degen-Epen aus den 1950ern einen Traktor der Thrift Farm in einer Außenaufnahme in einiger Entfernung sehen kann.

Douglas Twiddy, Produktions-Manager der ersten Staffel der halbstündigen Folgen von GEHEIMAUFTRAG FÜR JOHN DRAKE, die bei MGM 1959 produziert wurden, erinnert sich, dass der Chefgärtner der MGM-Studios, als er zum Verwalter der Liegenschaft befördert worden war, sich mehr Gedanken über den Betrieb der Thrift Farm als um die Filmproduktion machte indem er z.B. Filmteams anwies, von der Zufahrtsstraße zur Farm fernzubleiben, damit die Schweine gefüttert werden konnten!

STUDIO 6 FÜR NUMMER 6

Die zehn Aufnahmestudios von MGM British umfassten insgesamt atemberaubende 8.547 Quadratmeter. Das meiste davon wurde für die Studios 1 bis 6 gebraucht. Studio 1 und 5 waren 22,6 mal 29,3 Meter groß, Studio 2 und 4 umfassten 36,6 mal 29,3 Meter, Studio 6 belegte 30,2 mal 36,9 Meter und Studio 3 als größtes Einzelstudio war 59,8 mal 29,3 Meter groß. Die Studios 1 und 2 konnten durch Entfernung der Zwischenwand zu einem einzigen Studio zusammengefasst werden.

In diesen beiden kombinierten Studios war die unterirdische Kammer aus "Demaskierung" aufgebaut worden. Alle anderen vorangegangen Szenen waren zweckmäßigerweise in Studio 56 gedreht worden.

Das einzig bekannte erhaltene Dispositionspapier für die Studioaufnahmen enthält die psychiatrischen Szenen aus "Schachmatt" sowie einige Szenen aus dem Kontrollraum von Nummer Zwei, wie sie am 26. Oktober 1966 gedreht wurden. Aus diesem Papier erhalten wir einen Eindruck, wie ein Tag Studioarbeit organisiert wurde. Die Darsteller wurden zwischen 7:30 und 8:15 in die Maske bestellt um für den Beginn der Dreharbeiten gegen 8:30 bereit zu sein. (Patrick McGoohan hatte einen der frühesten Termine). Das Filmteam musste ab 8:00 bereit sein. Diese Dispositionspapiere dienten auch als interne Memoranden mit Notizen für verschiedene Abteilungen zwecks Bereitstellung verschiedener Dinge wie Flächen für Rückprojektionen, Requisiten, visuelle Effekte und wie hier, ein Teewagen für 85 Personen! Ebenso ist die visuelle Kontrolle der Rohkopie des vorigen Tages im Vorführraum 4 aufgelistet.

ALTERNATIVES CALL SHEET BEISPIEL (AUSSENAUFNAHMEN)

In den 1950er Jahren beruhte der gute Ruf von MGM Borehamwood in einem besonderen Maß auf seinen Mitarbeitern. Die Anzahl der Beschäftigten stieg beständig von 502 im Jahr 1956 auf 671 in 1960, 832 in 1961 und erreichte fast die Tausendergrenze kurz bevor die Studios 1970 dicht machten. Das Zusammenspiel seiner gut ausgebildeten Zimmerleute, Modellbauer, Maler, Blechschmiede, Bühnenbildner, Friseure und Maskenbildner sowie eines weiten Spektrums an verschiedenen Werkstätten und einem umfangreichen Kulissendepot bedeutete, dass es kaum etwas gab, das nicht gebaut werden konnte.

VON DANGER MAN BIS NUMMER 6

Die Qualität der Filmarchitektur wurde in einem der erfolgreichsten und bekanntesten Filme unter Beweis gestellt, die bei MGM produziert wurden: 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM (1968).
Das Können der Bühnenbildner wurde bis an die Grenze beansprucht als sie eine riesige drehbare Plattform bauen mussten, die die Schwerelosigkeit im Weltraum simulieren sollte. Verschiedentlich musste das gesamte Bühnenbild einschließlich Beleuchtung, Kamera und Filmteam um volle 360 Grad gedreht werden.

Viele wichtige Mitglieder des Produktionsteams von NUMMER SECHS, wie z.B. Chefkameramann Brendan J. Stafford, Chefdesigner Jack Shampan, Produzent David Tomblin, Script Editor George Markstein und Regisseur Don Chaffey hatten entweder vorher bei Danger Man mitgearbeitet oder kamen auf persönliche Empfehlung. Der Rest des Teams bestand aus Mitarbeitern, die direkt von MGM kamen. Sie wurden weiterhin von MGM beschäftigt und bezahlt, ihre Arbeitszeit wurde jedoch dem Kunden, hier Everyman Films Ltd., in Rechnung gestellt.

Die Requisiten-Abteilung von MGM wurde von John Bigg geleitet, der während der gesamten DANGER MAN Serie als Requisiten-Einkäufer gearbeitet hatte, und Sidney Palmer. Unter ihnen arbeiteten die Requisiteure Peter Hancock und Mickey O'Toole sowie eine Armada an Bühnenbildnern. Die Abteilung praktizierte ein Rotationssystem bei dem die Teams verschiedene Produktionen übernahmen, je nachdem was an Arbeit gerade hereinkam. Bei Produktionsbeginn von NUMMER 6 fiel diese Arbeit Sidney Palmer und Mickey O'Toole als Einkäufer bzw. verantwortlichem Chefrequisiteur zu.

Bereits 1954 war einer der bekanntesten britischen Filme der 1950er, DAM BUSTERS (dt. Titel MAI 1943 – DIE ZERSTÖRUNG DER TALSPERREN), in den benachbarten ABPC Studios gedreht worden. Der Film handelte von der Entwicklung und dem Einsatz einer im Zweiten Weltkrieg speziell entwickelten Rotationsbombe zum Einsatz gegen die Mauern von Stauseen. Die Hauptrollen waren mit Michael Redgrave, Richard Todd und George Baker besetzt. Eine unbedeutende Nebenrolle war mit dem sehr jungen Patrick McGoohan besetzt. Er spielte einen Wachposten, der nur einen einzigen Satz zu sagen hatte, und den auch noch zu einem Hund!

Nachdem McGoohan eine Reihe von Fernsehspielen für die BBC und einige Spielfilme für Rank in Pinewood gedreht hatte, führte ihn sein nächster Weg nach Borehamwood um eine neue Fernsehserie namens DANGER MAN (dt. GEHEIMAUFTRAG FÜR JOHN DRAKE) zu beginnen. Zwischen 1959 und 1960 wurden 39 halbstündige Folgen mit Ralph Smart als Erfinder und Produzent der Serie produziert.

Wie bei den meisten Fernsehserien dieser Zeit wurden die Örtlichkeiten rund um Borehamwood in die Außenaufnahmen integriert, es sei denn, es wurde etwas spezielles benötigt, wie z.B. in der Folge "View From The Villa" (dt. Titel "5 Millionen in Gold") wo Szenen, die in Italien spielen sollten, in Portmeirion gedreht wurden. Der berühmte weiße Uhrturm von MGM hatte 3 kurze Auftritte in der ersten Staffel von DANGER MAN. In THE HIRED ASSASSIN kann man ihn im Hintergrund sehen, wenn der südamerikanische Diktator Präsident Valesco seinem "ergebenen" Volk zuwinkt, ohne zu wissen, dass ein Mordanschlag auf ihn geplant ist, den unser Held John Drake natürlich zu verhindern weiß.

In AN AFFAIR OF STATE kann man ihn ebenfalls sehen, wenn Drake das Büro eines Mordopfers inspiziert. Und ein drittes Mal sieht man ihn in der Folge "The Prisoner" (!), als seine untere Hälfte das Äußere eines Flugterminals auf einer fiktiven Karibikinsel abgibt, von der Drake einen gewissen John Carpenter, gespielt von William Sylvester, vor der Geheimpolizei in Sicherheit bringt.

Die erste Staffel von DANGER MAN war im Spätjahr 1960 fertiggestellt und es sollte fast vier Jahre bis zum Beginn der Dreharbeiten für die zweite Staffel dauern. In der Zwischenzeit spielte McGoohan in verschiedenen Filmen wie DIE HEISSE NACHT (1961), BRENNENDE SCHULD (1962), DIE DREI LEBEN DES THOMASINA (1963) und Dr. Syn, Alias the Scarecrow (1964), die alle in Pinewood gedreht wurden.

Patricks nächster Besuch bei MGM Borehamwood war für die zweite Staffel von DANGER MAN. Jede Folge dauerte nun eine ganze statt einer halben Stunde und die Rolle des John Drake wurde etwas verändert. Von 1964 bis 1965 wurden weitere 32 Folgen produziert, davon wurden jedoch nur die ersten 26 bei MGM British gedreht. Für die restlichen Folgen zog das Team nach Shepperton um. Eine dritte Staffel von 13 Folgen in schwarz/weiss sowie eine vorzeitig beendete vierte Staffel von lediglich 2 Folgen in Farbe wurden ebenfalls in Shepperton von 1965 bis 1966 produziert.

UNHEIMLICHE BEGEGNUNG: 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM

Patrick kehrte im Herbst 1966 zu MGM British zurück, um mit den Dreharbeiten zu NUMMER 6 zu beginnen. Chefdesigner der zweiten Staffel von DANGER MAN war Jack Shampan, der an allen einstündigen Folgen bei MGM mitgearbeitet hatte, mit Ausnahme der Folgen 17 bis 19, als er eine kurze Auszeit nahm.

Jack, der dafür bekannt war, neue Sets aus den Überbleibseln voriger Produktionen zusammenzubauen, weigerte sich, den Umzug nach Shepperton 1965 mitzumachen mit der Begründung: "Shepperton hat ein lausiges Kulissendepot"! Doch als Patrick zu MGM zurückkehrte um NUMMER 6 zu machen, war er wieder mit dabei.

Als die Produktion von NUMMER 6 begann, waren die MGM British Studios voll ausgelastet. Die Ausgabe von Kinematograph Weekly vom 17. Dezember 1966 enthält einen vollständigen Überblick über alle großen Studios und sämtliche dort in Produktion befindlichen Spielfilme und TV-Produktionen im Zeitraum vom 13. Oktober 1965 bis 30. September 1966. (Das Filmteam begann mit den Studioaufnahmen zu NUMMER 6 bei MGM am 3. Oktober 1966, also gibt diese Liste einen interessanten Einblick in zeitgleich laufende Produktionen in diesen und anderen Studios).

Es werden 11 Produktionen verzeichnet, die zu dieser Zeit bei MGM British gedreht wurden. Dies war noch nicht einmal die höchste Zahl an gleichzeitig laufenden Dreharbeiten, den Rekord hielt Pinewood mit 22 Produktionen. Allerdings wurden bei MGM eine höhere Anzahl an teuren Spielfilmen gedreht, heute vielfach Klassiker, die die Studioanlagen über einen längeren Zeitraum in Anspruch nahmen. Die wohl bekannteste dieser Produktionen ist sicher 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM bei der Stanley Kubrick Regie führte und auch als Produzent mitwirkte. Zwischen 2001 und NUMMER 6 gibt es eine interessante Beziehung. Für die im Drehbuch von "Die Glocken von Big Ben" ursprünglich vorgesehene Triquetrum-Szene (Anm.: Ein Triquetrum ist ein bereits seit der Antike bekanntes astronomisches Navigationsinstrument.) wurde eine Aufnahme des nächtlichen Sternenhimmels benötigt. Dies war jedoch unmöglich zu filmen, da Sterne für damalige Filmkameras nicht genügend Helligkeit lieferten. Also recherchierte Film Librarian Tony Sloman, der die für den Filmschnitt zuständigen Mitarbeiter von 2001 gut kannte, dort nach einem geeigneten Hintergrund mit einem Sternenhimmel, den man einbauen konnte.

TRIQUETRUM: NICHT VERWENDETE SZENE IN "DIE GLOCKEN VON BIG BEN"

Man fand schließlich etwas brauchbares, das dann verwendet wurde, allerdings wurde die komplette Triquetrum-Szene wieder geschnitten bevor die Folge ausgestrahlt wurde. Nur in der Alternativ-Version von "Die Glocken von Big Ben" hat sie überlebt.

Als die Dreharbeiten von NUMMER 6 sich ihrem Ende näherten, belegte die Produktion Studioressourcen, die bereits Stanley Kubrick versprochen worden waren. Als der Zeitplan überschritten war, wurde Kubrick nervös und es heißt, dass es zu einer inoffiziellen Abmachung zwischen Kubrick und McGoohan kam, ab wann die Studios zur Verfügung gestellt würden.

Kinematograph Weekly berichtet noch über einen weiteren bei MGM in Produktion befindlichen Film, DAS DRECKIGE DUTZEND unter der Regie von Robert Aldrich. Auch bei diesem Film gibt es erwähnenswerte Verbindungen zu NUMMER 6. Für den Film war extra ein großes französisches Schloss auf dem Gelände gebaut worden. Nachdem die Filmaufnahmen abgeschlossen waren, ließ man die Kulissen nach damaliger Praxis noch stehen, um sie anderen Produktionen mit einem schmaleren Budget zur Verfügung zu stellen. In "A. B. und C." entführt "A" Nummer Sechs in einem weißen Citroën. Sie fahren über eine Brücke, die zum Schloss führt und es entwickelt sich ein Faustkampf auf dem Platz vor dem Schloß.

In "2:2=2" wird der Set ebenfalls verwendet als Drehort der Gartenlaube vor dem Landhaus, in dem Janet ihre Geburtstagsparty feiert. In "Harmony" kann man das Dach des Schlosses ebenfalls in einiger Entfernung hinter dem Set sehen, der den Ort Harmony darstellt.

Ein weiterer Film war Roman Polanskis Horrorkomödie TANZ DER VAMPIRE. Für diesen Film wurde ein weiteres Schloß auf dem MGM-Außengelände errichtet, das sich nur wenige hundert Meter von dem Schloss aus DAS DRECKIGE DUTZEND entfernt befand. Vollständig mit künstlichem Schnee eingehüllt war es eine sehr eindrucksvolle Kulisse. Da MGM komplett ausgelastet war, wurden Teile von TANZ DER VAMPIRE auch in den benachbarten ABPC-Studios gedreht.

CASINO ROYALE war eine Filmparodie, die 1966 kurz vor NUMMER 6 bei MGM produziert wurde. Auch dieser Film wurde zeitweise parallel in mehreren Studios gedreht, diesmal Pinewood und Shepperton.

Frei nach Ian Flemings gleichnamigem James-Bond-Roman verfilmt, spielte hier fast jeder in irgendeiner Rolle mit – von David Niven bis Peter Sellers, von Deborah Kerr bis Ursula Andress und von Woody Allen bis Ronnie Corbett! Unter der Besetzung fanden sich mit Richard Wattis und Colin Gordon auch zwei der späteren Stars aus NUMMER 6 in kleineren Rollen wieder. Einer der Kameramänner bei CASINO ROYALE war Jack Lowin, der in der Zeit zwischen DANGER MAN und NUMMER 6 an dem Film arbeitete.

Da CASINO ROYALE seinen Zeitrahmen überschritten hatte, war es Jack nicht möglich, die ersten beiden Drehwochen mit dem Filmteam von NUMMER 6 in Portmeirion zu sein.

Der letzte in der Reihe bekannter Spielfilme, die Anfang 1966 bei MGM British in Produktion waren, ist der Kultklassiker BLOW UP von Michelangelo Antonioni mit David Hemmings und Vanessa Redgrave in den Hauptrollen. Zu dieser Zeit wurden bei ABPC drei neue Studios gebaut, die Studios 7 bis 9 mit insgesamt 1.997 Quadratmetern, um mit dem wachsenden Bedarf an Fernsehproduktionen Schritt halten zu können. Ironischerweise sind dies heute die einzigen noch erhaltenen Studios auf dem alten ABPC-Gelände.

Sie waren Teil einer 1 Million Pfund teuren Erweiterung der Studios, die außerdem noch einen neuen Schneideraum, ein Vorführkino, weitere Büroräume und ein modernes Restaurant beinhalteten. Dennoch konnte ABPC nicht mit den reichhaltiger ausgestatteten MGM British Studios mithalten.

Bei MGM gab es z.B. eine umfangreiche hauseigene Filmbibliothek mit Archivmaterial und Rückprojektionsflächen. Von hier wie auch von World Backgrounds, die sich bei den ABPC-Studios befanden, beschaffte Film Librarian Tony Sloman viele Filmausschnitte, die in den ersten Folgen verwendet wurden. Darunter war auch die Rückprojektion der Champs Elysées aus der Folge "A. B. und C.", die aus der MGM-Filmbibliothek kam.

Als die MGM-Studios 1970 geschlossen wurden, löste man das Filmarchiv auf. Ein Teil des Archivmaterials ging an World Backgrounds, darunter auch einige Rückprojektionsflächen, die für NUMMER SECHS aufgenommen worden waren, und der Rest ging an das neu gegründete EMI-MGM Partnerunternehmen auf dem Gelände der alten ABPC-Studios. Als auch dieses Partnerschaft schließlich in die Brüche ging, wurde die Bibliothek zusammen mit dem Archivmaterial von EMI und ABC von dem Produzenten Jerry Weintraub erworben, der seine Geschäfte nun von den Pinewood Studios aus betrieb. Nach dem Auszug von MGM aus ihrer britischen Studioniederlassung stand nun ein ausgedehntes Grundstück für Bauprojekte zur Verfügung, doch bevor die Nutzung für Wohnzwecke in Erwägung gezogen wurde, sicherte sich ein Gewerbebetrieb das Gelände.

DER ABRISS DES UHRTURMS

Der größte Teil des Studiogeländes und die Verwaltungsgebäude wurden von Christian Salvesen übernommen, einem Hersteller von Gefriergeräten. Der Abriss der Studiogebäude startete 1974 und auf den bestehenden Fundamenten wurden Lagerhäuser errichtet, so dass die neuen Gebäude beinahe exakt die selbe Größe hatten wie die großen Studios, die einst an ihrer Stelle standen.

Der Uhrturm jedoch blieb stehen, die Buchstaben "MGM" hatte man gegen ein Christian Salvesen Logo ausgetauscht. Die längste Zeit seiner restlichen Lebensdauer wurde das Gebäude als Lagerraum für Bananen genutzt! Bis 1985 war der Turm infolge von unterlassenen Reparaturen und Verwahrlosung in einen bemitleidenswerten Zustand geraten. Viele ortsansässige Bürger und Filmhistoriker setzten sich dafür ein, das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen, der Stadtrat verweigerte angesichts des erschreckenden Zustand hierzu allerdings seine Zustimmung. Im Oktober 1986 wurde es abgerissen.

Ein amüsantes Erbteil fiel Christian Salvesen von den MGM British Studios noch zu. Auf der Titelseite jedes Prisoner-Skripts ist die Anschrift von Everyman Films Ltd. angegeben unter der Adresse der MGM Studios mit der Telefonnummer "Elstree 2000". Bei der Reorganisation des Londoner Telefonsystems Mitte der 1970er Jahre bekam Elstree die Vorwahl 953, doch Christian Salvesen behielt die Rufnummer 2000!

Das Außengelände hinter den Studiogebäuden war eingezäunt worden, um die verbleibenden Sets vor Zerstörungen durch Vandalismus zu schützen.

Daher blieben sie bis in die späten 1970er Jahre relativ unverändert, doch der Einfluß der Naturelemente und mangelnde Instandhaltung sorgten dafür, dass viele verfielen und nicht mehr sicher waren. Das Außengelände wurde 1980 ein letztes mal in Anspruch genommen, als Stanley Kubrick die EMI-Studios in Beschlag nahm um SHINING zu drehen. Da EMI nicht genug Platz für alle benötigten Sets bot, wurde das alte MGM-Gelände mitbenutzt.

In den späten 1980ern war die Umgestaltung des Filmgeländes zu einem Wohngebiet mit einer Kombination aus einzelnen Häusern und Wohnblöcken in vollem Gange. In einer Art symbolischen Geste gab man den Straßen innerhalb des "Studio

QUELLE: MAPS.GOOGLE

Way Residential Estate", so lautet die heutige Bezeichnung, die Namen einiger britischer Filmstudios und ihrer Gründer sowie die einiger Stars, die hier berühmt wurden. Die Pinewood, Bray, Denham, Shepperton, Ealing und Gate Studios haben alle entweder ein "Close" oder ein "Way" als Zusatz. An die Gründer der New Elstree Studios, Edward und Henry Danziger und auch an Sir Michael Balcon, den Mitbegründer der Ealing und MGM British Studios erinnert ebenfalls ein "Way".

DER VERLORENE 2. ORT VON NUMMER 6
SET PIECE: DIE STUDIO-BAUTEN in NUMMER 6
MEHR: LONDON PRISONER LOCATIONS - DREHSCHAUPLÄTZE

Einige berühmte Darsteller wie Jack Hawkins, Dame Anna Neagle (verheiratet mit Sir Michael Balcon), David Niven, Charles Laughton und dessen Ehefrau Elsa Lanchester, James Mason, Vivien Leigh und Gary Cooper (!) haben ebenfalls einen "Close" oder einen "Crescent" der ihren Namen trägt. Der einzige Verweis auf MGM selbst in der etwas verschrobenen Namensgebung der Stadtplaner ist "Lion Court", eine Anspielung auf das berühmte Symbol der Filmgesellschaft, wo auch der Autor dieses Artikels lebt.
Heutzutage gibt es keine handfesten Spuren von MGM British Studios in Borehamwood und die alten ABPC-Studios verschwinden schnell unter einem Komplex aus Bürogebäuden und Einkaufsmärkten. Es ist bedauerlich, dass der Gewerbezweig, der für 70 Jahre der bedeutendste in der Stadt war, nun dank einiger pfennigfuchsender und kurzsichtiger Geschäftsleute für immer verschwunden ist.

Steven Ricks, früheres mitglied der Prisoner Appreciation Society SIX OF ONE, hat eine reihe sehr fundierter artikel in den mitgliedermagazinen veröffentlicht. Mein dank geht daher an Steven für die überlassung dieser arbeit, zum ersten mal auf einer deutschen website und nunmehr auch auf deutsch. Die Reproduktion ohne erlaubnis des autors ist nicht gestattet.

THIS TEXT IN ENGLISH

"Studio Days" erschien erstmals 1992 im mitgliedermagazin "Number Six" nr. 32 und 33. Ricks ist auch der autor der eingehenden videodokumentation "The Prisoner Investigated" (auf DVD beim ihm erhältlich), für die er zahlreiche an der produktion von NUMMER 6 beteiligte personen interviewt hat, wie David Tomblin (produzent), Kenneth Griffith, Peter Howell (schauspieler), Jack Lowin (kameramann) und viele andere. Dieser hauptveröffentlichung folgten weitere mit nicht verwendetem interviewmaterial unter den titeln: "The Prisoner In-Depth", "The Prisoner On Location", "The Prisoner In Production", "The Prisoner Inspired" and "The Prisoner in Conclusion", die ebenfalls per internet verfügbar sind.

 


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